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Kategorien > Liebesdrama > Schmerz, ein anderes Wort für Liebe

Schwarz, weiße Federn -26-

von Zahra Kritar

1

Schwarz, weiße Federn -26-

Yuriko lag auf etwas weichem, was konnte er bisher nicht sagen. Nur, das es um ihn herum still war, außer das gleichmäßige Atem zu seiner rechten. Mit größter Anstrengung öffnete er seine Augen und blickte in das freundliche Gesicht eines Mädchens.
„Du hast lange geschlafen.“ begrüßte sie ihn. Mühevoll richtete er sich auf und musterte sie genau. Ihre braune Haut und die Haselnussbrauen Augen starrten ihn gespannt an.
„Was…“ er stöhnte und griff an seinen Rücken. Seine Finger berührten glatte Haut.
„Möchtest du etwas trinken? Oder Essen?“ Er ließ sich zurückfallen und sah hinauf, auf die niedrige Decke, die mit Pferdepostern beklebt war.
„Nein, eigentlich … möchte ich nur zurück.“ flüsterte Yuriko leise.
Sie schien verwirrt und legte ihn beruhigend eine Hand auf den Arm.
„Ähm… vielleicht erholst du dich erstmal. Du hattest Fieber und hast geschrieen…“
Bei diesen Worten wurde sie rot und brach verlegen ab. Yuriko fühlte sich deswegen schlecht und versuchte das Thema zu wechseln.
„Wie ist dein Name?“
„Bella.“ Bella, er ließ sich den Namen auf der Zunge zergehen.
„Ein sehr schöner.“
„Danke.“ Es herrschte eine angespannte Stille, in der jeder es tunlichst vermied den anderen anzusehen.
Yuriko räusperte sich und sprang auf. Das Mädchen, namens Bella zuckte heftig zusammen.
„Verzeihung, aber ich muss jetzt gehen.“ verabschiedete er sich und hoffte, sie würde ihn nicht aufhalten.
Mit vorsichtigen Schritten und noch etwas wackelig ging er aus dem Raum, doch am Türrahmen meinten sie, „Entschuldigung, wenn ich frage, aber wer ist Jillian?
Und der Rat? Wer bist du?“
Yuriko hielt die Luft an.
„Ich bin jemanden, den du besser nicht kennen lernen solltest.“ sagte er ruhig und drehte sich zu ihr um. Bella starrte ihn mit großen Augen an, „Warum nicht?“ flüsterte sie.
Ja, warum? Warum war er so gefährlich. Warum brach er diesem Mädchen das Herz, obwohl sie ihn gerettet hatte?
„Weil, „er schloss die Augen und suchte nach den richtigen Worten. „Weil ich nicht der bin, für den du mich hältst.“ Sie sah enttäuscht aus. Yuriko streckte unwillkürklich eine Hand nach ihr aus, ließ sie dann aber wieder sinken.
„Wenn du klug bist, hältst du dich von mir fern.“
Das Mädchen stand unsicher auf und blickte ihn an.
„Und was ist, wenn nicht?“
Er schüttelte den Kopf, „Dann machst du es mir nur noch schwerer.“
Sie kam näher auf ihn zu, die Augen unverwandt auf ihn gerichtet. Wenn sie jetzt schon seinem Bann erlag, wie wäre es erst, wenn Bella ihn in seiner richtigen Gestalt sehen würde?
Das Mädchen würde sich vergessen. Hoffnungsvoll vergessen.
Sie berührte sacht seinen Arm und er zuckte zusammen. Berührungen waren ihm fremd.
Schrecklich fremd, dass die zärtliche Liebkosung schmerzte.
Yuriko schaute hinaus aus dem Terrassenfenster ihres Zimmers, „Bitte, hör auf damit.“
In diesem Moment klingelte irgendetwas und nach ein paar Sekunden rannte das Mädchen aus dem Raum. Das Klingeln erstarb und eine Tür wurde geöffnet. Yuriko seufzte und wandte sich dem Fenster zu. Er betrachtete noch einmal seine Umgebung und verschwand in den hellen Tag.

Es war wahrlich deprimierend, das ein Engel im Müll auf der Straße schlief und er war sich vollkommen bewusst, dass ihn der Rat beobachtete.
Mit halb geschlossenen Lidern sah er, wie die Menschen an ihm vorbeieilten.
Yuriko würde wohl die Zeit dösend verbringen, bis er wieder im Himmel war.

Yuriko

Er horchte auf. Wer rief seinen Namen?
„Wer seid ihr?“ wisperte er.

Yuriko, der Rat, weißt du noch? Wir haben dir befohlen das Leben eines Sterblichen zu führen. Was liegst du da im Dreck? Geh zur Schule. Wer weiß, vielleicht findest du ja dein Glück oder du hast es bereits getroffen.

Damit war die Nachricht vorbei. Schule, er sollte zur Schule gehen?
„Wie? Wie bei Vaters Sohn soll ich in eine Schule gehen?“ brüllte er so laut, dass sich die Menschen auf der Straße zu ihm umdrehten.
Wie das Schicksal es wollte oder besser der Rat fuhr in diesem Moment ein Bus aus Frankreich vorbei, in dem ein französischer Austauschschüler saß. Mit gelangweiltem Blick beobachtete der Junge das treiben. Yuriko spürte den Hauch der Magie und plötzlich schlängelte der Bus, überschlug sich und raste in ein Backsteinhaus. Ein heller Schatten glitt aus den schwarzen Rauchwolken des Busses und flog gen Himmel.
„Möge der Herr deiner Seele gnädig werden.“ murmelte Yuriko und ging langsam auf den Bus zu. Die Menschen verrichteten weiter ihre Arbeit, als hätten sie nichts davon mitbekommen. Das beschädigte Fahrzeug richtete sich wieder auf, die Dellen wurden wieder glatt und der letzte Rauch löste sich aus. Er stieg ein, grüßte den Busfahrer, der nun ein Luftgeist war, und setzte sich nach ganz hinten. Nun war er der französische Austauschschüler und würde gleich seine Schule kennen lernen oder was auch immer. Für seine Bestrafung wurden zwei Menschenleben geopfert.
Zwei für eins.

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Kommentare

Bonita schrieb am 2008-06-28 19:33:28:
Freu mich schon auf den nächsten Teil!
Besonders der Schluss hat mir gut gefallen!!! Zwei für eins...
Aber so wie ich dich kenne wird da noch mehr Opfer geben...^^
linh schrieb am 2008-06-14 16:50:12:
och duuuuu
schreib doch ma weiter...
find deine geschichten doch soooo toll
oder wartest du noch auf hunderte von kommentaren??
gracy schrieb am 2008-06-12 13:40:33:
ich kann mir schon denken was jetzt kommt u freue mich auf den nächsten teil!! die idee, das yuriko jetzt erstmal als mensch leben soll finde ich absolut toll!!!^^

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