Schattenmacht 3
von
Anariel, die Nomadin
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Ein kleiner, barocker Friedhof im Norden Englands
Erschöpft lasse ich mich auf einer Bank nieder und blicke Uriel hinterher, der mich noch hier her begleitet hat und sich dann in den Himmel schwang. Kurz kann ich noch seine Silhouette gegen den dunklen Himmel sehen, dann verschwindet er . Er wird die Engel warnen vor.... ja vor was eigentlich? Ich habe keine, aber wirklich absolut keine Ahnung was wir da vor etwa zwei Stunden in New York auf diesem kleinen Platz gesehen und zerstört hatten. Es war zerstört, Shanael hatte es ganz und gar verbrannt. Zumindest konnte ich nach dem Feuersturm, den sie entfacht hatte, nichts mehr von dieser verzerrten Falschheit wahrnehmen. Aber was war es eigentlich? Das frage ich mich noch immer.
Ein Gähnen zwingt mir die Lippen auseinander. Ich glaube das letzte Mal, dass ich so müde war, ist jetzt schon fünfzig Jahre her.
Es ist seltsam, ich muss nicht essen und nicht trinken, aber ich kann müde werden und sogar so etwas ähnliches wie schlafen. Eigentlich ist es eher wie ein Dösen und kein wirkliches Schlafen. Jedenfalls bei mir. Engel schlafen tatsächlich, was ich von Uriel weiß. Nicht so oft wie Menschen und auch nicht so lang, aber sie tun es tatsächlich. Ich selbst lege mich nur alle paar Tage für einige Stunden nieder. Ich bin selten wirklich müde, aber heute, heute bin ich wirklich erschöpft.
Ich erhebe mich und laufe langsam über die gepflasterten Wege bis ich an meinem Grab angelangt bin. dort bleibe ich stehen und betrachte den im Stein gemeißelten Namen, meinen Namen. Einen kurzen Moment werde ich traurig. Selbst Lucifers Engel hat einen Namen, aber mir hat keiner, nachdem ich etwas Übernatürliches wurde einen gegeben. Irgendwie macht mich das traurig. Aber nein das stimmt ja gar nicht, ich habe ja so etwas ähnliches wie einen Namen erhalten. Von IHM, denn er nannte mich Hoffnung. Die Erinnerung zaubert ein kleines Lächeln auf mein Gesicht. Bald schon würde ich IHN wiedersehen. In nur fünf Tage würde sich wieder ein Jahrhundert vollenden und ich würde da sein, IHN wieder in die Arme schließen und IHM das geben, was nur ich IHM geben konnte.
Langsam wird der Himmel heller und der Morgen graut. Der Rabe in der alten Linde erwacht und stößt ein verschlafenen, rauen Schrei aus. Ich wende mich von meinen Grab ab und gehe langsam weiter. auf der alten, halbverfallenen Steinmauer sitzt die graue Katze und putzt sich. Als sie meiner ansichtig wird, springt sie von ihrem Platz herunter, umschmeichelt mir die Beine und begleitet mich schließlich. Mein Ziel ist ein kleines Mausoleum, in dem eine sehr freundliche Frau beerdigt ist. Ich kannte sie schon, als ich noch Mensch war. Sie starb nur zwei Tage nach meinem Verschwinden und sie war die erste Seele, die ich in die Arme nahm.
Damals war ich einfach nur auf der Suche nach an einem Ort, an dem ich mich zurückziehen konnte und kam an diesem Mausoleum vorbei. Davor saß sie und blickte mir staunend entgegen und sie staunte noch mehr, als ich sie freundlich ansprach.
Sie war traurig und ich nahm sie in die Arme. Sie machte sich Sorgen um ihre Tochter und das sie dieser nicht mehr einen bestimmten Brief hatte geben können. Ich ließ mir von ihr genau beschreiben wo dieser Brief sei und versprach, das ich versuchen würde, ihn ihrer Tochter irgendwie zuzuspielen. Sie freute sich, ihre Traurigkeit fiel von ihr ab und als sie mich nach mir frage, erzählte ich meine Erlebnisse. Ich werde nie vergessen, wie sie mir daraufhin die Schulter tätschelte und meinte, dass wenn ich tief im Innersten fühlen könne dass etwas richtig ist, es das auch sei. Als Uriel kam, um sie mit sich zu nehmen, ging sie lächelnd, aber zuvor meinte sie noch, das ich doch ihr Mausoleum benutzen könnte, wenn ich einen Platz zum ruhen suche. Es war auch das erste mal, dass ich Uriel alleine antraf und der Engel lächelte mich mit seinem typischen, sanften Lächeln an.
Noch erstaunter war ich allerdings, als er nur kurz später wieder bei mir auftauchte und mir anbot, mir zu helfen meinen Ruheort herzurichten. Ein Angebot, das ich zu dieser Zeit gerne annahm. Ich hielt mein Versprechen und schaffte es tatsächlich der Tochter den Brief ihrer Mutter zuzuspielen. Fünf Jahre später, nachdem sie an einer Lungenentzündung gestorben war, nahm ich sie selbst in die Arme. Uriel hatte sein Angebot ernst gemeint und half mir sehr. Das war der Beginn unserer Freundschaft.
Ich weiß bis heute nicht, was die anderen Engel und der Schöpfergott davon halten, das sich der Todesengel mit mir angefreundet hat, aber ich denke nicht, dass er deswegen Schwierigkeiten bekommen hat. Auch wenn ich glaube, das Michel es nicht gerne sieht.
Mittlerweile habe ich das Mausoleum erreicht. Ich betrete es, gehe zur hinteren Wand und öffne dort die verborgene Klappe, durch die man über eine schlichte Treppe das Gewölbe darunter betreten kann. Klappe, Treppe und Gewölbe waren schon vor mir da. Ich habe bis heute noch nicht den Sinn darin erkannt, einen geheimen Raum unter einem Mausoleum einzurichten, aber für mich ist es praktisch. Mittlerweile sind alle, die es vielleicht gewusst hatten schon längst nicht mehr unter den Lebenden und außer Uriel, weiß Nichts und Niemand wo mein Ruheort liegt. Was mir ganz recht ist.
Ich schreite langsam die halbe Treppe hinunter, dann drehe ich mich um und greife nach der Klappe, die Innenseitig einen Griff aufweist und hebe sie wieder an ihren Platz. Ich bin vielleicht nicht so stark wie ein Engel, aber auch meine körperlichen Kräfte sind um einiges gewachsen, seit ich aus der Welt genommen wurde. So fällt es mir nicht sonderlich schwer die dicke Steinklappe wieder an ihren Ort zu bringen. Gebückt steige ich die letzten Stufen in völliger Finsternis hinab. Ich brauche nicht mehr unbedingt Licht, selbst in tiefer Dunkelheit kann ich noch relativ gut sehen. Dennoch nehme ich das Päckchen Streichhölzer am Fuß der Treppe auf und entzünde die dort stehende, dicke, weiße Kerze. Ich nehme sie hoch und trete in dem nunmehr weichen Licht weiter in den Raum hinein. Am anderen Ende befindet sich eine gemauerte Bank und darauf habe ich Decken und Kissen gehäuft, um es bequem zu haben. Daneben steht ein kleiner, kniehoher Tisch, an einer der Wände ein Schreibtisch mit Stuhl und auf dem Tisch liegen einige Bücher. Das ist alles. Einiges habe ich gefunden, vor allem die Decken, das Meiste jedoch hat der Todesengel für mich besorgt. Ein Lächeln gleitet über mein Gesicht. Lange Zeit hatte ich mich gefragt, warum ausgerechnet ein Engel mit mir befreundet sein möchte, aber irgendwann habe ich es aufgeben.
Müde stelle ich die Kerze auf dem kleinen Tisch ab, hänge meinen feuchten Umhang über den Stuhl und setze mich auf mein Lager. Die graue Katze hat mich bis hier herunter begleitet und springt nun auf meinen Schoß. Liebevoll kraule ich das Tier und frage mich immer noch, warum ich so erschöpft bin. Was an diesem Erlebnis in New York hat mich so sehr erschöpft?
Vermutlich waren es die fremden, so intensiven Emotionen die
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Kommentare
Anariel schrieb am 2008-03-14 22:01:59:
Hallo Julia,
lach, das is schon in Ordnung, habe es gelesen und mich sehr gefreut.
Auch hier nochmal ein Danke.
Hallo Nischi,
Vielen Dank für dein Kompliment. Schön das ich es fesselnd hinbekommen habe.
Der vierte Teil ist schon draußen, der fünfte bereit wieder in Arbeit. Werde versxuchen ihn noch heute Nacht reinzustellen.
Mit liebem Grüßen
Eure Nomadin zwischen den Welten
Anariel
Nischi schrieb am 2008-03-14 13:23:03:
Ein riesen großes kompliment das ist ja total fesselnd und bin auch schon ganz gespannt auf dasnächste kapitel.
liebe grüße Nischi
Julia schrieb am 2008-03-14 06:35:53:
Öhm...wie peinlich. habe gerade Schattenmacht 2 kommentiert, dabei wollt ich ja meinen Kommi hier her schreiben.
Also mein Kommi vom 2. Teil gehört hier her. Bitte schreib schnell weiter!
LG
Julia
Anariel schrieb am 2008-03-14 05:20:12:
Hallo The Shadow, Hallo Lilly,
freut mich, das ich euch so fesseln kann. Der vierte teil ist eben rausgegangen und der fünfte bereits in Arbeit.
Mit liebem Gruße
eine Musengeplagte Anariel
The Shadow schrieb am 2008-03-13 01:03:47:
Hallo Anariel,
Mareike und Jeiy haben recht, das Ende diesen Teils ists sehr spannend. Ich schließe mich also der allgemeinen Bitte an. Schreib schnell weiter!
LG The Shadow
Lilly schrieb am 2008-03-12 21:23:05:
so, alles durch.... bitte schreib schnell weiter!!
Anariel schrieb am 2008-03-12 19:40:04:
Hallo Mareike,
freut mich, das ich es spannend machen konnte. Der nächste Teil ist schon in Arbeit.
Huhu Jeiy,
Na das ist ja jetzt wirklich lusitg.-lach- Die sind nicht verbunden, diese Musen, die sind Verwandt, ganz eindeutig! ;)
Freut mich, das es dir noch immer gefällt und es ist schön, das ich die nötige spannung reinbringen kann.
Der nächste Teil ist schon in Arbeit, kann aber vielleicht mal nen Tag länger dauern.
Mit liebem Gruße
Anariel
Jeiy schrieb am 2008-03-12 14:31:39:
Hi Anariel,
das ist ja witzig, ich hatte mir Uriel seltsamerweise ebenfalls mit hellbraunem Haar, das etwa kinnlang ist vorgestellt! Unsre Musen scheinen echt miteinander verbunden zu sein ^^
Das Ende dieses Teiles ist auf jeden Fall sehr spannend, ich freu mich schon drauf zu erfahren, was mit Uriel passiert ist. Also, schrieb schnell weiter ^^
Mfg
Jeiy
Mareike schrieb am 2008-03-12 11:31:18:
Uhhhh....jetzt machst du es aber wirklich spannend.
Jetzt will man natürlich wissen, was Uriel passiert ist.
Bitte schreib ganz schnell weiter.
LG
Mareike
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