Schatzi-Mausi & Ich: Rasierklingen im Intimbereich
von
RHAZARD
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Ich habe da ein Problem. Schon wieder mal. Es ist mir fast schon ein wenig peinlich, darüber zu sprechen. (Ich wüsste auch nicht, mit wem ich darüber reden könnte ...) Darum schreibe ich es lieber hier auf. Warum werden solche Erlebnisse aufgeschrieben? Aus zwei Gründen. Um nicht zu vergessen. Oder: Um vergessen zu können. Klingt komisch, ist es aber nicht. Leider. Wie schon erwähnt, es ist ein sehr großes Problem. Für mich. Und es schreit direkt nach einer Lösung. Und wie sagte schon Karl Popper? Das ganze Leben ist immer nur ein Lösen von Problemen.
Es geht um meine Süße. Um mein Schatzi-Mausi. Genauer gesagt, um ein Teil von ihr. Das Geschlechts-Teil. Und um alles, was sich darum so abspielt. Damit kein falscher Verdacht aufkommt: Was diese eine Sache da angeht. Da läuft bei uns eigentlich alles prima. Wenn Schatzi-Mausi auf Touren kommt, dann ist sie wie ein Tier. Ein richtiges Ferkel. Ach, was ... Ein Schwein. Eine Sau. Eine Wildsau. Rauh, tief und kehlig klingt dann ihre Stimme, wenn sie mit verruchtem Schlafzimmerblick sagt: „Leck´ mich!“ Und damit meint sie nicht „Leck´ mich am Arsch!“. Obwohl, Ähm, in gewisser Weise vielleicht doch. Aber nicht so ... Sondern anders. Also, um hier keine Mistverständnisse aufkommen zu lassen: Sie meint damit nicht: „Geh´ weg! Hau ab!! Verpiss´ dich!!!“ Sie meint damit eher: „Stimulier´ mich mit deiner Zunge in meinen unteren Körperregionen, bis es mir kommt.“ Es wäre jetzt und hier unpassend, zuuu sehr ins Detail zu gehen. Darum dazu nur soviel: Ich kann mich hinsichtlich ihrer Qualitäten auf diesem Gebiet wirklich nicht beklagen. Sie sich umgekehrt übrigens auch nicht!
Da ist nur eine Kleinigkeit, eine klitzekleine kleine Kleinigkeit, die mich dann doch persönlich irgendwie stört. Und das sind ihre Haare. Nicht die, die sie auf dem Kopf mit sich herum trägt, sondern die, die sie ein paar Etagen tiefer hat. Versteht mich nicht falsch. Ich liebe meine Süße. Mehr, als jede andere. Sie ist für mich das wichtigste, was ich habe. (Abgesehen von meiner DVD-Sammlung vielleicht...) Aber manchmal kann es schon schwer mit ihr sein. Sehr schwer sogar. Es geht, nennen wir die Dinge doch ganz einfach beim Namen, um ihre Schambehaarung. Ein Streifen, der sich hoch bis zum Bauchnabelpiercing zieht. Umgangssprachlich Flohleiter genannt. Hinterher habe ich immer Haare zwischen den Zähnen. Und die hat sie dann zwischen den Zähnen ... Der Beginn eines Teufelskreises, aus dem es keinen Ausweg gibt. Zumindest nicht dann, wenn wir schon dabei und mitten drin sind. Das nächste Mal muss dieses Problem prophylaktisch angegangen werden. Mir persönlich wäre es ohnehin ja lieber, wenn Schatzi-Mausi den so genannten „Brazilian Hollywood Cut“ tragen würde. Also, den totalen Kahlschlag vom Hintertürchen bis zum hinauf zum Hügel der Venus ...
Nur: Wie bringe ich diesen Probemfall und mein dazugehöriges Ansinnen passend zur Sprache? Antwort: Gar nicht. Zumindest nicht, wenn eine reelle Erfolgsgarantie mit inbegriffen sein soll. Wer kann schon ernsthaft mit seiner Lebensgefährtin über ALLES reden? Welcher Kerl auf der Welt das wirklich glaubt, der sollte mal anfangen, mit seiner Holden über ausgefallene Sexpraktiken zu reden. Haha! Und ich werde ihr ja wohl kaum einen Gutschein für diesen Berliner Intim-Friseurladen, dieses Waxing-Studio „Wax and the City“ schenken können ... Nichtsdestotrotz habe ich es versucht. Und da mein Schatzi-Mausi ja der unumstößlichen Meinung war, ist und für alle Zeiten auch immer bleiben wird, dass wir beide über alles reden können, brachte ich eines Tages das Gespräch mal auf den Punkt. Tacheles, wenn man(n) so sagen kann:
„Du, Schatzi-Mausi? Was hältst du davon, wenn du dich mal rasierst?“ Sie sah mich an. Lange. Ihre Augenbrauen befanden sich während dieses Blicks sehr weit oben auf der Stirn.
„Nicht viel.“
„Okay.“ Unterhaltung beendet. Danke für das Gespräch. Weil es sich aber aus meiner Sicht um ein schwerwiegendes Problem handelte, dass dringend und zwingend nach einer Lösung verlangt, versuchte ich mein Glück ein weiteres Mal. Abends, beim Porno-Gucken.
„Also, ich finde das da echt geil!“
„Ich nicht.“ Näher darauf eingegangen wurde von keiner Seite. Brauchte es auch nicht. Es war mir schon wohl bewusst, dass sie eine intime Glatze viel zu sehr mit pädophilen Neigungen assoziierte. Schatzi-Mausi ist dann, angewidert von meinen abartigen Gelüsten, ins Bett gegangen. Und ich? Zum Kühlschrank, wo glücklicherweise noch genügend Bier vorrätig war. Verzweiflung übermannte mich. Es war schlimm. So schlimm, dass ich in meiner Ausweglosigkeit und zu meiner Schande ihr dann auch im Schlaf auf die Pelle gerückt bin. Mit einem Rasierer in der Hand.
„Das ist kein konventionelles Problem! Nee, wirklich nicht!! Und unkonventionelle Problemfälle erfordern nun mal unkonventionelle Lösungsmethoden. Am Ende ist es doch so: Der Zweck heiligt die Mittel. Entscheidend ist nur, was am Schluss dabei herauskommt. Bei Erfolg fragt keiner mehr nach, wie das Ziel erreicht worden ist. Deshalb konnte bis dato beim Radsport auch so viel gedopt werden.“ So dachte ich es mir. Und es erschien mir als gute Idee. Vielleicht nicht gerade so eine von dem Kaliber, dass man(n) dabei 'Heureka' schreiend aus der Badewanne springen muss, aber immerhin ... Wenn sie es nicht macht, dann muss ich es halt selber machen! Ich schäme mich jetzt, im Nachhinein darüber. Wirklich. Wenn ich könnte, würde ich es rückgängig machen. Was aber sehr schwer, bis unmöglich sein dürfte, zumindest bis die Zeitmaschine endlich mal erfunden worden ist. Aber, zu meiner Verteidigung: Es war der Alk. Und es klang doch alles so logisch, so in sich stimmig, so erfolgsversprechend, als ich vor dem Badezimmerspiegel stand und es mir nochmal selbst erklärte.
Deswegen habe ich wohl auch eine Dose Rasierschaum genommen und den rosa Ladyshaver von Schatzi-Mausi. Bin damit zu ihr ins Schlafzimmer. Sie schlief schon. Zu meinem Unglück. Denn: Wäre sie noch wach gewesen, hätte ich das, was ich getan habe, mich garantiert nicht getraut. Aber, wie gesagt, sie schlief. B. fand sich mit all ihren Sinnen selig im Schlummerland. Gelegenheit macht Diebe. Darum schlich ich mich auch an sie heran. Mein Schatten fiel auf sie.
Die Bettdecke zog ich ihr weg. Angenehmerweise war Schatzi-Mausi nur mit ihrem Nachthemd und Socken angezogen. Das erleichterte die Sache ungemein. Ich rückte ihr auf die Pelle. B. gann zu tun, was getan werden musste: Rasierschaum quoll aus ihrer Dose.
„Aber, Schnucki ...“, ergriff Schatzi-Mausi da plötzlich das Wort. Sie hob den Kopf und sah zu mir hinunter. „Das sind nun mal meine Schamhaare. Und ich wäre dir sehr verbunden, wenn du sie mir lassen würdest ...“ Also? Was tun?? Man(n) sagt Dinge, wie: „Ja, Schatzi-Mausi. Ich kann dich verstehen.“ Und außerdem noch: „Da hast du aber sowas von recht!“ Denn, wenn man den Vesuv am Ausbruch hindern kann, dann sollte man das meiner Meinung nach auch tun. (Schatzi-Mausi kann ab und zu sehr impulsiv sein! Darum
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Kommentare
Steffi schrieb am 2008-02-05 20:41:20:
Hi,
sehr gut, stilvoll und auch wahrheitsgemäß niedergeschrieben.
Es macht viel Spaß deine Schatzi-Mausi Geschichten zu lesen, Situationen aus dem wahren Leben.
Freu mich auf weitere ;-)
Liebe Grüße
Steffi
franke, sina schrieb am 2008-02-05 17:40:58:
hallo,
erstnmal moechte ich Dir sagen, dass Du einen ausgesprochen schoenen Stil hast und es dem Leser Spass macht
dein Text zu lesen. Du schreibst sehr fesselnd und humorvoll, dass gefeallt mir.
nun zu der eigentlichen Geschichte. Ein lustiges Thema, das, glaube ich, noch nie in dieser Form angesprochen
wurde. Ich finde es unglaublich genial. (ich kenne dieses Thema nicht aus eigener erfahrung, weil ich doch den
anderen Weg nehme, und mein Liebster zum Glueck auch (was geht ueber glattheit hehehe).
(Der GUTschein in dem falle GUT fuer das waxing, ist nicht grade die beste Loesung um ein Gespreach anzufanngen
,da man im Vorraus weiss, dass es schmerzhaft sein wird...
Alles in allem, finde ich es sehr genial, sowohl deine Art zu schreiben, als auch die Auswahl deines Themas
lg sina
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