Kategorien >
Beziehungen > 1024 Error while loading Unterkategorie object in class.GeschichteAdoDB.php @ line 587
Schwach geworden
von
Rosemarie Möller
Tina lies noch etwas heißes Wasser in ihr Bad und genoss die Wärme, die
ihren Körper entspannen lies. Es war Sonntag Morgen. Da sie keine
Langschläferin war, zog sie es vor, den Sonntag Morgen in Ruhe zu genießen,
bevor ihre Familie Leben in den Tag brachte. Wohlwollende Düfte verwöhnten
ihre Sinne und ließen die Erinnerung der vergangen Nacht an ihr noch einmal
vorüberziehen.
Was war mit ihr geschehen?
Wie schon öfter ging sie mit ihrer Besten Freundin Sabine aus. Sie hatten
sich entschlossen, in eine Diskothek zu gehen, denn beide liebten die Musik
und wollten sich einen ganzen Abend lang dem Tanzen hingeben. Doch alles kam
anders als sie geplant hatten. Tina und Sabine waren gut gelaunt und
tauchten ab in eine andere Welt, in der Alltag keinen Zutritt hat.
Nach kurzer Zeit zogen sie die Aufmerksamkeit zweier äußert nett aussehender
Männer auf sich. Sabine, war seit einem Jahr geschieden und freute sich über
die neugierigen Blicke dieser süßen Typen sehr. Sie hatte das alleine sein
satt und hätte gerne wieder ein Anhängsel an ihrer Seite.
Tina jedoch, die schon seit 20 Jahren verheiratet war, war nicht auf der
Suche, denn sie hat Zuhause einen sehr lieben Mann, mit dem sie ein sehr
glückliches Familienleben hatte. Sie schien zufrieden zu sein, denn es fehlt
ihr an nichts. Sie hat ein sehr schönes Heim, das sie sich mühevoll
erarbeitet haben und drei fast erwachsene Kinder. Es gab nur einen Mann in
Tinas Leben, Thomas, ihre große Liebe. Noch nie hat sie daran gedacht, ihn
zu verlassen. Sie teilte mit ihm alles, in guten und in schlechten Zeiten,
so wie sie es vor 20 Jahren versprochen hatte. Sie fühlte sich als
vernünftige Frau, der klar war, das auch andere Männer irgend wann nicht
mehr so sind, wie sie es am Anfang waren. Denn in jeder Beziehung verliert
sich nach so vielen Jahren die Verliebtheit und bleibt nur noch ein Teil der
Erinnerung. Die Leidenschaft schläft ein und die Schmetterlinge im Bauch
sind fort. Liebeserklärungen gibt es kaum noch, weil man das Zusammensein
gewohnt ist und sich in Sicherheit wiegt. Es schmerzte Tina ein wenig, das
sie auf die Leidenschaft und die Schmetterlinge im Bauch bis an ihr
Lebensende verzichten sollte. Mit dieser Vorstellung zu leben oder sich
damit ab zu finden, fiel ihr doch schwer. Denn sie konnte sich nur dann als
Frau fühlen, wenn ihr Hunger nach Leidenschaft wenigstens ab und zu einen
Happen bekommt. Ihr Hunger muss nicht wohlgenährt sein, er sollte nur nicht
dauernd danach verlangen.
Sabine schaffte es, mit ihrem sympathischem Lächeln, das diese zwei süßen
Typen neugierig wurden. Es dauerte nicht lange, da verließ einer von den
beiden den Standort und bewegte sich in Richtung Tina und Sabine. Es war
wohl so eine Art Erkundungsgang, um sich die fröhlichen Mädels anzusehen.
Tina hatte es für einen Moment leid, immer nur der passive Zuschauer zu
sein. Sie fand den auf sie zukommenden Fremden sehr interessant und wollte
wissen, ob sie noch Wirkung auf so einen gutaussehenden Mann hatte und
dachte sich:
„Mal sehen was ich noch drauf habe!“
Ganz ohne Hintergedanken wollte sie einfach nur wissen, was ihre Augen noch
hergaben. Sie sah es als eine Art Test, der für sie in diesem Moment sehr
wichtig wurde.
„Ob er meinen Augen wiederstehen kann?“
Nun war es so weit, das unbekannte Opfer, das zur Steigerung ihres
Selbstbewusstsein diente, kam näher. Wenige Meter trennten sie noch von dem
Moment des Augenkontaktes. Tina wartete den richtigen Zeitpunkt ab, bis er
auf ihrer Höhe war. Da war er, sie erhob ganz elegant ihren Kopf und sah
diesem Mann direkt in die Augen. Als ihre Augen sich trafen, gab Tina noch
ein Lächeln hinzu. Es war eine Art Beigabe aus Dankbarkeit, den er sah sie
an, als wäre er erfreut, solch schöne Augen zu sehen.
Einen Moment lang wurde Tina ganz schummrig. So, als hätte sie ein Glas Sekt
zu schnell getrunken. Ihr war nicht bewusst, was sie tat, als sich ihre
ganze Leidenschaft in ihren Augen wiederfand. Er blieb für einen kurzen
Moment stehen, so als ob er in ihren Augen das sah, was sich wiederfand.
Tinas Herz begann schneller zu schlagen, denn ihr war klar, das in diesem
Moment ihr Spiel angenommen wurde. Er lächelte zurück ging weiter und Tina
lachte um ihre Aufregung zu verstecken, denn sie wollte keines Falls von
Sabine dabei ertappt werden. Ganz aufgeregt sah sie dann zu Sabine und
stellte mit Entsetzen fest, das sie gar nicht mehr neben ihr stand. Sie
hatte in diesem Moment gar nichts mitbekommen. Erschrocken suchten ihre
Augen nach ihr und sie fanden sie, als sie gerade mit dem anderen der beiden
Männer in das Bistro nebenan ging.
Das Lachen und ihr wunderschönes Erfolgserlebnis verliehen ihr eine
besondere Ausstrahlung. Tina stand nun ganz alleine da und kam sich etwas
Verlassen vor. Es waren zwar viele Menschen um sie herum, doch sie hatte das
Gefühl alleine zu sein. Vielleicht deswegen, weil sie sich vorstellte, was
passieren könnte, wenn dieser Fremde wieder an ihr vorbei geht. Es könnte
sein, das er bei ihr stehen bleibt und sie anspricht. Dieser Gedanke
bereitete ihr ein wenig Unwohlsein, denn sie war nicht gerade in Übung, mit
solchen Situationen. Genau so kam es. Bevor sie diesen Gedanken weiter
dachte, stand er bereits vor ihr und sah sie lächelnd an.
„Hallo!“ Sagte er mit elegantem Tonfall.
Als sie ihn ansah, zeichnete sich ein sehr nettes Lächeln auf seinem Mund
ab. Er stellte sich neben sie und sagte:
„Ich bin Tobias!“
„Hallo! -Tina!“ Erwiderte sie mit freundlicher Stimme.
Tina konnte ihre Aufregung nur schwer verbergen, denn das gehörte nicht zu
ihrem Plan, diesen Flirt weiter zu führen. So weit ging ihre Vorstellung
nicht, als sie ihn ansah. Sie wollte ihm nur mal in die Augen sehen, um zu
erfahren, das sie noch eine Frau ist, die gesehen wird. Das wäre schon O.K.
gewesen und es hätte ihr schon genügt, denn an mehr dachte sie in keinem
Moment dabei. Doch nun stand er vor ihr und begann sich mit ihr zu
unterhalten. Seine Stimme klang sehr sympathisch und seine Augen strahlten
sie selbstbewusst an, so als hätte er keinerlei Aufregung in sich. Mit jeder
Minute entdeckte Tina in seinem Gesicht Schönheit und Eleganz, die von
seiner angenehmen Art zu sprechen unterstrichen wurden. Sie unterhielten
sich eine ganze Weile, ohne das Langeweile aufkam. Immer wenn er sprach,
nutze Tina die Gelegenheit in genau zu beobachten. Ihre Blicke wanderten
über sein ganzes Gesicht. Der Duft seines Eau de Toilettes verführte ihre
Sinne dazu, auf seinen Mund zu sehen. Ihre Sinne verfingen sie sich auf
seinen Lippen, es kam ihr vor, als würde sie dort bleiben wollen. Sie hörte
seine Worte mit einem Schall untermalt, als kämen sie aus der Ferne. Sein
Mund schien Tina in den Bann der Leidenschaft zu ziehen. Ihr Gehör wurde von
den Sinnen abgelenkt und ihre Augen waren nur mit der Bewegung seiner Lippen
beschäftigt.
„Ich will diesen Mund küssen!“ Dachte sich Tina.
Dieser Satz löste eine Art Besessenheit ihn ihr aus, die ihr Blut heiß
werden lies.
Tobias erzählte weiter und schien im ersten Moment nicht zu bemerken, auf
was sich Tina gerade konzentriert. Immer wieder wiederholten sich die Worte
in ihrer Gedanken:
„Ich will diesen Mund küssen!“
Ganz in ihrem Wunsch vertieft, schloss sie ihre Augen und atmete tief den
Duft ein, den Tobias bei jeder Bewegung verteilte. Für eine Sekunde vergas
sie sich selbst in der Vorstellung ihrer Gedanken, dann öffnete sie die
Augen wieder. Tobias spürte in diesem Moment, das Tina ihm nicht wirklich
zuhörte und hielt inne. Tina hatte einen besonderen Glanz in ihren Augen,
der Tobias anregte. Er fing an ihre Gedanken war zu nehmen, so als würde er
sie lesen können. Er sah sie an und verspürte auch den Gedanken, sie küssen
zu wollen.
Kaum flog dieser Gedanke durch seinen Kopf, kam Tina seinem Mund ein Stück
näher und sah auf seine Lippen.
Tobias sah auf ihren Mund und Tina kam ihm noch ein kleines Stück näher, so
das er die Wärme ihres Mundes spüren konnte. Tobias konnte diesem starken
Wunsch, der auf Tinas Lippen geschrieben war nicht mehr wiederstehen und
küsste sie.
Längst vermisste Gefühle stiegen in Tina auf, sie fühlte sich zurückgesetzt
in eine längst vergangene Zeit. Die Energie der Leidenschaft floss durch
ihren Körper und stillte den wieder erwachten Hunger. Lange schlummerte
dieses Gefühl in ihr und nun kam es ihr vor, als würde es wiedergeboren.
Alles um sich herum vergaß sie in diesem zeitlosen Moment, in dem die
Sekunde stehen blieb. Sie genoss das Gefühl dieses Augenblickes, sie fühlte
sich wieder wie eine Frau und nicht nur wie eine Ehefrau und Mutter.
Tobias lies sich von Tinas leidenschaftlicher Art zu küssen mitreißen, so
als ob er ihre Sehnsucht stillen wolle. Als Tina ihren Hunger nach dem Kuss
gestillt hatte legte sie eine Verschnaufpause ein. Tobias nahm sie in seine
Arme und drückte sie an sich, so als wären sie ein Liebespaar. Das weckte
Tinas Verstand, denn in diesem Moment wurde klar, was sie da tat. Sie dachte
an ihren Mann, der Zuhause auf sie wartete. Ihr Herz klopfte bei den
Gedanken, die ihr jetzt durch den Kopf gingen.
„Mein Gott! Was tue ich hier bloß?“ dachte sie.
Sie befreite sich vorsichtig aus den Armen dieses fremden Mannes, den sie
gerade so leidenschaftlich küsste.
Tobias sah, das sich Tinas Gemüt verwandelte. Im ersten Moment verstand er
nicht, was nun in sie gefahren war. Doch als sie sich immer mehr von ihm
zurückzog, wollte er wissen, was der Grund des plötzlichen Abkühlens war.
Verlegene Stille kehrte ein und Tina sah ihn bedrückt an. Ihr war klar, das
sie ihm nun eine Erklärung schuldig war. Sie atmete tief durch und trank
einen Schluck Wein, dann nahm sie seine Hand und erklärte ihm den Grund
ihres Verhaltens und was dahinter steckte. Tobias lachte, obwohl ihm diese
Geschichte nicht so erfreute. Ihm war aber klar, das er gerade Opfer einer
hungrigen Hausfrau wurde und es dauerte nicht lange, da verabschiedete er
sich von Tina.
Tina tat das es sehr leid, was sie Tobias antat, doch sie musste dem ganzen
ein Ende schaffen, bevor noch mehr passierte, und sie nicht mehr Herr der
Lage war.
„Bin ich eine schlechte Frau?“ dachte sich Tina, während sie mit
dem Schwamm ihre Haut streichelte und noch heißes Wasser in ihr Bad einließ.
„Mein Gott! Ich hab letzte Nacht einen anderen Mann geküsst und habe
es dazu auch noch genossen. Es war so schön und doch fühle ich mich
schuldig.“
„Ein bisschen schuldig, aber doch ein bisschen verzaubert.“
dachte sie, mit einem Lächeln.
„Was würde passieren, wenn Thomas davon erfahren würde?“ fragte
sie sich mit einem komischen Gefühl im Magen. Doch diesem Gedanken lies sie
keine Chance sich festzufressen und sie beschloss, es für sich zu behalten.
Tina fühlte sich Hin und Her gerissen. Sie lies in ihrer Erinnerung das
Gefühl des Kusses wie einen schönen Traum noch einmal an sich vorbeiziehen
und stellte sich die Frage.
„Warum kann ich das nicht mehr mit Thomas erleben? Dann müsste ich
jetzt kein schlechtes Gewissen haben.“
„Ich wünsche mir so sehr, das ich das mit Dir erleben kann!“
sprach sie in Gedanken zu ihrem Mann!
Mit diesem Wunsch stieg sie aus der Wanne und trocknete sich schnell ab,
damit ihr Körper nicht abkühlen konnte. Dann legte sich ins Bett und
kuschelte sich an ihren Mann ran. Sie weckte ihn ganz sanft mit liebevollen
Streicheleinheiten. Stück für Stück schaffte sie es seine Sinne zu wecken.
Voller Freude fühlte sie wieder ein Kribbeln im Bauch, das letzte Nacht in
ihr geweckt wurde und gab sich der Flut ihrer Leidenschaft hin. Sie lies
sich einfach gehen und liebte ihren Mann mit ihrer ganzen Leidenschaft, der
sich sehr darüber freute.
Als sie ihn später beim Frühstück gegenüber saß, war ihr klar, das sie
Thomas immer noch sehr liebte und das sie sich ein Leben ohne ihn nicht
vorstellen konnte. Sie wusste, das ihr die vergangene Nacht nur gezeigt hat,
das sie noch eine begehrenswerte Frau war. Diese Bestätigung half ihr, die
nötige Kraft zu finden um auch Thomas zu zeigen, das sie noch eine
leidenschaftliche Frau ist und wenn er sie auch noch so liebt, wie sie ihn,
dann weckt sie auch in ihm das eingeschlafene Feuer wieder.
Das Erlebnis des Kusses mit Tobias wird sie nicht vergessen können. Es war
zu schön, um es einfach so zu vergessen. Doch eines war ihr klar: Es wird
ein Erlebnis bleiben, das eine Veränderung in ihren Gefühlen bewirkte, das
ihr durch Schwäche zum Geschenk wurde.
Kommentare
Winkra schrieb am 2007-02-06 11:51:14:
Also ich finde die Geschichte nicht ganz gut,
sondern toll und hoffentlich öfter zutreffend,
sowohl von weiblicher als auch von männlicher Seite.
Ich finde Tina ist eine starke Frau und hoffe,
unter uns Männern gibt es auch starke Männer.
Denn es ist schwer, stark zu sein, und
vielen ist es vielleicht schöner schwach zu sein
hui schrieb:
da bin ich wohl die erste die schreibt, ich find die geschichte ganz gut. Kann es nur leider selbst nicht nachvollziehen. Bin nicht verheiratet.
Kommentar hinzufügen