 |
|
 |
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln. |
 |
 |
 |
|
|
 |
 |
Schokoladeneis
von
Dolcezza
Ich weiß nicht, was ich dir noch sagen könnte, was ich nicht schon getan habe. Ich überlege die ganze Zeit krampfhaft, wie du mir, nein nicht nur mir, sondern uns das hast antun können. Ich jedenfalls hatte gedacht, wie wären so etwas wie eine kleine Familie, aber da hatte ich mich wohl ziemlich verschätzt. Ich sitz hier in meinem Zimmer und rauche eine nach der andern, inhaliere den Rauch tief, hoffe das mich das beruhigt. Kann nicht mehr weinen, es kommen einfach keine Tränen mehr, fühle mich ausgelaugt, kaputt, leer.
Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, an dem wir uns das erste mal sahen, wie könnte ich ihn auch nur vergessen? Es war ein warmer Sommertag, ich war mit meiner besten Freundin in der Stadt, als wir beschlossen ein Eis zu essen. Ich liebte das Schokoladeneis aus meiner Lieblingseisdiele, dort schmeckte es nämlich wie Schokoladenpudding. Ich sah dich dort zum ersten mal. Du hast mich bedient, hast mich mit einem ,,Ciao Bella" begrüßt und mir tief in die Augen gesehen. Ich bezahlte meine Kugel Schokoladeneis und als du mir den Becher in die Hand gabst, berührtest du meine Hand einen Moment länger als es nötig gewesen wäre und ich glaube ganz ehrlich, dass es da schon um mich geschehen war. Wie hätte ich auch so einem gut aussehenden, italienischen Eisverkäufer, wie du einer warst widerstehen können? Ab da kam ich täglich in die Eisdiele, wusstest du eigentlich, dass ich das Eis am Ende nicht mehr aß, dass du mir verkauftest? Ich konnte kein Eis mehr sehen, schon gar nicht Schokoladeneis, es hängte mir zum Hals heraus, aber das war egal, schließlich kam ich nicht wegen dem Eis, sondern wegen dir.
Ich suche eine Stelle in dem übervollen Aschenbecher, um meinen Zigarettenstummel auszudrücken.
Dann hatte ich es endlich geschafft, das aufbrezeln und Eis essen hatte sich wahrlich gelohnt. Du gabst mir deine Handynummer, das einzige Problem war, dass du kein Deutsch sprachst und ich kein italienisch, aber für was gab es Bibliotheken. Ich holte mir ein Wörterbuch lernte eifrig und wir verabredeten uns. Ich erfuhr, dass du zwanzig warst, fünf Jahre älter als ich damals, ich war fünfzehn, doch das erzählte ich dir nicht. Na gut, ich hatte etwas geschummelt, aber es war ja nur eine Notlüge gewesen, dass ich mich ein paar Jahre älter gemacht hatte. Dann kam endlich der Abend, wir trafen uns in der Stadt und gingen dann zu dir. Es war nicht gerade DAS Date, von dem man später noch voller Freude seinen Enkelkindern erzählen würde, aber wenigstens hatten wir eins. Da wir uns nicht verständigen konnten, ließt du den Teil mit dem kommunizieren aus und küsstest mich einfach gleich, aber das war schließlich das, was ich mir so sehnlichst gewünscht hatte. Wir lagen stundenlang auf deinem Bett und haben rumgeknutscht, dann musste ich gehen. Ich hatte noch die ganze Nacht den Geruch deines Parfums in der Nase.
Umso mehr ich mir das alles wieder in Erinnerung rufe, frage ich mich wieso du das getan hast. Ich habe mich bei dir geborgen gefühlt und einfach so schups di wups zerstörst du alles zwischen uns, die Vertrautheit, Geborgenheit, alles, weswegen ich mich gut bei dir gefühlt hatte. Ja ok, wir hatten es nicht immer leicht, das musste ich zugeben, aber wir waren doch glücklich, oder? Dann trafen wir uns öfters, gingen jedoch nie schön essen, sondern immer gleich zu dir. Irgendwann hattest du mich soweit rumbekommen, dass ich mit dir schlief. Ich kann im Nachhinein nicht gerade behaupten, dass es sehr schön gewesen wäre, jedenfalls nicht, wenn ich es mit den anderen Malen, die ich mit dir hatte, verglich. Großartig mehr Erfahrung hatte ich nicht, denn du warst mein erster gewesen... Dann bist du nach Italien zurück gegangen, du warst nur Sommerarbeiter in Deutschland gewesen und über den Winter schloß die Eisdiele. Da kam jedoch auch der große Schock, meine Tage blieben aus und als ich mich dann zu einem Schwangerschaftstest überwand, war dieser positiv. Natürlich könnte ich jetzt sagen, dass ich die Pille nicht vertragen hätte, aber das war Unsinn, ich hatte mich einfach damals nicht getraut, dich darauf anzusprechen, was hätte ich auch sagen sollen, du hättest mich da eh nicht verstanden. Und weil das alles für dich so selbstverständlich gewesen war, hatte ich einfach auf dich vertraut. Aber als ich das Ergebnis in den Händen hielt, war ich fertig mit den Nerven, ich weiß noch genau, wie fertig ich war, was sollte ich machen, dachte ich mir... Ich war 15 gewesen, ging noch zur Schule. Ich rief dich an und erzählte es dir, anfangs wolltest du, dass ich das Kind abtrieb, aber das wollte und konnte ich nicht. Ich behielt das Kind, als ich dir diese Entscheidung mitteilte, warst du mächtig sauer gewesen und hattest dich erst mal einen Monat nicht mehr gemeldet, dann kamst du plötzlich wieder nach Deutschland, ich war bereits 16 und auf flehen und betteln hin, erlaubten meine Eltern, dass wir zusammen ziehen durften. Bis heute weiß ich nicht, wie du zu diesem Entschluß gekommen bist. Du hast dich fürsorglich um mich gekümmert, hast mir jeden Wunsch von den Lippen abgelesen. Wir hatten nicht viel Geld in dieser Zeit, weil du dir erst wieder neue Arbeit suchen musstest, aber ich würde doch behaupten, dass wir ziemlich glücklich waren. Dann brachte ich einen Sohn zur Welt und unsere kleine Familie war perfekt, wir gaben ihm einen italienischen Namen, Fabio Emilio, das fand ich wunderschön. Die erste Zeit blieb ich noch zuhause, dann,, nach ca. einem Monat ging ich wieder zur Schule, während du vormittags auf unseren kleinen süßen Fratz aufgepasst hast Weißt du, er sieht dir so ähnlich, er hat deine Augen und dein verschmitztes Lächeln. Gerade ist er bei meinen Eltern, weil ich ihn nicht mit meiner ganzen Trauer und Wut belasten will. Meine Gedanken gehen wieder zurück zur Vergangenheit... Als unser Baby dann ein Jahr alt war, besuchten wir deine Eltern auf Sizilien, sie sind sehr herzliche Menschen, von Fabio waren sie entzückt und auch ich verstand mich prächtig mit ihnen, mittlerweile konnte ich ja italienisch soweit ganz gut sprechen. Wir kamen zurück nach Deutschland, verfielen wieder in unseren alten Trott, jedoch irgendetwas war anders, wir stritten uns auf einmal sehr häufig, eigentlich um Kleinigkeiten, ums Geld, von dem wir wie so oft zu wenig besaßen, um deine Eifersüchteleien (Ich kann mich noch gut erinnern, meine Großeltern passten einen Abend auf den Kleinen auf, deshalb wollten wir mal wieder ausgehen. Ich zog mich schick an und wir gingen etwas trinken. Ein Kerl starrte mir für deinen Geschmack zu lange aufs Decollte, das sahst du als Anlass dafür, dich mit ihm zu prügeln) Wie schon gesagt, es waren wirklich nur Kleinigkeiten, jedoch fing ich an, an mir selbst zu zweifeln, vielleicht engte ich dich ja zu sehr ein, brauchtest du mehr Freiraum? Weil ich dich liebte, wollte ich dir diesen natürlich auch gönnen und so beschloss ich für ein paar Tage Fabio zu schnappen und meine Tante, die im Osten wohnte, besuchen zu fahren. Anfangs warst du nicht sehr begeistert von der Idee, willigtest letzten Endes dann jedoch ein. Das war letzte Woche gewesen. Eigentlich doch ziemlich kurios, letzte Woche war noch so fast alles gut gewesen und jetzt sitze ich bei meiner Freundin im Zimmer, heule Tag und Nacht und entwickle mich langsam aber doch zur Kettenraucherin. Aber gut, jetzt überlege ich gerade, weshalb ich eigentlich früher nachhause gekommen war. Da fiel es mir wieder ein... Ich war bei meiner Tante und die ersten paar Tage waren ja auch ganz ok, ein bisschen Abwechslung, wir telefonierten zwar täglich, trotzdem hab ich dich unheimlich vermisst. Dann bekam ich eine Meldung von mir, dass du uns beide liebst und uns auch schrecklich vermissen würdest und dich schon auf das Wochenende freust. Da ich mich ja auch so sehr nach die sehnte, dachte ich, ich könnte dir eine Überraschung machen und vor schon vier Tage früher ab, ich zog Fabio extra noch den süßen Strampler an, den ich neu für ihn gekauft hatte, machte mich selbst noch schick. Ja, eine Überraschung war es wirklich für dich gewesen, aber eine gelungene? Ich bezweifle es! Den als ich dann unsere Wohnung aufschloss und dich in unserem Schlafzimmer, in unserem Bett mit dieser Blondine inflagranti erwischte, sahst du nicht sehr glücklich darüber aus, dass wir unangemeldet früher zuhause waren. Wieder steigen mir Tränen in die Augen, wenn ich daran denke. Ich habe gar nicht nachgedacht, bin einfach rausgerannt, das Treppenhaus runter mit dem Kleinen und hab laut geschluchzt, du kamst uns noch hinterher, sagtest dass du nur mich liebst, dass es dir leid tue. Ich habe jetzt noch das Geräusch im Ohr, das es machte, als ich dir eine schallende Ohrfeige gab. Du warst immer noch nackt, hattest gar keine Zeit gehabt, dich anzuziehen, standst einfach nur im Hauseingang neben mir. Dann weiß ich auch nicht mehr, ich hab den Kleinen zu meinen Eltern gebracht, wollte jedoch nicht bei ihnen bleiben, dann bin ich mit dem Bus zu meiner Freundin gefahren, die Leute haben mich vielleicht komisch angeschaut, ein paar fragten, was los sei, kommt wahrscheinlich nicht allzu oft vor, dass ein junges Mädchen im Bus sitzt, das herzzerreißend weint. Ja und jetzt sitze ich hier, die Tränen kommen mir wieder und ich kann dich einfach nicht verstehen, verstehen, wie du mir bzw. uns so etwas antun konntest...
Kommentare
kitaa@freenet.de schrieb am 2006-03-23 21:52:23:
beste Story bis jetzt gelesen, nur weiter so ;-))))
CogitoErgoSummi schrieb am 2006-02-26 13:39:20:
sehr authentisch. sowas passiert ja täglich.
ich hatte allerdings beim lesen den eindruck, du hattest einn unglaublich fülle an ideen, die alle auf einmal kamen udn du konntest es nicht richtig abwarten.....hast holterdipoletr daruflos geschrieben. es gab einige stellen, die mir wirklcih ein dorn im auge waren: z.b. "aber für was gab es bibliotheken"(einfach weglassen! - deine leser sind schließlich nicht vollkommen dämlich, können ihre infos auch aus'm kontext erschließen..... - hättest insgesamt einiges weglassen können)
"großartig mehr erfahrung" ?? ---- (besseren ausdruck finden)
"du warst nur sommerarbeiter" ?? ---- (weglassen)
"überwand, war dieser positiv" ?? ---- (klingt komsich..... ausschmücken)
"ich rief dich an" ?? ---- (sie kann aber plötzlich ziemlich gut italienisch sprechen.... über eine schwangerschaft zu reden auf einer fremden sprache ist....hm.....schreib wenigstens, dass sie schon sehr gut spricht....)
"nach ca. einem monat" ?? ----(armes baby - zwar möglich, aber lass ihr doch nch etwas mehr zeit....)
die kleinen tippfehler, die sich beim schreiben einschleichen könntest du vermeiden, indem du die geshcichte nochmal durchliest, dann fallen dir solche details möglicherweise auch auf.... (?) - hat man mir auch shcon vorgeworfen.... ;)
frohes schaffen!
Inchen schrieb:
boah was für'n dummes arsch. Ich kann dich gut verstehen... kopf hoch. Life goes on. Gruß
Inchen
lenny@gmx.de schrieb:
Ich find die Geschichte gut. Der Schreibstil ist cool, man kann sich alles richtig gut vorstellen, wegen den ganzen Details und so. Das (Fast-)Ende war ein bischen voraus zu sehen, aber das find ich nicht schlimm. Ich find die Story toll, aber n wenig zu kurz. Zum Schluss ist man ziemlich sauer auf den ollen Eisverkäufer, die Erzählerin tut einem leid und es ist wieder einmal bewiesen, dass man Blondinnen nicht trauen kann. :-)
dolcezza16@gmx.de schrieb:
danke lenny, freu mich,dass dir meine geschichte gefällt, bin aber selbst ne blondine ;-)
Andytheslayer@web.de schrieb:
Die Geschichte ist, trotz der paar Schreibfehler, gut gelungen. Man kann sich das wirklich gut vorstellen, wie sich alles abgespielt hat. Weiter so ;)
Ähm,hab keine schrieb:
Hi Dolcezza, fettes Lob für deine Story, bitte schreib doch auch ne Fortsetzung, will wissen wie es weitergeht, hoffentlich mit Happy-End *gg* Liebes Grüßle Sarah
ina-schaeffauer@web.de schrieb:
hey meine süße die geschichte ist echt hammers knuffig geworden...besonders das alles so life rüberkommt ,man kann sich super gut in deine lage versetzen..und der arsch sag ich immer ists net wert *g*g*g*g*
dolcezza16@gmx.de schrieb:
Hi meine süße knuffelige Maus, danke,dass dir die Story durchgelesen hast, bin froh dass es dir gefällt und dass du es dir durchgelsen hast!!!Ich lieb dich und langsam glaub ichs auch, dass des n drecksack ist!!!
ich bin doof@doofheit.com schrieb:
also die geschichte hab ich nich gelsesen, aber den titel gibt es schon(oder zumindest so ähnlich). Gib es zu!
Autorin schrieb:
Wenn du sie nicht lesen willst, dann brauchst auch kein Kommentar abzugeben, das ist nämlich ziemlich blöd, die Geschichte bedeutet mir sehr viel und wenn du dir die Mühe gemacht hättest, sie mal näher zu betrachten, dann hättest du vielleicht auch gemerkt, dass ,,Schokoladeneis" eine besondere Bedeutung gehabt hat!
christianmethner@yahoo.de schrieb:
echt eine schöne geschichte. Spannend erzählt. der schluss gefällt mir sehr weil eine gute geschichte braucht kein happy end!
amanita° schrieb:
gefällt mir auch total gut, man kann sich richtig hinein versetzen
... ja kenne das..diese verdammten südländer..und doch kann man ihnen nicht wiederstehen *seufz*
ledina7@gmx.ch schrieb:
hey woow echt schöne geschichte. ich hab richtig mitefühlt! wenn das mein Freund mir antun würde,(er ist übrigens auch italiener) ich würde ihm die Eier austreten (sorry) =P aber mach weiter so gruss
armani007@web.de schrieb:
hey
echt gute geschichte aber mal ehrlich es sind nich alle italiener so
bin selber einer und ich glaub nich das ich oder welche von meinen freunden aus italien sowas machen würden...
also trotzdem geile geschichte
keineahnung79@gmx.de schrieb:
hy,
...klasse geschrieben, habs glatt 2 mal gelesen. Der typ hat dich garnet verdient.
Kommentar hinzufügen
|
 |
|
|