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Kategorien > 2. Weltkrieg > Kriegszeiten

Schwalben frieren nicht!

von Manu

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Es war kalt es, es war sehr kalt obwohl es erst November war lag Schnee auf den Wiesen und auf den Ästen der Bäume. Meine Mutter hatte schon in der Früh Feuer gemacht, so war es wenigstens in der Küche angenehm warm. Viel sprachen die Erwachsenen nicht zur Zeit und wenn sie etwas sagten weinte Mutter oft. Großvater, der in letzter Zeit immer besorgter aussah, hörte Radio wenn wir abends wieder die Fensterläden schlossen und das Licht loschen, damit niemand klopft wie es schon einmal passiert war, davor fürchteten sich alle, auch ich. Er hat mich gezwungen zu versprechen, dass ich nie jemandem erzählte, dass er das tat. In der Schule, die jetzt immer in einem alten Wirtshaus war, da das Schulgebäude voll mit Soldaten war, kamen manchmal uniformierte Männer vorbei und fragten welche Radio Sender unsere Eltern gestern Abend gehört hatten und ob sie Menschen bei sich versteckt hielten. Mich hatten sie noch nie gefragt, doch ich wusste dass ich lügen müsse.
Auf der großen, alten Eiche die vor unserem Haus stand saßen einige kleine schwarze Vögel. Mein Großvater der neben mir auf der Eckbank saß sagte, als wieder einer der Vögel leblos zu Boden viel, langsam fast wie in Zeitlupe, wie eine dicke schwere Schneeflocke, als ob ihn seine kleine Seele noch zu retten suche: "Sie haben es nicht geschafft dieses Jahr, die Schwalben."Dabei bewegte sich kein Muskel seines Gesichts außer denen die unbedingt nötig waren um den Mund zu öffnen. Ich fragte mich ob sie auch so froren wie ich, wenn ich in meinem Bett das aus Tüchern die über Stroh gespannt waren, in dessen Mitte eine Kuhle war die die form meines Körpers hatte, dieses Bett welches in diesem kleinen eisigkalten Raum stand den man nicht Heizen konnte. Oft hätte ich gewünscht in der Küche auf der Eckbank Schlafen zu dürfen, doch ich traute mich nichts zu sagen. Wenigstens war es zurzeit wieder Still bei uns im Dorf, nachts hörte man nur noch selten Schüsse und es gab fast keinen Alarm wegen Luftangriffen mehr. Das war so weil die "guten" Soldaten da waren, wie sie Großvater immer nannte, sagte er. Vater war auch Soldat aber er ist gefallen das hat mir meine Mutter am Vorabend erklärt, ich wollte es aber zu dieser Zeit nicht verstehen. Oder ich verstand tatsächlich nicht, dass mein Vater nicht mehr wieder kommt.
Plötzlich klopfte es an der Tür Großvater ging und öffnete sie, es war einer der Männer die er abends manchmal im Wirtshaus traf. Er hatte einen Laib Brot dabei und wollte ihn gegen etwas von Vaters selbst geräuchertem Speck tauschen. Jetzt wo er noch nicht wurmig war, denn lag er erst mal ein par Monate musste man ihn abkochen damit die Fliegenmaden und deren Kot aus dem Fleisch gewaschen wurden. Ich überlegte mir Raus zugehen und ein bisschen im Schnee zu spielen vielleicht waren die Dorfkinder ja auch da. Schnell zog ich meine Abgewetzten Schuhe an und machte mich auf dem Weg zum Dorfplatz. Dort angekommen sah ich hinten bei dem Hügel vor dem Wald Braungrüne Fahrzeuge stehen ich entschloss hinzugehen. Langsam und geduckt stieg ich den kleinen Hügel hoch. Unten sah ich einige Soldaten die ein Feuer gemacht hatten und darüber etwas zu Essen zubereiteten. Die meisten von ihnen sahen müde und ausgehungert aus. Eine Weile ließ ich meine Blicke über ihr Lager wandern und sog jedes Detail in mich auf. Seit der verrückten Frau die der Pfarrer mit Weihwasser bespritzte, weil sie um sich schlug und wirres Zeug schrie hatte ich nichts mehr so aufregendes gesehen. In dem Moment als ich begann mir Gedanken zu machen was wohl geschehen würde, sollte mich einer von ihnen sehen, rief mich einer der Soldaten zu sich und sagte in gebrochenem Deutsch "Kannst du Bringen Zwiebel für Essen? Wir bräuchten sehr wichtig!"
Er tat mir leid, der Soldat, also lief ich so schnell wie möglich den kurzen Weg nachhause. Wir hatten viele Zwiebeln das wusste ich, daheim angekommen ging ich zu Großvater und erzählte ihm von dem Soldaten. Er sagte wir bräuchten das Essen für den Winter und ich solle ihm ja nichts schenken weil es uns sonst fehlen würde. Ich war anderer Meinung mir taten sie leid, die Soldaten wie sie in ihrem Lager am Feuer zusammengepfercht saßen und angst und hunger hatten, wir hatten sicher genug zu Essen. Also ging ich in den Keller und stopfte so viele Zwiebeln in meinen Schurz wie nur hineingingen. Mit ausgebeulten Kleidern ging ich zurück zur Haustür an der Großvater noch immer mit dem Brot-Mann stand ich ging an ihnen vorbei Opa sah mir mit einem traurigem, zweifelndem Blick hinterher. Ob er es bemerkt hatte?

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Kommentare

Manu schrieb am 2009-12-16 21:33:38:
Vielen Dank dachte eigentlich nicht dass die Geschichte gefällt;P aber man lässt sich in diesem fall gerne vom Gegenteil überzeugen!

vG
JH schrieb am 2009-12-15 19:52:38:
Hi,

eine coole Geschichte ... du solltest weitermachen! So wie du schreibst kaannst du etwas erreichen und super Geschichten schreiben

Versuch dich doch mal an anderen Themen!
Ich gucke mir immer die Themenleiste hier bei Storyparadies durch und sehe da z.B. "Internet" und dann kommt mir ne idee - versuchs doch mal!

bb

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