Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Wahre Geschichten >

Schlesische Begebenheit

von Rue - Tigre

Anteks Großmutter väterlicherseits erzählt von früher :
Als ich noch ein kleines Mädchen war, vielleicht so sieben oder acht Jahre alt, da klopfte es eines Tages sehr kraftvoll an die Tür.
Vater öffnete, und es trat ein riesiger Mann mit feuerrotem Vollbart in den Flur. Er war sehr nobel gekleidet und an seinen Fingern funkelten klobige goldene Ringe mit Edelsteinen besetzt.
Noch ehe mein Vater ihn nach seinem Begehr fragen konnte, hob der Mann mit tiefer Stimme zu sprechen an :
- Ich bin ein Freimaurer und zur Zeit auf der Flucht. Hier bei Euch wird mich niemand vermuten, da bin ich fürs erste sicher. -
Bei diesen Worten erbleichte mein Vater, doch sprach er so freundlich er konnte zu dem Fremden :
- Mein Haus ist Euer Haus, edler Herr ! Dabei verbeugte er sich so tief wie ich es nie zuvor bei ihm gesehen hatte. Ich spürte, Vater hatte unbändige Angst!
- Gebt mir eine Lagerstatt, ich bin sehr müde und muß mein Haupt auf ein Kissen legen, muß ruhen. -
Dann hat der Fremde sich in das Bett, das für Gäste vorgesehen war gelegt und ist sofort eingeschlafen. Nicht einmal seine Schuhe hat er ausgezogen.
Zwei Tage hat er dort gelegen. Vater hat ihn in der Zeit persönlich bewirtet. Sie haben aber kein Wort miteinander gesprochen. Nicht einmal bedankt hat der Fremde sich.
Wir Kinder mußten die ganze Zeit über mucksmäuschenstill sein, um den unheimlichen Gast nicht zu stören oder gar zu verärgern. Keiner wußte ja, über welches Geheimwissen er verfügte womöglich war er ein großer Magier
Selbst die Eltern hatten einen Heidenrespekt vor ihm. Sie waren einfache Bauersleute und hatten große Angst, in etwas verwickelt zu werden, das ein paar Nummern zu hoch für sie war.
Die Freimaurer nämlich sind mit dem Teufel im Bunde. Sie haben von jedem, der bei Ihnen Mitglied wird eine Photographie, auf der sie seine Seele gefangen halten. Dafür bieten sie ihm Ruhm, Macht und Reichtum, schöne Frauen, ja selbst Zauberkräfte.
Sollte er aber jemals. die Bruderschaft verraten, so brauchen sie nur eine Reißzwecke in sein Photo zu stecken, und er muß unter jämmerlichen Qualen zugrunde gehen. Seine Seele aber fährt direkt in die Hölle.
Ach, es sind gottlose Gesellen. Und es gibt sie noch heute. Du glaubst gar nicht, wie viele Rosenkränze wir gebetet haben, in dieser Zeit.
Nach den zwei Tagen aber ist er aufgestanden, hat dem Vater noch einen Silbertaler gegeben, das war damals ungeheuer viel Geld und ist dann in die Nacht gegangen mit den Worten :
- Mich dünkt, es ist nun ausgestanden. Habt Dank für die freundliche Bewirtung. Ich weiß, daß ich Euch Angst eingeflößt habe, dafür erbitte ich Eure Vergebung. Versteht, ich bin auch nur eingebunden in die
Spinnwebfäden meines Schicksals. Vielleicht in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort, unter anderen Umständen werden wir Freunde sein. Lebt wohl, und schließt mich in. Eure Gebete mit ein. Danke ! -
Wir haben ihn nie wieder gesehen. .
Ja, ja, viel Zauberei und Geisterspuk gab es damals noch. Bis dann in den dreißiger Jahren der Papst den weltweiten Geisterbann ausgesprochen hat. Da hat dann alles schlagartig aufgehört.
Vorher, im Nachbardorf, zum Beispiel, wenn Tanz war, mischten sich auch immer Wassernixen unter die Tanzenden. Es waren wunderhübsche junge Frauen. Wer sich aber auskannte, bemerkte sofort, daß sie Nixen waren. Der Saum ihres Kleides nämlich war immer naß und tropfte.
Sie schäkerten mit den jungen Männern, wollten ihnen aber niemals etwas Böses antun. Sie wollten sich nur auch mal vergnügen. Wenn sie nach Hause gingen, das war immer kurz vor Mitternacht, wollten die Männer sie natürlich gern begleiten. Sie ließen es sich gefallen.
Wenn sie dann aber an die Brücke über den Dorfbach kamen, zupften die Frauen sich ein Weidenblatt von einem Ast, warfen dieses in den Bach und sprangen hinterher. Man hörte nicht mal ein Klatschen. Kein Wasser spritzte. Sie waren einfach verschwunden.
Die Männer kehrten jedesmal mit langen Gesichtern zurück, weil die Nixen sie wieder angeführt hatten.
Im selben Dorf hat auch einmal ein Waisenkind gelebt. Ein Mädel von vielleicht dreizehn Jahren, das von frommen Bauersleuten aufgenommen worden war und nun auf dem Hof mitarbeitete.
Kurz nachdem sie eingezogen war, hatte es im Hause zu spuken angefangen: Türen klappten auf und zu, Milchkannen sprangen vom Wagen, der Bäuerin wurde der Melkschemel unter dem Hintern weggerissen, die Hunde bellten die ganze Nacht über, was sie vorher nie getan hatten.
Kurzum: Mit dem Mädel war etwas Unheimliches ins Haus gekommen.
Am dritten Sonntag nach ihrem Einzug sprach der Bauer mit dem Pfarrer.
Dieser kam noch am selben Abend zum Exorzismus. Als Verstärkung hatte er den Küster mit-gebracht.
Bereits als sie ins Haus eintraten bekam der Pfarrer aus dem Nichts dermaßen eine geohrfeigt, daß er mit dem Kopf ans Türholz knallte und aus dem linken Ohr zu bluten begann. Dem Küster aber ist ein halbvoller Kartoffelsack in den Rücken gesprungen, daß der arme Mann kaum noch Luft bekam.
Zielstrebig sind die beiden unter Gebeten und Bannsprüchen in das Zimmer des Mädels gegangen. Immer wieder wurden sie von Möbelstücken und herumstehendem Geschirr angegriffen. Das halbe Haus ging in Scherben.
Im Zimmer des Mädels fanden sie nach längerer Suche ein kleines Büchlein voller Zaubersprüche. Das hat der Pfarrer laut von hinten nach vorn durchgelesen und dann verbrannt. Fortan ist wieder alles ruhig gewesen.
Was aus dem Mädel geworden ist, wußte Anteks Großmutter leider nicht zu berichten.

Kommentare

le.pc@gmx.net schrieb:
durchaus interessantes Thema, allerdings ist die geschichte nicht ordentlich ausgearbeitet. man merkt, dass du viele sachen erzählen wolltest, aber irgendwann die geduld verloren hast. auch fehlt der geschichte ein bisschen der emotionale Teil. Die Großmutter wird die Geschichten bestimmt nicht so protokollarisch erzählt haben. Nochmals lesen und umschreiben.

Gruss
Joko

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.