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Kategorien > Fantasy > Düsteres & Geheimnisvolles

Schattenmacht 4

von Anariel, die Nomadin

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Die Stunden scheinen dahin zu schleichen und ich bin noch immer nicht ganz ausgeruht. Lange betrachte ich Uriel und mache mir Gedanken. Was oder wer hatte den Engel nur so zugerichtet?
Ich mache mir wirklich Sorgen, aber im Moment kann ich nicht viel mehr tun, als zu warten bis Uriel wieder zu sich kommt. Etwas später, es ist mittlerweile Mittag, nehme ich die graue Katze hoch und gehe den Schritt zwischen hier und dort, um an den kleinen Brunnen des Friedhofes zu gelangen. Ich brauche weder Nahrung noch Flüssigkeit, aber Engel brauchen das tatsächlich. Genauso wie sie schlafen müssen, müssen sie auch essen und trinken. Zwar braucht es sehr, sehr lange, bis ein Engel verhungert oder verdurstet ist, aber es ist tatsächlich möglich. Ich finde das seltsam. Warum ist das bei mir anders, wenn doch selbst Engel auf solche Dinge angewiesen waren?
Aber ich hatte, seit ich aus der Welt genommen wurde noch nicht einmal Hunger oder Durst, noch nicht einmal die Lust etwas zu mir zu nehmen. Langsam schüttle ich den Kopf. Im Endeffekt ist es auch egal. Aber ist es das auch wirklich? Was sagt das über mich?
Ärgerlich schüttle ich erneut den Kopf und verbanne die Fragen aus meinen Kopf. Ich habe mich schon oft gefragt und immer noch keine Antwort gefunden. Als ich Uriel darum fragte schien er verblüfft. Er wusste das nicht! Außerdem habe ich jetzt andere Probleme.
Der Engel würde, sobald er zu sich kam, wohl Durst haben. Also wäre es besser ich habe dann zumindest etwas Wasser für ihn. Ich gehe die wenigen Schritte zum Brunnen und warte erst einmal, denn eine der Lebenden füllt dort ihre Gießkanne. Während sie vorne über gebeugt dasteht setze ich die Katze auf dem Boden. Sie streicht mir noch einmal um die Beine, dann spaziert sie mit hoch erhobenen Schwanz gemächlich davon. Ich muss lächeln, während ich ihr hinterher blicke. Ob sie wohl ein Zuhause hat?
Es ist ein schöner, sonniger Spätherbsttag und es sind erstaunlich viele Menschen auf dem kleinen Friedhof, den ich wohl mein Zuhause nennen kann. Irgendwie bin ich hier ja jetzt Zuhause. Der hübsche, steinerne Friedhofsbrunnen wird aus einer Quelle gespeist. Von daher ist sein Wasser klar, rein und müsste zum verzehr geeignet sein. Allerdings habe ich nun ein anderes Problem, denn woher bekam ich nun ein sauberes Gefäß?
Ich weiche einem anderen Lebenden aus und lasse mich schließlich auf einer kleinen Mauer in der Nähe nieder. Müde streiche ich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und denke nach. Bisher habe ich mich nicht mit solchen Problemen auseinandersetzen müssen. Also, woher bekomme ich jetzt ein sauberes Gefäß? Aus einer Gießkanne kann ich Uriel ja schlecht trinken lassen.
Vielleicht würde ich ja bei dem derzeitigen Pfarrer fündig werden. Vor etwa hundert Jahren hatte man ein kleines Pfarrhaus in der Nähe der Kirche und damit auch in der Nähe des Friedhofes gebaut. Seither lebte dort immer wieder einmal ein Priester. Der jetzige Pfarrer ist ein etwas rundlicher, älterer, kleiner Mann, mit einem offenen, freundlichem Gesicht und einem herzlichem Gemüht. Er beschäftigt sich sehr gerne in dem kleinen Garten des Pfarrhauses. Ich weiß das, weil ich ihm schön öfter an schönen , sonnigen Tagen dabei zugesehen habe. Für gewöhnlich setze ich mich dann in die große Eiche, die gleich neben dem Garten steht. Ich laufe normalerweise ungern am Tag herum.
Nicht, weil mich vielleicht jemand sehen würde, sondern weil ich dann so vielen Lebenden ausweichen muss, die mich nicht sehen. Außerdem zeigen sich die Seelen der Toten viel eher in den dunklen Stunden. Für gewöhnlich folge ich der Nacht, wie ein Schatten, durch die ganze Welt und kehre nur hier her zurück, um zu ruhen. Aber manchmal bleibe ich dann länger. Dann sehe ich am Tage den Lebenden zu, wie sie ihr Tagwerk verrichten und ganz besonders gerne sehe ich dem Pfarrer beim gärtnern zu. Vor allem weil ich in der Eiche einen sicheren platz habe, von wo ich zusehen kann, aber niemanden in die quere komme. Wie gesagt, ich mag es nicht, wenn die Lebenden durch mich hindurchgehen. Das fühlt sich sehr, sehr unangenehm an. außerdem wird mir dann immer besonderst stark bewusst, das ich nicht mehr wirklich in dieser Welt bin.
Ich schüttle erneut den Kopf. Meine Existenz ist schon sehr seltsam. Aber mein Problem habe ich immer noch nicht gelöst. Ich denke aber, das der Pfarrer heute sicher in seinem Garten sein wird und wie immer wird er auch eine Kanne mit Eistee oder ähnlichem herumstehen haben.
Diese kann ich mir sicher ausleihen. Ich kann natürlich nicht fragen, aber ich habe ja auch nicht vor das Gefäß zu behalten. Ich habe schließlich keine große Verwendung dafür. Mein Entschluss steht fest, ich stehe wieder und gehe den Schritt zwischen Hier und Dort.
Ich blicke mich aufmerksam um und weiche dann etwas weiter an die Eiche zurück, bei der ich erschienen bin. Verwundert betrachte ich die vielen Menschen im Garten des Pfarrhauses. irgendeine Art von Party findet dort statt und als ich ein Geburtstagslied höre, weiß ich auch was für eine. ein Lächeln hutscht über mein Gesicht, verschwindet dann aber gleich wieder. ich weiß nicht ob ich das nun einen glücklichen Zufall nennen soll, oder einen unglücklichen. Zum einen stehen mindestens ein halbes duzend verschiedener Saftkannen herum, andererseits sind hier aber auch viele Menschen.
Ich frage mich, wie ich mich durch all diese Menschen bewegen soll, ohne dass einer durch mich hindurch läuft. Gerade habe ich mich abgefunden das ich das nicht verhindern kann, als sich das Fest doch als Glück entpuppt. Einer der Gäste stellt eine leere Glaskanne und ein Glas unachtsam nahe des Zauns ab, nicht weit von mir entfernt. Ich nutze die Gelegenheit.
Zurück am Brunnen spüle ich Glas, sowie Kanne gründlich aus und fülle sie dann anschließend mit klarem Wasser. Dabei achte ich sorgsam darauf, sie nicht loszulassen, denn sonst sind die Dinge sofort wieder für die Lebenden zu sehen. Ich wende mich ab, weiche einer Frau aus und gehe erneut den Schritt zwischen Hier und Dort und erscheine diesmal gleich in meinem Ruheort. Leise stelle ich die gefüllte Kanne auf meinem Schreibtisch ab und sehe nach Uriel. Er schläft noch immer sehr, sehr tief, aber zumindest sehen seine Verletzungen schon viel besser aus. Ich öffne die Schublade des Schreibtisches, hole eine neue Kerze hervor, stelle sie auf und entzünde sie. Dann setze ich mich wieder auf den Stuhl und nehme mir eines meiner Bücher, um zu lesen.

Als der Abend naht rührt sich Uriel endlich und setzt sich schließlich stöhnen auf. sofort erhebe ich mich und bin bei ihm. "Uriel, wie geht es dir?" Er blinzelt mich erschöpft an. "Es geht, glaube ich." Seine Stimme ist rau und brüchig. Er sieht sich verwirrt um. "Wie bin ich ....?" Ich lächle ihn an. "Du bist oben im Mausoleum aufgetaucht und fast zusammengebrochen. Ich habe dich gehört und dann runter gebracht." Ich stehe wieder auf und hole ihm ein glas Wasser, während ich weitererzähle. " Nachdem ich dich auf mein Lager verfrachtet

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Kommentare

Anariel schrieb am 2008-03-17 00:32:29:
Hi, The Shadow,

Freut mich, dass du es spannend findest.
Öhm, mal kucken...ich glaub tatsächlich, du bist der einzige männliche Vertreter, der hier kommentiert. Sicher bin ich mir aber nicht.

Hallo Lucia,

doch nur in groben Zügen.-augenverdreht- Was nichts anderes heißen will, als das sie bestimmt länger wird. Nun Lucia, sie spielt ja nicht so ganz in der Realität, sondern eher auf einer Ebene daneben, nur eben in der jetzigen Zeit.-grins-
Freut mich, dass es dir anscheinend dennoch gefällt.

Hallo liebe mareike, Lilly und Julia,

es ist schön, wenn ich euch fesseln kann mit dieser Geschichte. Der nächste Teil ist schon raus und der sechste schon in Arbeit.
Danke euch für eure Kommis.

Mit lieben Grüßen
Anariel
Julia schrieb am 2008-03-16 15:42:54:
Oh wow, du schreibst so fesselnd. Das ist der Wahnsinn, ich will weiterlesen!
Bitte schreib ganz schnell den nächsten Teil.

LG
Julia
LIlly schrieb am 2008-03-16 11:19:23:
Super schön.... klasse... bitte schreibe ganz schnell weiter!!!!
Mareike schrieb am 2008-03-16 10:46:05:
Ohhhh, das ist wirklich total spannend.

LG
Mareike
Lucia schrieb am 2008-03-15 10:18:15:
Hallo,
Jeiy muss unglaublich viel Zeit für Anariel haben. :) Jetzt bin ich auch wieder aktuell. *froi*
Und kann sagen, dass ich wie immer gespannt auf Fortsetzung bin. Zwar ist es mir persönlich lieber, wenn Fantasystories in einer Fantasyumgebung spielen, aber in der Realität kann man auch tolle Geschichten schreiben. Von daher gewöhne ich mich schon dran. ^^
Die ganze Story im Kopf? Dann kann se nicht so lang sein, oder doch?
Lg, Lucia
The Shadow schrieb am 2008-03-15 07:50:42:
Hi Anariel,

Stimme Jeiy zu, es wird wirklich spannend. wieder ein sehr schöner Teil. Bitte schnell weiterschreiben!

Ähh..., kann es sein, daß ich der einzige Kerl bin, der diese Geschichte kommentiert?(unauffällig umsieht)

LG The Shadow
Anariel schrieb am 2008-03-14 22:06:21:
Hallo meine liebe, treue Jeiy,

freut mich, das es dir immer noch gefällt. Hmm, das wird noch sehr spannend und es warten, wie üblich noch so einige Überraschungen.
Ich denke nicht, das mich die Musen nu verlassen, ich hab tatsächlich schon die ganze Story in groben Zügen im Kopf, muss das nur noch ausarbeiten.
Der nächste Teil ist schon in Arbeit, vielleicht kann ich ihn sogar heut noch raus geben.

Mit liebem Gruße
Anariel
Jeiy schrieb am 2008-03-14 14:44:13:
Ja, ich bins wieder ^^
Wie gesagt ich mag diese Geschichte sehr und sie verspricht auch noch sehr sehr spannend zu werden. Ich hoffe doch, dass die Musen dich jetzt nicht verlassen werden. Das wäre wirklich schlimm! ^^
Ich freu mich schon auf den nächsten Teil! ^^
Mfg
jeiy

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