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Kategorien > Fantasy > Aus der früheren Zeit

Schlangenprinzessin

von Sael

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„Hilfe! Die Kobra ist los, die Kobra ist los!“, hallte es durch die Straßen der ägyptischen Stadt Clehor. Mit „Kobra“ war ein sechzehn-jähriges Mädchen gemeint. Sie hatte hüftlanges, dichtes schwarzes Haar, eine hellbraune Haut, die wie Samt schimmerte und grüne Augen. Ihr richtiger Name war Kora. Sie trug ein Stirnband aus Gold und ein schneeweißes Kleid, mit einem goldenen Gürtel. Der Pharao war ihr Vater. Die Kinder der Stadt nannten sie Kobra, weil sie gut mit Schlangen auskam. Wenn das Mädchen auf eine traf, kam das Tier zu ihr und ließ sich streicheln.
Neben Kora stand ihre Dienerin und Freundin, ein Mädchen in ihrem Alter.
Ihr Name war Mira. Sie hatte schulterlanges, goldglänzendes Haar und hellbraune Haut. Ihre Augen waren kastanienbraun und ihr ebenfalls weißes Kleid war mit dunkelblauen Fäden durchwirkt. In der Hand trugen die beiden Mädchen einen Korb aus dem eine grünschillernde Schlange ihren Kopf heraus streckte. Die Schlange hieß Cordi und war Koras Vertraute, da diese mit Schlangen sprechen konnte.
Ruhig und gelassen, ohne die Kinder zu beachten spazierten die zwei durch die Stadt. Als sie am Palast ankamen versperrte ihnen einer der Wächter breitbeinig den Weg. „Verschwindet ihr Gören! Ihr habt im Palast nichts zu suchen.“ Bevor er weiterreden konnte Griff der andere Wächter ein: „Damis, bist du verrückt, das ist die Prinzessin.“ Damis wurde rot bis über beide Ohren. „Verzeiht Hoheit,“ stammelte er. „Ich bin neu und kenne euch noch nicht. Vergebt mir.“ Er senkte den Kopf. Kora lachte. „Soll ich euch dafür bestrafen, dass ihr noch nicht lange Wächter seid? Es gibt nichts zu vergeben, aber vielleicht könnt ihr jetzt das Tor öffnen. Wir möchten gerne hinein.“ Rasch öffneten die beiden und ließen die Prinzessin und ihre Begleiterin ein.
Als die beiden vor dem Pharao standen viel Mira auf die Knie wogegen sich Kora nur flüchtig verbeugte. Ihr Vater war ein etwas pummeliger Mann mit einem goldenen Stirnreif in Form einer sich aufbäumender Schlange. Die Doppelkrone Ägyptens trug er nur an Festtagen. Sein Haar war fast schulterlang und rabenschwarz. Er trug ein buntbesticktes Gewand und saß auf seidenen Kissen die etwas erhöht lagen. Cordi schlängelte sich aus dem Korb und glitt zu dem Herrscher der sie hoch nahm und sie streichelte. Lächelnd sah Kora zu, wie ihr Vater einem Diener den Auftrag gab für Cordi eine Schüssel Milch mit Honig zu holen. Dann wandte er sich seiner Tochter und Mira zu. „Wie war der Spaziergang durch die Stadt?“, fragte er, erfreut sie zu sehen. Mira erhob sich schnell und, mit einem besorgten Blick auf Kora, begann sie zu erzählen: „Die Kinder aus der Stadt haben eure Tochter wieder einmal „Kobra“ genannt und sie ausgelacht. Ich bitte euch inständig tut etwas dagegen.“ Jäh brach sie ab, denn Kora hatte sie getreten. „ Vater, bestrafe die Kinder nicht,“ bat sie. „Sie wollen mir nichts Böses und es stört mich auch nicht.“ „Aber mich!“, meinte ihr Vater zornig. „Ich werde Sligaro um Rat fragen, den Hofzauberer.“ Er zog an einem dicken Seil. Wenige Augenblicke darauf erschien Sligaro. Er war einer der wenigen Leute in Ägypten die Strohblonde Haare hatten und sah aus wie ein gerupfter Geier, denn sein braunes Gewand und sein Haut waren voller Falten. Seine Stimme passte besonders gut zu seinem aussehen: Krächzig und quietschend, als müsse sie mal geölt werden. „Wie kann euer ergebener Diener euch behilflich sein, Herr?“, fragte er, wobei er neugierig auf die zwei Mädchen schielte. „Hör zu,“ befahl der Pharao. „Meine geliebte Tochter Kora wurde von den Kindern dieser Stadt wieder einmal gehänselt und verhöhnt, das geht mir jetzt wirklich zu weit. Was denkst du soll ich tun?“
„Überhaupt nichts wirst du tun!“, platzte auf einmal Kora heraus, so laut, dass Cordi vor Schreck ihren Milchnapf verließ und hastig zu Mira kroch, die sie aufhob und beruhigend über die grünen Schuppen strich.
Währenddessen redete Kora weiter: „Lass doch die Kinder in Ruhe ,Vater. Sie können mich von mir aus mein ganzes Leben so nennen, mich stört es nicht. Cordi komm her!“, wandte sie sich immer noch wütend ihrer Schlange zu. „Wir gehen! Du auch, Mira. Ach ja,“ das Mädchen drehte sich noch einmal zu den zwei wie vom Donner gerührten Männern um. „Wenn du den Kindern irgend etwas tust, rufe ich sämtliche Schlangen von Ägypten hierher und lasse sie im Palast los und das,“ fügte sie hinzu, „wird den Dienern nicht gefallen.“ Mit diesen Worten verließ sie mit ihren Begleitern den Saal.
In ihrem Gemach hieß Kora Mira ihr etwas Tee zu bringen. Sie schickte auch Cordi mit einer anderen Bitte fort: „Jawohl, Kora,“ zischte sie und verschwand.
Kora ging unruhig in ihrem Zimmer auf und ab. Sie dachte über ein Problem nach: Sligaro wollte sie heiraten. Doch für sie und ihren Vater war diese Möglichkeit unmöglich, denn Sligaro war ein Mann fortgeschrittenen Alters, sagte der Pharao und deshalb sei es unmöglich. Kora hatte noch einen anderen Grund: Sie konnte Sligaro nicht ausstehen. Er hatte etwas verschlagenes und hinterhältiges an sich, was sie immer wieder mit einer unbestimmbaren Furcht erfüllte.
Es klopfte. Aus den Gedanken gerissen rief das Mädchen: „Herein!“. Sligaro öffnete die Tür. „Was wünscht ihr?“, fragte sie, wobei sie ihren Abscheu zu verbergen versuchte. „Mein Wunsch, verehrte Prinzessin,“ antwortete er „ist seit langem euch als meine Frau an meiner Seite zu sehen.“ „ Ihr wisst genau das ihr, das für mich, heiratsfähige Alter überschritten habt.“ „Ich war gerade bei eurem hoch geschätztem Vater und dieser erlaubte mir euch zu heiraten, wenn ihr es billigt. Er ist es leid, dass ihr alle Bewerber ablehnt,“ beendete Sligaro den Satz. „ Sligaro, ich schätze eure Hilfe für meinen Vater. Aber heiraten kann ich euch nicht.“ „Nun gut,“ Sligaro schaffte es nicht ganz seine Wut zu verbergen. „Doch nehmt trotz allem dieses Geschenk von mir,“ bat er und überreichte Kora ein mit blauer Seide bezogenes Kästchen, dann verließ er das Gemach.
Als Kora die Schachtel öffnete lag darin eine zierliche goldene Kette, welche einen Edelstein als Anhänger hatte. Aber es war nicht irgendeiner, dieser war türkis-blau und es sah aus als ob das Meer in ihm gefangen sei. Der Stein war einzigartig. Kora blieb vor staunen die Luft weg, doch ihr Misstrauen blieb. Weshalb sollte Sligaro ihr so etwas schönes schenken.
Es klopfte wieder. Mira trat ins Zimmer einem Tablett in den Händen. „Hier ist der Tee,“ sagt sie und stellte alles auf den Tisch. „Setz dich doch zu mir,“ bat Kora sie. „Mira, ich möchte dir etwas anvertrauen. Diese Kette habe ich von Sligaro bekommen. Es ist ein schönes und kostbares Geschenk, aber ich traue ihm nicht.
Ich habe eine Bitte an dich, keinen Befehl. Trage diese Kette, aber verstecke sie vor Sligaros Blicken. Vielleicht können wir so heraus finden, ob sie verzaubert ist. Es dürfte dir nicht schaden, denn was hätte Sligaro davon, wenn es mir schlecht ginge. Wenn du es nicht möchtest gebe ich sie Migarus. Wie du weißt setzt er seine Kräfte nur für Gutes ein,

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Kommentare

putty7 schrieb am 2009-04-08 20:00:41:
Supertolle Geschichte! Ich schließe mich voll und ganz Debbie an. =D
Mia schrieb am 2008-03-01 14:48:58:
Echt gut geschrieben!Wenn die Geschichte länger wär, wäre das ein gutes Buch
Debbie schrieb am 2006-09-14 11:09:21:
süsses Märchen! Gefällt mir sehr gut:)

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