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Kategorien > Fantasy > Düsteres & Geheimnisvolles

Schattenmacht 28

von Anariel, die Nomadin

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Eine halbe Stunde später erscheinen wir neben einem Brunnen auf einem großen, beinnahe Menschenleeren Platz. Außer diesem einen Brunnen gibt es hier noch einen zweiten, sowie einen Obelisken. Aber weder die Brunnen, noch die riesige Steinsäule interessieren mich sonderlich. Mein Blick ruht auf dem großen, palastartigen Gebäude direkt vor uns, dem Petersdom. Wir befinden uns nun auf dem Gelände des Vatikans und tief unter diesen Bauwerken befinden sich Katakomben, Gewölbe und Keller, in denen sich eine Vielzahl verschiedenster Dinge befinden. Dokumente und Objekte, viele davon magisch, die verborgen und unter Verschluss gehalten werden. Und unter all dem befindet sich auch das Buch der Prophezeiungen. Ich frage mich, wie wir wissen können, dass uns der Spiegel das richtige gezeigt hat. Aber es ist so, wir beide sind uns absolut sicher darin, dass er uns das richtige Buch gezeigt hat, obwohl wir es beide zuvor noch niemals gesehen haben.
Mein Blick schweift wieder an dem Gebäude entlang und ich frage mich wie wir da hinein kommen sollen. Es über den Schritt zu versuchen scheint mir sehr riskant, da ich diesmal wirklich den Ort nicht kenne, ihn noch nicht einmal sehen kann und daher es daher auch nicht abschätzen kann, wo ich nun wieder erscheine. Langsam wende ich mich ab und lasse meinen Blick schweifen.
Schließlich sehe ich Missa abwartend an. Die Dämonin blickt sich mit geweiteten Augen um und fühlt sich augenscheinlich sehr unbehaglich, was ich gut verstehen kann. Dämonen ist es sehr unangenehm an solchen Plätzen zu verweilen, oder sich Kirchen und ähnlichem auch nur zu nähern.
Missas unsteter Blick kommt langsam zu Ruhe und endlich sieht sie mich an. “Und wie kommen wir nun da rein?” Ihre Stimme klingt etwas rauer als sonst und ich zucke nur die Achseln. “Ich habe keine Ahnung,“ gebe ich zu, “aber irgendetwas wird uns schon einfallen. Sobald wir drinnen sind wird es hoffentlich etwas einfacher werden. Wenn es gar nicht geht können wir es auch über den Schritt versuchen, wobei ich das sehr riskant finde.“ Ich sehe sie aufmerksam an und die Frau nickt nur schweigend. “Ja,“ meint sie schließlich, “lass uns etwas näher gehen. Vielleicht ergibt sich etwas.“
So also nähern wir uns nun etwas und beschränken uns erstmal darauf das Gebäude und den Platz in genauen Augenschein zu nehmen. Langsam gehen wir auf die Einganstore zu und bleiben davor stehen. Mit zusammengezogenen Augenbrauen betrachte ich die massiven Türen. Wenn sie nicht verschlossen sind, dann könnten wir sie ja einfach aufmachen. Allerdings wäre das dann wirklich sehr auffällig und da hier Menschen leben, die sich vermutlich viel mit übersinnlichen auseinandersetzen, würde uns das sicher Aufmerksamkeit einbringen. Etwas, was wir hier nun gar nicht brauchen können. Mich selbst würde man sicher nicht entdecken, aber es gab mehr als eine Möglichkeit einen aus der Welt getretenen Dämon sichtbar zu machen und in unserem Fall ist das Missa.
Ich seufze lautlos und registriere amüsiert, das die Dämonin an meiner Seite eine ähnliche Reaktion zeigt. ein Kichern löst sich von meinen Lippen und Missa schüttelt den Kopf, wobei ihre Züge nun ein Lächeln zeigen.
Gerade sind wir uns einig geworden, dass wir es nun doch mit dem Schritt versuchen werden, als uns der Zufall zur Hilfe kommt. Über den Platz kommt eine Gruppe von Menschen auf uns zu. sie sehen nicht wie Touristen aus, benehmen sich aber beinnahe so. Doch vor allem die Männer in schwarzen Anzügen, von denen die elegant gekleidete Gruppe an Männern und Frauen begleitet wird, macht mir den Eindruck, als wären es wichtige Personen, die da auf uns zusteuern. Ich und Missa sehen uns erstaunt an, dann treten wir schnell zur Seite. Während die Menschen an uns vorbeigehen, ohne uns zu sehen, werfe ich der Leopardenfrau noch einen Blick zu und erkenne, dass wir die selbe Idee haben.
Sobald die letzte Frau an uns vorüber ist, treten wir ans Ende der Gruppe und schließen uns mit schnellen Schritten an. Auf diese Weise gelangen wir völlig unbemerkt ins Innere des Gemäuers. Sobald hinter uns die Türen geschlossen werden, bleiben ich und die Dämonin stehen. Ich muss noch einen der Anzugtragenden Männern ausweichen, dann entfernt sich die Gruppe von uns und geht weiter. Sinnend blicke ich den Menschen hinterher. Ich weiß nicht wer oder was sie sind, aber im Endeffekt ist das auch egal. Missa und ich sind zumindest jetzt schon einmal im Inneren der Kirche. Ich wende mich der Dämonin zu und staune, wie blas sie geworden ist.
Missa schluckt trocken und bemerkt meinen fragenden Blick. "Es," ihre Stimme ist noch einmal etwas rauer geworden, "fühlt sich nicht besonders schön an. Um ehrlich zu sein, ich fühle mich sehr, sehr unwohl und beobachtet." Ein hilfloses Lächeln erscheint kurz auf ihrem Gesicht. "Ich finde solche Orte einfach nur gruselig." Ich lache leise auf und strecke ihr die Hand entgegen, die sie prompt ergreift. "Das," meine ich, "geht mir ganz ähnlich." Ich ziehe die mich staunend musternde Dämonin zur Seite weg, so das wir nicht mehr völlig in der Mitte des Eingangs stehen. "Wie meinst du das?" Missas Stimme ist wieder etwas fester geworden. "Das mit dem Gruselig," antworte ich, "das geht mir genauso." Die Augen der Dämonin mustern mich scharf. "Das verstehe ich nicht. du stammst doch aus dem Achtzehntem jahrhundert, oder? Waren da nicht alle Menschen nicht furchtbar gläubig?" Ich unterdrücke ein Kichern über ihren irritierten Gesichtsausdruck und überlege, wie ich ihr am besten erklären soll, wie ich zu Gott stehe. "Hmm.... in Ordnung. Ja Missa das stimmt, zu dieser Zeit waren die Menschen sehr gläubig und wer es nicht war, der konnte schon mal auf dem Scheiterhaufen landen." Ich halte kurz inne und sehe sie ernst an. "Viele nennen und nannten ihn doch auch Herr oder Vater, ja?" Die Dämonin nickt und ich fahre leise fort. "Für mich persönlich war er nie dergleichen. Er war und ist für mich persönlich eben nur ein Schöpfer, ein Erschaffer, der zufälligerweise meine Rasse erschaffen hat und dann einfach irgendwann aufgehört hat sich um uns zu kümmern." Missa nickt langsam. "Heute, Missa benutzen doch viele Frauen das Wort Erzeuger in Bezug auf die Väter ihrer Kinder, ja?" Sie nickt erneut. "Siehst du, und genau in diesem Sinne benutze ich in Bezug auf Gott die Worte Erschaffer oder Schöpfer. Seit ich allerdings aus der Welt genommen, damit übernatürlich geworden bin und erfahren habe, dass es viel mehr Götter als ihn gibt habe ich die Bezeichnung angenommen, die die meisten übernatürlichen Wesen benutzen. Also nenn ich ihn nun Schöpfergott." Missa nickt erneut, diesmal aber heftiger. "ich verstehe," murmelt sie, "doch was hat das damit zu tun, das solche Orte auch für dich gruselig sind?" Sie wirkt nachdenklich und auf meinem Gesicht ist nun ein sehr ernster, beinnahe trauriger Ausdruck erschienen. Mein Blick schweift durch den großartigen Innenraum des Doms. "Weil sie so groß sind," meine ich mit leiser Stimme, " und so

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Kommentare

The Shadow schrieb am 2008-04-29 01:01:26:
Ich stimme Jeiy voll und ganz zu.
Diese Geschichte ist einfach grandios und genial geschrieben. Vor allem fasziniert mich noch immer, wie du es auf die Reihe bekommst immer noch so spannend aus der IchPerspektive und der Gegenwart zu schreiben. Also darauf kannst du dir echt was einbilden, das bekommt nicht jeder so gut hin.

Bin gespannt auf den nächsten Teil. Also bitte schnell weiterschreiben.

LG
The Shadow
Anariel schrieb am 2008-04-28 22:55:30:
Huhu Wurm,
freut mich, dass es dir immer noch gefällt. Irgendwie liegt mir auch diese Geschichte besonders.
Hmm...du hast wirklich einen guten Blick.
nun denn, der nächste Teil ist schon in Arbeit.

Hi Jeiy,
Es freut mich wirklich unglaublich dass dir die Geschichte so gut gefällt und das ich es anscheinend hinbekomme sie fesselnd zu gestalten.
Wie gesagt, der nächste teil ist schon wieder in Arbeit und hat mal wieder ne kleine Überraschung auf Lager.

Mit lieben Grüßen
Anariel
Jeiy schrieb am 2008-04-28 17:41:01:
Ja, ich bins schon wieder ^^
Also, so langsam weiß ich wirklich nicht mehr, was ich noch sagen soll?!
Diese Geschichte ist einfach nur toll! Egal, ob es gerade actionreich, ruhig, lustig oder dunkel ist, alles gefällt mir! ^^
Ich freu mich also demnach - wie immer - schon auf den nächsten teil ^^
Mfg
Jeiy
Wurm schrieb am 2008-04-28 12:42:30:
Hallo Anariel
mal wieder super geschrieben. Echt.
Und an einer Stelle abgebrochen, an der man irgendwie vermuten muss, dass sie abgefangen werden oder sonst was schlimmes passiert.
Bitte bald weiterschreiben.
Viele Grüße;
Wurm

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