Schatzi-Mausi & Ich: Bedenken beim (B.)Schenken
von
RHAZARD
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„Du, Schnucki?“ Mein Schatzi-Mausi kam zu mir rüber und setzte sich neben mich auf die Couch. „Was wünscht du dir eigentlich von mir zu Weihnachten?“ Wenn ich ehrlich sein soll, brauche ich bei Fragen dieser Art nicht lange zu überlegen. Aber ist es immer das Richtige, wenn man(n) sagt, was man(n) denkt? Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass es oft falsch ist. Eigentlich immer. Jedoch habe ich eine Freundin, die sehr auf Ehrlichkeit in unserer Beziehung steht. Darum entschloss ich mich, ihr meinen tiefsten Herzenswunsch zu offenbaren. Auch wenn es taktisch unklug und frei jeder Art diplomatischen Geschicks sein sollte. Ich sagte:
„Analsex!!“ Und Schatzi-Mausi lächelte milde. Außerdem hat sie noch übertrieben genickt. Jaja. Sie hielt es für einen Scherz. Nahm mich mal wieder nicht ernst. „Was wünscht du dir wirklich von mir zu Weihnachten?“
„Sagte ich doch schon!“, wiederholte ich mutig mein Ansinnen: „Analsex!!“ Schatzi-Mausi presste die Lippen aufeinander und verdrehte die Augen.
„Such´ dir was anderes aus. Anal gibt’s bei mir nicht. Mein Arsch bleibt Jungfrau!“ Und nachdem dieser Sachverhalt dann, ihrer Meinung nach, soweit (zu meinen Ungunsten) geklärt worden war, hatte ich genügend Zeit, mir über andere Dinge Gedanken zu machen. Es weihnachtete bereits schwer. Und das ist nicht gut. Alle Jahre wieder. Immer dasselbe. "Last Christmas!", säuselte George Michael in diesem Moment auf MTV. "I gave you my ..." An dieser Stelle dachte ich mir, dass es eine gute Idee wäre, den Fernseher kurz mal auf lautlos zu schalten. Das tat ich auch. ;-) Schon besser.
Für einen Moment herrschte Stille - Stille Nacht. Dummerweise griff sich Schatzi-Mausi dann die Fernbedienung und erhöhte die Lautstärke wieder. :-( Wie schön, zu wissen, dass sie sie mochte, diese Schnulze von Wham! Gönnen wir ihr doch einfach diese Freude und beneiden in diesem Moment alle Menschen auf dieser Erde, die schon stocktaub zur Welt gekommen waren.
Aber nun zu etwas gänzlich anderem:
Viel Zeit für den Einkauf von Geschenken habe ich nicht mehr. Dem Weihnachtskalender zufolge, den Schatzi-Mausi aufgehängt hatte, war Heilig Abend zwar schon längst wieder vorbei, aber das war eine andere Zeitrechnung. Sie hätte einfach keinen mit kleinen Schokoladenstückchen drin kaufen sollen. Dann hätte ich mich auch ohne Probleme an den normalen Verlauf der Zeit halten können. Von wegen jeden Tag nur ein Türchen aufmachen und so. Aber unter diesen Umständen war es sehr schwer bis absolut unmöglich, jedes mal volle vierundzwanzig Stunden aufs Neue zu warten, bis man(n) das nächste Türchen aufmachen durfte, um das nächste Schokoladenstückchen rausholen zu können. Glücklicherweise hat Schatzi-Mausi es bis jetzt nicht gemerkt. Ich habe die Türchen fein säuberlich wieder zugeklebt. :-)
Aber nun zurück zum eigentlichen Thema: Es geht jetzt und hier schließlich um nichts geringeres, als ein Geschenk für mein Schatzi-Mausi! Das Problem hierbei war nur: Was sollte es denn bitteschön sein? Im Grunde konnte ich nur mit voller Sicherheit sagen, was ich mich nicht trauen durfte zu schenken. Und das machte mir Bedenken. Hände weg von Socken, Reizwäsche und Diätschokolade! Wer Wert auf friedliche Weihnachten legt, sollte davon die Finger lassen. Nach meinen Erfahrungswerten ist die Gefahr, den Geschmack, den Qualitätsanspruch oder noch schlimmer, die Konfektionsgröße der Beschenkten meilenweit zu verfehlen unwahrscheinlich hoch. Auch die Idee eines Gutscheins ist nicht sooo toll. Das war zwar letztes Jahr sehr praktisch, weil sich Schatzi-Mausi in der Parfümerie einen Nuttendiesel aussuchen konnte, den ich nicht an ihr riechen konnte und wollte ... Aber sie fand, dass es einfach nicht dem sogenannten Geist von Weihnachten entsprechen würde. Außerdem, so hat sie argumentiert und mich damit sehr in Verlegenheit gebracht, sollte man in einer Beziehung doch wissen, was der Lebensgefährte, bzw. die Lebensgefährtin geschenkt bekommen will. Haushaltsgeräte sind ebenfalls schlecht. Obwohl Schatzi-Mausi eigentlich ein neues Bügeleisen gebrauchen könnte. Das alte ist schon seit geraumer Zeit kaputt. Trotzdem, die Gefahr, dass sie am Heilig Abend sauer auf mich sein könnte war viel zu groß. Sie wird sich das Ding selber kaufen müssen. Oder sollte man(n) vielleicht gar nix verschenken? Nach dem Motto. Wir haben doch alles! Was brauchen wir mehr zum Glückseligsein, außer uns? Das dürfte dann aber bei näherer Überlegung in etwa so wohltuend sein, wie eine anale Vergewaltigung mit einem heißen Lötkolben. Oder zumindest so ähnlich ... Während ich noch so vor mich hinsinnierte, bemerkte ich plötzlich zu meinem größten Erstaunen, dass Schatzi-Mausi mit mir sprach. Immer noch, oder schon wieder? Ich sollte wohl mal zuhören.
„Du, Schnucki?“, richtete meine Lebensgefährtin dann abermals das Wort an mich. „Ich muss dir was gestehen: Ich hab´ da jetzt echt ein Problem!“ Allerdings wäre Schatzi nicht mein Mausi wenn sie nicht dafür schon eine Lösung parat haben würde, so wie ich sie kannte.
„Was denn?“ Glücklicherweise war der „Last Chrismas“-Clip auf MTV inzwischen zu Ende.
„Ich tu´ mich echt schwer, dir was zu schenken!“ Unwillkürlich musste ich grinsen. Es tat gut, dass ich mit meinen Problemen nicht alleine war. Von wegen geteiltes Leid ist halbes Leid und so.
„Ach, Schatzi-Mausi“, sagte ich daraufhin gönnerhaft. „Du musst mir doch nichts schenken! Ich hab doch alles!! Was brauch´ ich denn mehr zum Glückseligsein, als dich?“ Sie sah mich an. Skeptisch. Stirnrunzelnd. Dann biss sie sich auf die Unterlippe. Irgendwie war es doch genau das, was sie hören wollte, oder? Ungeklärt blieb vorerst nur, warum sie sich dann nicht freute.
„Dann schenken wir uns dieses Jahr nichts zu Weihnachten?“, fragte sie mich vorsichtig, den Kopf schiefergelegt. Ich biss mir von innen auf die Backen, um nicht zuuu fröhlich auszusehen. Erklärte ihr dann, so ernst, wie möglich, dass Geschenke nicht so wichtig wären. Darauf kommt es doch nicht an. Nicht wirklich. Es entspricht doch vielmehr dem Geist von Weihnachten, wenn wir glücklich sind, so wie wir sind. Mit uns. Sie mit mir und ich mit ihr. Und damit war es dann amtlich. Die Vereinbarung, sich dieses Jahr gegenseitig nichts zu schenken. Tja, was soll man(n) da nur sagen? Einerseits bin ich in diesem Moment am Ziel. Ich habe es geschafft, auf Umwegen, meinen Willen durchzusetzen! Wenn das kein Grund zum Glückseligsein ist ...
Allerdings: Zu welchem Preis? Das wusste ich noch nicht so genau. Schatzi-Mausi atmete zwar hörbar auf, als wir uns darüber einig waren, aber so richtig glücklich wirkte sie nicht. Dachte sie jetzt insgeheim, dass ich es sowieso nicht geschafft hätte, ihr ein ordentliches Weihnachtsgeschenk zu besorgen? Hat sie deswegen diese Übereinkunft, sich nichts zu schenken, vorgeschlagen? Und je mehr ich darüber nachdachte, während ich da saß und sie mich so komisch ansah ... Je mehr ich mir diese Tatsache bewusst machte, während sie sich abwandte und ihre Aufmerksamkeit
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Kommentare
www.top3-suche.de schrieb am 2010-03-25 20:36:24:
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www.top3-suche.de schrieb am 2010-03-25 18:53:04:
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