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Kategorien > Fantasy > Düsteres & Geheimnisvolles

Schattenmacht 14

von Anariel, die Nomadin

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Stunden später schreckt Lucifer plötzlich hoch, richtet sich auf und mustert mich erstaunt. Wieder nehmen mich seine Augen gefangen und ich bin für lange Momente nicht fähig einen Ton von mir zu geben. Schließlich bricht ER das Schweigen. "Warum hast du mich nicht geweckt?" ER klingt beinnahe ein wenig verletzt, was mich doch einen Moment lang irritiert. "Weil," antworte ich leise, "dein Schlaf so tief und friedlich war, dass selbst die Erzengel es nicht übers Herz brachten, dich zu wecken." Meine Stimme wird sanft. "Du schläfst nicht viel, oder?" Jetzt setzt er sich ganz auf, blick von mir fort und zu Boden. Langsam schüttelt er den Kopf. "Nein," seine Stimme ist wieder rau," und wenn, dann... dann quälen mich schreckliche Träume." Er sieht mich wieder an und ein sanftes Lächeln gleitet über mein Gesicht. "Aber dieses mal nicht," stelle ich fest," und du hast es gebraucht." Er schüttelt den Kopf, dann nickt er um gleich darauf wieder den Kopf zu schütteln. "Ja... Nein... Natürlich habe ich Schlaf geraucht, aber... aber nicht heute. Ich... ich..." Niemals hätte ich gedacht, dass dieser Mann unsicher sein könnte und als er mich beschützen wollte, da war es auch definitiv nicht, doch nun. In gewisser Weise benimmt er sich manchmal sehr menschlich, wie es viele Engel manchmal tun und ich frage mich einen Augenblick, ob er wirklich so anders ist, wie er glaubt, oder wie man ihn glauben machte.
Ich unterbreche sein Gestammel, indem ich spontan einem Impuls nachgebe. Mit beiden Händen umfasse ich unvermittelt sein Gesicht, beuge mich zu ihm hinüber und drücke meine Lippen in einem kurzen Kuss auf die SEINEN. So kurz, so keusch dieser Kuss mit geschlossen Lippen auch ist, er hat eine erstaunliche Wirkung auf uns beide. Ich erschrecke vor mir selbst und Lucifer erstarrt regelrecht. Einen Moment später reagiert ER, in dem ER mich an sich zieht und einen zweiten, längeren Kuss einfordert, der alles andere als keusch ist. Eine Sturmflut an Gefühlen und Empfindungen überrollt mich. Angst, Nervosität, Schmetterlinge im Bauch, Herzklopfen, Sehnsucht, Wärme, Erstaunen, Überraschung, Hingabe und Furcht. Einiges davon kommt von mir, einiges von IHM und vieles lässt sich nicht wirklich trennen. Und tief, unter all SEINEN Emotionen erwacht ein wilder, seit langem nicht mehr gestillter Hunger brüllen zum Leben. "Oh bitte, lass es nicht enden. Ich darf nicht weiter, es könnte sie beflecken. Oh bitte, bitte lass mich ihr damit nicht schaden!" Ich brauche einen Moment um zu begreifen, dass Lucifer diese Worte nicht ausgesprochen, sondern gedacht hat. Überraschung durchzuckt mich, doch sie ertrinkt unter all den anderen Gefühlen. In diesem Moment erkenne ich, dass ich jetzt zu allem bereit bin.
Es ist der gefallene Engel, der den Kuss schließlich enden lässt. ER weicht sogar etwas vor mir zurück und blickt wieder fort, zu Boden. Kurz brandet in mir Frustration auf, die sich aber sofort an Verständnis bricht und wieder verschwindet. "Warum," frage ich leise, "warum nicht? Es wäre freiwillig geschehen." ER sieht mich wieder an und tief in seinen Augen lodert das Feuer nun hell und heiß, doch der Blick ist schrecklich traurig. "Weil es dich beflecken könnte," flüstert er, "und dann, dann...." ER spricht nicht zu Ende und das muss ER auch gar nicht. Ich verstehe was er meint. "Du befürchtest," spreche ich es aus, "das mir diese Tat die Fähigkeit nehmen würde, dich zu berühren, ohne dass du dabei Schmerzen erleidest, nicht wahr? Du glaubst dass es das ist, dass ich Rein bin, wie du es genannt hast, das mir diese Fähigkeit verleiht, oder?" Meine Stimme wird ganz leise und ER nickt nur stumm. Langsam hebe ich meine Hand und berühre ganz sacht sein Gesicht. Der Mann hält krampfhaft und sehr angespannt still. Einen Augenblick später schmiegt er SEINE Wange in meine Hand und legt, erleichtert aufatmend, SEINE eigene darüber. Langsam ziehe ich meine Hand nun fort und als ER fast enttäuscht hochblickt, strecke ich beide Arme weit aus und biete das Zweitbeste an, die Umarmung. Ohne zu zögern schlingt er die Arme um mich und vergräbt sein Gesicht an der rechten Seite meines Halses. Langsam lasse ich mein Kinn auf seine Schulter sinken und minutenlang verharren wir , Wange an Wange in dieser Haltung.
Schließlich hebe ich den Kopf wieder ein wenig. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht, Beinnahe hätte ich es vergessen in all den turbulenten Geschehnissen dieser Nacht. "Lucifer, ich habe Deine Schwester kennen gelernt, Shanael. Wir sind Freunde geworden und ich habe versprochen, dass ich dir sage, das es ihr gut geht." ER antwortet erst nicht, sondern drückt mich nur fester. Schließlich scheint er seine Stimme wieder gefunden zu haben und dankt mir dafür. Erneut vergehen Minuten, in denen wir nur schweigen und die Gegenwart des anderen genießen. Doch bald werde ich ernst. Ich muss den schwarzen Engel von den Geschehnissen in der Welt, von den Kreaturen und alle dem erzählen. Irgendwie muss ich IHN auch warnen, denn es kann gut möglich sein, dass diese Kreaturen auch hinter IHM her sind. “Ich muss dir etwas erzählen,” flüstere ich endlich, “denn du hast oben auf der Felsnadel etwas wahrgenommen, oder?”
“Ja,” antwortet ER ebenfalls flüsternd, “ich weiß nicht was, aber ich denke ich habe ähnliches schon in der Hölle kurz erspürt.” Ich hole tief, fast erschrocken Luft, obwohl ich es eigentlich schon geahnt habe. Schließlich fahre ich fort. “ Es sind Kreaturen, die nicht hier her gehören. Sie sind falsch, verzerrt und bösartig. Erst seit wenigen Tagen tauchen sie auf. Sie verschlingen Licht, wo immer sie es finden und lassen nichts als eine leere, mit Finsternis und Bösartigkeit gefüllte Hülle zurück.” Meine Stimme zittert und ich kann fühlen, wie sich SEINE Schultern kurz anspannen, aber ER lässt mich nicht los. Nach wenigen Sekunden bittet mich der gefallene Engel zu erzählen, was in dieser Welt geschieht und ich komme dieser Bitte nach.
Die ganze Zeit, die ich dafür brauche und noch lange danach, liegen wir einander in den Armen und lasen nicht los. Ich will IHN nicht wieder gehen lassen! Das wird mir klar und krampfhaft versuche ich eine Lösung zu finden. Vielleicht würde ja Uriel mit sich reden lassen? Oder sollte ich Lucifer einfach wieder hier wegbringen mit den Schritt? Möglich ist es mir ja, aber im Moment bezweifle ich, dass ich weit kommen werde. ER hat Recht, ich habe viel meiner magischen Energie aufgebraucht und es wird Tage dauern, bis ich wieder ganz bei Kräften bin. Außerdem würde ich damit IHN dazu verdammen ewig auf der Flucht zu sein und ich würde einen Freund, den ich sehr lieb gewonnen habe verlieren. Irgendetwas muss ich doch tun können? Aber was nur?
Schließlich breche ich die Stille zwischen mir und dem gefallenen Engel. "Lucifer," meine Stimme zittert ein wenig," wie kann ich es verhindern?" ER löst sich ein wenig von mir, um mich anzusehen und ich sehe, dass ER weiß wovon ich spreche. Sachte schüttelt ER den Kopf. "Du kannst es

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Kommentare

Anariel schrieb am 2008-04-01 18:23:02:
Hallo Sturmkind,

na das freut mich ja sehr. Der nächste Teil ist (noch) in Arbeit...aber ich denke lang dauerts nicht.

Huhu The Shadow,
vielen Dank.
Hmm angefangen hab ich so zwischen 13 und 14 Jahren und nu bin ich noch 28, mal kurz rechnen....Huch, das sind ja schon über 14 Jahre.-staunt-

Hallo Jeiy,

Das freut mich sehr, dass ich das hinbekomme. Also das mit neuem Image und trozdem gefährlich bleiben lassen. War mein Ziel deisbezüglich und es ist schön, dass ich das anscheinden wirklich hinbekomme.
Hmm...ja dieses Buch, einen Teil Davon hab ich mir ja schon niedergeschrieben. Es wird vor allem Erklärungen liefern, denke ich. Mehr verrat ich jetzt nicht...;)

Mit lieben Grüßen
Eure Nomadin
Anariel
Jeiy schrieb am 2008-03-31 17:44:37:
Hi Anariel,
UIui, da hatteste Recht, es wurde ja wirklich noch einen kleinen Tatsch intensiever, aber im Grunde genommen habe ich genau so eine Entwicklung schon erwartet ^^
Du schaffst es wirklich Lucifer ein komplett neues Image zu verpassen und ihm trotzdem nichts von seiner bekannt gefährlichen Persönlichkeit zu nehmen. Das finde ich wirklich gut und ich bin schon gespannt zu erfahren, was es mit diesem Buch der Prophezeihungen auf sich hat! ^^
Mfg
Jeiy
The Shadow schrieb am 2008-03-31 15:59:03:
Oho...wirklich noch nen Tasch mehr. 8-)
Wieder sehr schön und auch ein wenig tragisch.
Wirklich, ich bewundere Deine Kreativität, deine Ideen und dein Talent. Wie lange schreibst du eigentlich schon?

LG
The Shadow
Sturmkind schrieb am 2008-03-31 15:58:44:
Ein wirklich wunderbar schöner Teil.. Du meine Güte, ich liebe diese Geschichte und bin wahnsinnig gespannt, wie es weitergehen wird!

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