Schwarze Federn - Teil I
von
Dante
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Schwarze Federn
Der Himmel über der Großstadt New Faithshire vefinsterte sich bereits, aber trotzdem pulsierte die Stadt noch vor Leben. Die Straßen waren immer noch voll von Menschen, die ihren allabendlichen Beschäftigungen nachgingen, und überall konnte man die roten und weißen Lichter der vielen Autos sehen.
Die riesige Kathedrale stand mitten im Herzen von New Faithshire. Sie war ein Meisterwerk der gotischen Baukunst; hoch aufstrebend, grazil wie ein Skelett und reichlich verziert. Dunkel ragte sie mit ihren vielen Türmen über der ihr zu Füßen liegenden Stadt auf. Zwischen den vielen kleinen und großen dämonisch anmutenden Wasserspeiern, die auf den steinernen Gesimsen hockten, fiel die schwarze Gestalt, die so weit oben auf der Kathedrale stand, gar nicht auf. Ihr Blick schweifte weit über die Stadt: Die Stadt, in der er einst irgendwo zu Hause gewesen war. Es kam ihm vor wie eine entfernte Erinnerung, eine, die nicht zu ihm zu passen schien. Und doch musste dies seine Vergangenheit gewesen sein.
Ein normales Leben.
***
Einst lebte er in einem normalen Haus, irgendwo in einem sauberen Wohnviertel von New Faithshire. Keine allzu heruntergekommene Gegend, aber auch nicht mit den Vierteln in der Stadt zu vergleichen, in denen die riesigen Villen der reichen Bevölkerungsschicht standen.
Hauptarbeitgeber der Bevölkerung war ein multinationaler Konzern namens Somanton, der sich sowohl in der Forschung an als auch in der Produktion von Computertechnologie einen Namen gemacht hatte. In einem der Produktionswerke arbeiteten auch die Eltern der schwarzen Gestalt.
June. So hatten sie ihr Kind damals getauft, denn es war am ersten Juni zur Welt gekommen. Ein Kind des Sommers und des Lichts.
Eigentlich führte June ein ganz normales Leben. Er ging zur Schule, in der er kaum Probleme hatte, da er alles relativ schnell lernte und verstand; Er hatte seine Freunde, mit denen er Dinge unternahm, wie zum Beispiel Filmnächte oder Skaten im Park.
Wenn sich der Schatten anstrengte, konnte er von der Kathedrale aus die Umrisse der Baumwipfel sehen, die sich dunkel gegen den Himmel abhoben. Der Park. Dort hatte er viele Stunden seines Lebens verbracht, und doch schien ihm dies wie eine Vision aus einem anderen Leben.
Irgendwann passierte dann das, was nie hätte passieren sollen. Das, was das Leben dieses normalen Jungen vollkommen zerreißen sollte.
Wenn es etwas gab, an das sich der Schatten erinnern konnte, dann war es dieser eine Tag. Der Tag, an dem es begann.
*
Es war ein schöner, aber windiger Nachmittag im Herbst. Luftstöße fegten die Blätter durch die Straßen, sodass sie sich in einigen Ecken festsetzten; hier erwarteten sie die nahende weiße Decke des Winters, der unerbittlich nahte. Es wurde von Tag zu Tag kühler, jedoch hinderte dies die Sonne an diesem Nachmittag nicht daran, ihre ermattenden Strahlen gen Erde zu schicken.
June war es jedoch zu kalt, um draußen irgendetwas zu unternehmen. Außerdem hatte niemand seiner Freunde heute Zeit, sodass ihm ein Nachmittag, der aus Musik Hören und Faulenzen bestand, als die sinnvollste Alternative zu den sonstigen Unternehmungen erschien. So lag er in seinem Zimmer, auf seinem Bett, und hörte seine Lieblingsalben durch.
Es war so ziemlich gegen Abend, als er, während dem kurzen Moment der Stille, der entsteht, wenn ein Lied zu Ende geht und ein anderes anfängt, laute Motorengeräusche vor seinem Haus hörte.
Da er im Obergeschoss des kleinen Einfamilienhauses lebte, konnte er von seinem Fenster aus die Straße vor seinem Haus beobachten, auf der ihm jetzt zwei große, schwarze Transporter auffielen, die vor dem Gebäude gehalten hatten. Etwas verwundert entschloss sich June, sich wieder auf sein Bett zu legen; Sicherlich war es irgendein Paketservice oder etwas Ähnliches.
Doch warum waren es zwei Vans, die vor dem Haus gehalten hatten? Und warum waren sie vollkommen schwarz? Pakettransporter waren normalerweise Gelb, schwarze Fahrzeuge hatte er noch nie gesehen.
Während June noch darüber nachdachte, ging das letzte Lied der CD zu Ende.
Kurz nachdem die Stille eingetreten war, hörte er unten im Haus zwei merkwürdige, dumpfe Laute, als ob irgendetwas auf den Boden fallen würde. Dann herrschte komplette Stille.
Was war das? War es vielleicht doch der Paketservice, der zwei sehr große Pakete abgestellt hatte? Doch warum waren keine Stimmen zu hören?
Da. Ein leises Quietschen. Jemand hatte die Tür zur Küche geöffnet, die schon alt war und dessen Scharniere schon lange kein Öl mehr gesehen hatten. Irgendjemand ging dort unten herum, daran gab es keinen Zweifel.
Was war da los?
Angst. June bekam es mit der Angst zu tun, die ihn wie ein kalter Lufthauch zum Zittern brachte. Waren Einbrecher in das Haus eingedrungen?
Ein Knirschen.
Die untere Treppenstufe. Jemand war draufgetreten.
Das bedeutete, dass jemand die Treppe hochkam.
Die Treppe, die unter anderem zu seinem Zimmer führte.
Angstschweiß stand dem Teenager auf der Stirn, als er fieberhaft über seine Möglichkeiten nachdachte. Fliehen konnte er nicht, es gab keine zweite Treppe oder ähnliches im Obergeschoss, und ein Sprung aus dem Fenster würde ihm mit Sicherheit die Beine brechen.
Tok.
Die Person war die Treppe heraufgegangen und stand nun in der oberen Etage. Wenn sie sich jetzt nach links drehen würde, stünde sie genau vor der geschlossenen Tür des Zimmers, in dem sich June gerade aufhielt.
Dieser fasste blitzschnell einen Entschluss.
Es musste auf jeden Fall ein Einbrecher sein, da war sich June jetzt sicher. Die einzige Möglichkeit, die dem Jungen jetzt noch blieb, war die Flucht nach vorne.
Leise schlich er zu seiner Tür.
Er hörte Schritte, die immer näher kamen.
Seine Hand lag zitternd auf der Türklinke seiner Zimmertür
Er spürte die Vibration der Schritte in seinen Füßen.
Sie stoppten. Vor seinem Zimmer.
Mit einem plötzlichen, gewaltigen Ruck stieß June die massive Holztür auf.
Das Krachen der Kollision von Tür und Einbrecher war eindeutig. Atemlos stand June vor einem Mann in schwarzem Anzug, den er mit seiner Attacke niedergestreckt hatte. Am Kopf des Mannes lief ein kleines Blutrinnsal von einer frischen Platzwunde herab. In seiner erschlafften Hand lag eine kleine Handfeuerwaffe mit Schalldämpfer.
Panisch stürmte June die Treppe herunter, um aus dem Haus zu fliehen und um Hilfe zu rufen
Und rannte direkt in einen ähnlich ausgestatteten Mann, der ihn sofort packte. Ein stahlharter Griff legte sich um Junes Brustkorb, und er wurde emporgehoben.
Ich habe den Jungen gefunden! Ich ha
Weiter konnte der Mann nicht mehr rufen, weil Junes Fuß in seinem Schritt ihm ganz klar den Atem raubte. Fluchend fiel er zu Boden, die harte Umklammerung löste sich. Diese Gelegenheit nutze sein Opfer sofort. June sprintete los, nur noch wenige Meter, durch das Wohnzimmer durch, dann zum Flur und zur Tür nach draußen
Plötzlich blieb er wie angewurzelt im Türrahmen stehen.
Was er dort sah brannte sich für immer in
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Kommentare
Lumor schrieb am 2009-04-22 15:41:42:
tolle geschichte, bisschen langatmig
deine heimliche verehrerin schrieb am 2009-01-01 21:59:52:
du hast "Sie" klein geschrieben...
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