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Kategorien > Vampire > Fantasy

Schmerzen der Nacht

von Klara H

1

Ein Geräusch weckte mich. Ich öffnete die Augen und richtete mich in meinem Bett auf. Verwirrt schaute ich mich in meinem kleinen Zimmer um- da sah ich ihn!
Er stand am Fußende meines Bettes. Seine rubinroten Augen fixierten mich, seine Gesichtszüge zeigten keinerlei Regung, sein perfekter Mund blieb starr. Das dunkle Haar und die schneeweiße Haut spiegelten das Licht des Mondes, der durch das offene Fenster schien, in sich. Wer war er?
Es herrschte absolute Stille. Wir beide schwiegen. Nach, wie es mir vor kam, einer Ewigkeit setzte er einen Fuß vor den anderen und kam immer näher. Ich war unfähig etwas zu sagen und folgte seinen Schritten mit meinem Blick. Was wollte er?
Er stand neben meinem Bett. Ich machte keinerlei Anstalten ihn wegzustoßen oder um Hilfe zu schreien. Er setzt sich neben mich und ich spürte die Kälte seines Körpers, die mich umhüllte und völlig bewegungsunfähig machte.
Langsam hob er seine Hand und schob mein Haar zurück. Seine leuchtenden Augen achteten nur auf seine eigenen Bewegungen, mich selbst sah er gar nicht richtig an.
Als seine eiskalten Hände meine Wange berührten, zuckte ich leicht zusammen, entspannte mich dann aber wieder. Ich schloss die Augen und genoss die Anwesenheit dieses perfekten Wesens. Er würde mir wehtun- das wusste ich. Dennoch (oder vielleicht genau deshalb?) genoss ich seine Berührung und sog seinen berauschenden Duft ein. Er roch besser als alles, was ich bisher gerochen hatte. Selbst die Kälte, die überall an ihm zu sein schien, roch ich, etwas Berauschendes; wie eine Droge- meine ganz persönliche Droge, die nur für mich geschaffen worden war.
Vorsichtig streichelte er über mein Wange und ich öffnete meine Augen. Sein Gesicht kam immer näher. Erst jetzt bemerkte ich seine Anspannung. Seine Gesichtszüge hatten sich verhärtet; der formvollendete Mund, die Nase,...wie versteinert.
Seine Nase fuhr an meiner Wange hinunter bis zu meiner entblößten Kehle, und noch immer blieb ich ruhig. Er war die größte Gefahr für mich und trotzdem...Warum sollte ich schreien, mich wehren? Er war das Beste, was ich jemals würde bekommen können.
Mein Atem wurde wieder regelmäßig und ich spürte wie dadurch auch die Anspannung von ihm abfiel. Es würde leicht für ihn sein- unvorstellbar leicht! Ich half ihm dabei, mit einer Leidenschaft, die so untypisch für mich war. Doch diese Nacht war auch keine typische Nacht...
Unmerklich tasteten sich seine eisigen Hände, über meine Arme, bis zu meinen nackten Schultern.
Draußen blies der Wind sanft durch die Blätter und eine einzelne Eule schrie laut in der Nacht auf. Dann war es still. Ungewohnt still...
Er hob seinen Kopf ein wenig und sah mir, wie es schien, zum ersten Mal in die Augen. Ich war gefesselt vom tiefen Rot der seinen. Sie starrten mich vorwurfsvoll an, durchdrangen mich, forderten mich heraus.
Wieder schloss ich die Augen, dieses Mal, um seinem stechenden Blick, der nicht aufhören wollte, mich zu durchbohren, zu entkommen.
Doch davor sah ich noch, wie er seinen Mund öffnete und seine langen, spitzen Zähne ins silberne Mondlicht getaucht wurden. Ein Fauchen drang tief aus seiner Kehle, aggressiv und zugleich betörend, und er senkte wieder langsam seinen Kopf über meinen Hals.
Ich blieb ruhig. Wenn ich schreie, würde ich ihn vertreiben, und das war das Letzte was ich jetzt wollte. Er sollte in diesen letzten Momenten bei mir bleiben, alles andere war mir jetzt egal! Ich würde in dem Gedanken sterben, das schönste Wesen der Welt sitzt neben mir und berührt mich. Die Vorstellung meines baldigen Todes beunruhigte mich nicht, dennoch versuchte ich im Hier und Jetzt zu bleiben und seine kalten Hände über meine Schultern gleiten zu spüren.
Wieder fauchte er und dann, endlich, spürte ich, wie er seinen Mund öffnete und sein eisiger Atem meinen Hals traf.
Ich merkte, dass ich schon fast in seinen kalten, starken Armen lag, mein Kopf nach hinten gelegt meine bloße Kehle vor ihm. Und immer noch streiften seine spitzen Zähne meine zarte Haut. Kleine Blutrinnsale liefen meinen Hals und Rücken hinab. Wie lange es wohl dauern würde? Wie viel Schmerzen ich würde ertragen müssen?
Jäh stieß er seine Zähne in meinen Hals, grub sie tief in mein Fleisch. Meine Hand fuhr durch sein Haar und suchte Halt darin. Mein Körper fing an zu brennen, das Blut schoss durch meine Adern, wie glühend heiße Lava. Ich fühlte, wie seine Lippen begierig saugten, versuchten, möglichst viel Blut aufzunehmen. Doch er konnte den Strom der brennenden roten Flüssigkeit nicht vollständig stoppen. Sie benetzte meinen Rücken, meinen Arm,...
Ich zitterte am ganzen Körper. Das Brennen meines Körpers wurde stärker, wollte nicht mehr aufhören. Überall war Blut. Ich traute mich nicht, meine Augen zu öffnen, aus Angst, dieses verzerrte Bild des gierigen Wesens über mir zu sehen. Diese zerstörte Vollkommenheit. Ich war darauf bedacht, meinen Schrei zu unterdrücken- ich durfte nicht schreien, sonst würde er nicht mehr da sein. Er würde für immer weg sein.
Mein Körper hörte nicht auf zu beben. Mein Gehirn setzte langsam aus, der Schmerz betäubte meine Sinne...
Dann...war ich tot? Ich hatte meine Augen halb geöffnet, doch ich fühlte nichts mehr. Ich sah nur...war das ein Engel vor mir? Er hob den Kopf und seine rubinroten Augen funkelten mich finster an.
Mit einem Mal kam der ganze Schmerz zurück, meine Erinnerungen: Das glühende Brennen meines Körpers, der nicht enden wollende Blutstrom, die Begierde des bleichen Wesens und immer wieder das Brennen- es würde nie aufhören. Ich würde für immer verdammt sein diesen Schmerz zu spüren, ihn immer wieder aufzusaugen und nicht wieder herzugeben- wie der Engel über mir. Ich durfte ihn aber nicht verjagen...Ich musste es unterdrücken...den Schmerz...das Brennen...die rubinroten Augen...der durchdringende Blick....die zerstörte Vollkommenheit!
Mit letzter Kraft öffnete ich den Mund...und schrie.

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Kommentare

storyengel blond schrieb am 2009-10-12 16:22:54:
die geschichte ist soooooooooooooooooooooooooooooooo geil hoffentlich gibt es einen zweiten teil
gut erzählt
storyengel blond schrieb am 2009-10-12 15:36:15:
das war so eine geile geschichte die war so gut mach weiter so. mir stockt das blut immer noch in den adern
die war echt gut respekt respekt respekt
Judit schrieb am 2009-10-04 18:23:01:
Sau cool.....leidenschaftlich und spannendXD
Veronica Wallner schrieb am 2009-10-03 20:20:48:
Tolle Geschichte und toll geschrieben!!!!!!!!!*daumen hoch*
Sufergirl schrieb am 2009-10-03 12:29:34:
hi Klara H.

meine erste Assoziation beim Lesen war, dass paar Passagen sehr an die Twiligth-Saga erinnern, dass soll jetzt nichts schlechtes sein, aber doch lässt es deine eigene Kreativität ein bisschen in Frage stellen....

an sich finde ich hast du einen schönen Schreibstil, auch wenn es an paar Passagen nötig ist zweimal zu lesen, da deine Einschübe, einen ein wenig aus dem Konzept bringen ....


ich freue mich weiteres von dir zu lesen und muss dir zugestehen, da das Vampiregenre ja ein schon sehr in Mitleidenschaft gezogenes Genre ist, hast du trotz alledem eine netten und frischen Wind in deiner Story und nicht nur schon bekannte Aspekte !!

mfG mach weiter so!!

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