Scherz
von
Kat
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» Ich kann nicht mehr! «, sagte er und schüttelt bedauernd den Kopf. Sie blickt zu ihm auf und starrt ihn verständnislos an. » Es tut mir Leid, aber ich glaube nicht, dass sich unsere Beziehung auf Dauer hält. Es ist aus. «
Leute gehen an ihr vorbei, alles ist in Bewegung, doch sie rührt sich nicht. Sie ist wie betäubt. Kann seine Worte nicht richtig erfassen. Ihr Verstand kann und will nicht begreifen.
» Ich hab auch schon eine andere. Es tut mir wirklich leid. «
Sie steht immer noch fassungslos da. Sie will es nicht wahrhaben. Als wäre sie in einer Trance gefangen, legt sie die Hand unter sein Kinn und stellt sich auf die Zehenspitzen. Sie küsst ihn auf die Wange. Zum Abschied.
» Ich wünsche euch beiden viel Glück und Freude. « Mit diesen Worten dreht sie sich um und geht. Hört nichts, sieht nichts. Stolpert benommen die Straße entlang. Nur weg von ihm und diesem Ort!
Hätte sie es nicht getan, hätte sie gesehen wie er ihr nachlächelte und leise flüsterte: » Du glaubst einem aber auch alles. « Dann geht er ihr ganz langsam nach.
Sie blickt sich nicht um. Sie ist geschockt. Sie lehnt sich erschöpft gegen eine Hauswand und atmet tief durch. Erst dann lässt sie das Geschehene erneut vor ihrem inneren Auge abspielen und dann begreift sie. Ihr Verstand wird klar und ihre Gedanken ordnen sich.
Auf einmal bekommt sie keine Luft mehr. Ihre Brust ist wie zugeschnürt, als hätten sich Ketten um ihren Leib gelegt.
Sie fürchtet, sich übergeben zu müssen. Sie stützt sich keuchend an der Hauswand ab und beugt sich nach vorne. Ihr schwindelt.
Sie versucht langsam ein- und auszuatmen. Nach einer Weile hat sie sich beruhigt und steht einfach nur da. Ihr Schmerz ist so groß, dass sie nicht einmal weinen kann. Kein Laut, kein Schluchzer kommt über ihre Lippen.
Am Liebsten würde sie sterben!
Vor Schreck wäre sie beinahe umgekippt. Was war denn das für ein Gedanke? So etwas durfte sie nicht denken!
Niemand war es wert, dass sie ihr Leben zerstörte. Sie hatte nur dieses Eine und es gehörte ihr und niemand durfte es ihr nehmen. Das würde sie nicht zulassen! Niemand hatte das Recht dazu. Das Leben würde weitergehen!
Entschlossen stellt sie sich gerade hin. Sie würde es mit Fassung tragen. Ihren Stolz würde sie sich bewahren.
Ermutigt schreitet sie über die Straße und bemerkt dabei nicht das Auto, dass auf sie zugerast kommt. Es hat die Geschwindigkeitsbegrenzung überschritten und ist zu schnell um noch zu bremsen. Der Wagen reißt sie vom Boden und schleudert sie quer über die Straße. Er kommt um die Ecke, sieht sie.
Die rote Blutlache breitet sich unter ihrem Haar wie ein grausamer Schleier aus.
Schreie. Sirenen. Und ein ganz kleines, leises Weinen. Von ihm.
Denn der Tag an dem sie starb, war der 1.April.
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