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Kategorien > Fantasy > Düsteres & Geheimnisvolles

Schattenmacht 16

von Anariel, die Nomadin

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Die Cliffs of Moher

Ich sitze hoch hoben, auf den Cliffs of Moher und blicke sinnend in den Sonnenuntergang, der dem Atlantischen Ozean ein düsteres Rot verleiht. Hinter mir, über das Land kriecht Nebel heran und ich weiß, dass er heute Nacht ganz besonders dicht sein wird. Ich sitze direkt am Rand der Cliffs, irgendwo zwischen Hags Head und dem O´Brian Tower und lasse furchtlos die Beine in die Tiefe unter mir baumeln. Tief unten, dort brechen sich die wilden Wogen und donnernde Geräusch weht zu mir herauf. Der Wind ist heut nicht so stark, sondern nur ein kleines Lüftchen, dass sachte mit den langen Strähnen meines schwarzen Haares, die sich wieder einmal dem Zopf entwunden haben. Die Seevögel werden langsam leiser, während die Sonne immer tiefer sinkt. Ich mag diese wilden, rauen Orte, besonders wenn ich nachdenken muss.
Der ganze Tag war schnell vorüber. Zuerst ging ich die rufenden Seelen zu trösten, dann sah ich auf meinem Friedhof nach dem Rechten und auch nach Andreas, der sich wohl fühlt bei dem Pfarrer. Shanael hatte dem jungen Mann in der Nacht zurück nach Bonn gebracht und ihm geholfen ganz offiziell nach England einzureisen. Der Pfarrer freut sich über die unerwartete Hilfe und Andreas findet hier wieder ein wenig zu sich selbst. Nachdem ich ihm von Megan erzählt hatte wollte er sie kennen lernen, also nahm ich den jungen Mann mit zu den Cliffs.
Ein Lächeln erscheint auf meinem Gesicht. Die beiden jungen Leute verstehen sich prächtig, was mich sehr freut. Ich bin davon überzeugt, dass sie einander viel besser helfen werden, als ich oder auch ein anderer es jemals können wird. Die Beiden sitzen nun vermutlich bei Megan zusammen und reden, reden, reden. Mein Lächeln vertieft sich, aber nur einen Moment lang, denn die Erinnerung an die zurückliegende Nacht holt mich mit Macht ein.
Kurz berühre ich verträumt meine Lippen, dann fließt mir ein schwerer Seufzer aus der Kehle und mein Herz wird einen Augenblick lang schwer. Die Sonne steht nun schon deutlich tiefer und versinkt langsam in den wilden Wogen des Ozeans. Der Himmel wird dunkler. Irgendwo, an einem Ort, den ich nicht kenne, steht nun vermutlich Shanael und sieht wie ich selbst der Sonne bei ihrem Untergang zu. Es muss seltsam sein, sie zwar untergehen zu sehen, aber niemals aufzugehen. Denn wie ihr Bruder auch hat sie diese Welt zu verlassen, bevor die Sonne sich erneut am Himmel zeigt.
Mein Blick schweift erneut über den Horizont, bleibt an einigen Wolken hängen und wendet sich erneut nach innen. Sie wird wohl bald hier auftauchen, denn heute werden wir jagen und den Friedhof in Bonn von diesen Kreaturen säubern. Von Andreas weiß ich das der Engel, als die beiden in Bonn waren und er seine Sachen zusammengepackt hat, dort nachgesehen und festgestellt hat, dass sich anscheinend diese Phänomen noch auf den Friedhof beschränkt. Anschließend musste Shanael, während der junge Mann im Flugzeug saß, auf die Cliffs zurückgekehrt sein, denn dort hatte sie Megan getroffen und sich lange mit ihr Unterhalten. Vor allem über Brüder und die Schwierigkeiten, die man mit ihnen immer wieder bekam. Das wusste ich von Megan.
Sobald dann auch Uriel auftaucht würden wir drei nach Bonn gehen und unser Bestes tun, um die Bedrohung dort auszulöschen. Ein weiterer Seufzer schleicht sich über meine Lippen. So gerne ich dieses endlich hinter mir haben möchte, so sehr hoffe ich, dass ich erst noch mit Shanael alleine sprechen kann. Ich will nun endlich wenigstens ein klein wenig über dieses Buch wissen.
Erneut werfe ich einen Blick auf die untergehende Sonne, und bemerke, dass sie nun schon beinnahe verschwunden ist. Am Himmel wagen sich die ersten blassen Sterne hervor.
Der Nebel hinter mir wird nun noch dichter und schiebt sich sachte über die Cliffs, verhüllt mit einem zarten Ausläufer die Sicht und fällt dann tief hinab zum Meer. Als sich eine leichte, kühle Hand auf meine Schulter legt wende ich unerschrocken den Blick und betrachte freundlich die ältere Dame mit dem langen, langen grauen, weichen Haaren. Mit einem leichten Lächeln grüße ich die Nebelfrau. "Hallo Moira." Sie schenkt mir ein weichklingendes Lachen und lässt sich neben mir nieder, wobei ihre Haare, wie der nun dichte Nebel um uns herum, über die Kante der Klippen fließen.
"Hast du auf mich gewartet," fragt sie mich freundlich, "oder nachgedacht?" Ich lächle sie traurig an. "Beides." Meine Stimme klingt so traurig, wie ich mich in dem Moment fühle. Erneut blicke ich auf das Meer hinaus und obwohl ich aufgrund des Nebels nicht mehr viel sehen kann, ist mir klar, dass die Sonne nun ganz untergegangen ist. Moira hebt die Hand und streicht mir sanft die dichten Haare zur Seite, um mein Profil zu betrachten. "Mein Kind," meinte sie schließlich sanft, "du hast Seelenkummer und auch Herzenskummer, nicht wahr?" Ich nicke nur stumm und sie respektiert meinen Wunsch, nicht darüber zu sprechen. Einige Minuten sitzen wir nur schweigend nebeneinander und ihre Anwesenheit tut mir einfach gut. Schließlich aber erhebt sie sich wieder leise. "Ich," ihre Stimme ist immer noch sanft, "muss jetzt noch einige Schleier werfen, aber in etwa zwei Stunden bin ich wieder hier." Ich nicke erneut und danke ihr, dass sie uns heute Nacht wirklich unterstützen will. Dann sehe ich ihr nach, wie sich langsam die Cliffs entlangläuft und dabei den Nebel, wie einen Schleier, hinter sich her zieht. Kurze Zeit später ist sie einfach verschwunden.
Wieder wende ich meinen Blick den nunmehr vom Nebel verborgenen Ozean zu. Tief unter mir kann ich die Wellen noch brechen hören, doch vor mir breitet sich nur noch eine graue, dichte Decke aus, die meine Blicke nicht mehr durchdringen. Meine Gedanken schweifen erneut zu der vergangenen Nacht. Ich frage mich still, wo genau ER wohl festgehalten wird und was dort wohl mit IHM geschieht. Hundert Jahre, was für eine schrecklich lange Zeit! Ein weiterer Seufzer schleicht sich über meine Lippen und verklingt ungehört im Brechen der Wogen tief unter mir.
Einen Moment später nehme ich Shanaels Resonanz hinter mir wahr. Seltsam, denke ich, während ich meinen Blick umwende, seit neuestens scheine ich Resonanzen besser und noch schärfer wahrzunehmen.
Seit kurzem muss ich mich nicht einmal mehr wirklich konzentrieren um eine bestimmte zu finden. Außer natürlich ich bin abgelenkt, dann entgeht mir schon mal, ob ein Engel hinter mich getreten ist, wie oben auf dem Falkenstein.
Ich sehe Shanael an, lächle ihr entgegen und nehme sofort die scharfen Spitzen von Traurigkeit in ihr wahr. "Du bist traurig," stelle ich leise fest, "das alles, diese eine bestimmte Nacht, sie nimmt dich auch immer sehr mit, oder?" Der Engel nickt stumm, kommt zu mir und lässt sich niedersinken. Lange Sekunden blickt sie in den Nebel hinein, dann endlich spricht sie. "Ja," meint sie leise," es ist seltsam und es tut weh. Weißt du," sie sieht mich an, "nach dieser Nacht, da durchströmen SEINE Seelenqualen die ganze Hölle. Es ist schlimm für mich, dann

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Kommentare

Anariel schrieb am 2008-04-04 22:49:23:
Hallo Julia,
schön das es dir noch gefällt.

Huhu Nischi,
freut mich, das du auch weiterliest.
Toll, dass es dir so gut gefällt.

Meine liebe Jeiy,
Schön dass du die mytologische Geschichte interessant fandest. Irgendwann muss ich ja auch mal einige Erklärungen reinbringen, da bieten sich solche erzählte Geschichten gut an.
Ich kann jetzt schon versprechen dass es nach dem Zwischenkapitel, der nächste Teil is so eines, wieder richtig spannend wird.

Hi ella,
freut mich, dass du acuh weiterliest und es dir gefällt.
Der nächste Teil is schon raus, der üernächste in Arbeit. Lässt aber sicher nicht lange auf sich warten, hoffe ich.

Mit lieben Grüßen
und einen großen Dank an euch alle
Anariel
Ella schrieb am 2008-04-04 18:13:00:
Ohhhh....spannend.
Schnell weiter bitte.

Gruß Ella
Jeiy schrieb am 2008-04-04 15:12:20:
Ich kann Sturmkind nur zustimmen! Diese mythologische Geschichte war sehr interessant und ich warte gesapnnt darauf wann und wie es weiter geht! ^^
Also, immer schön weiter schreiben!
Mfg
Jeiy
Nischi schrieb am 2008-04-04 08:06:07:
ich konnte nun endlich weiter lesen und bin total begeistert.mach weiter so und bin auch total gespannd wie es weiter deht.

liebe grüße
Nischi
Julia schrieb am 2008-04-04 00:41:27:
Uiii, spannend.
Bitte schnell weiter.

LG Julia
Anariel schrieb am 2008-04-03 22:23:44:
Huhu Sturmkind,

ja klar, wenn ich es schon erwähne, dieses Buch. ;)
Hmm...ich denke die nächsten Teile werden wieder spannender werden. Hoff ich zumindest.
Freut mich, das dir die Geschichte offensichtlich noch gefällt.

Mit liebem Gruße
Anariel
Sturmkind schrieb am 2008-04-03 21:10:49:
Ahh! Das verrät wieder Spannung!
Soso, dann wird es wohl bald an der Zeit sein, das Buch zu suchen, nicht? =)

Weiter! Ich bin schon so neugierig.

Liebe Grüße
Sturmkind

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