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Schwarze Tränen Kapitel 2

von Julie

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Mit kindlicher Vorfreude eilte Helena zu den Wagen, die sie in die Stadt bringen würden.
Außer ihr kamen nur zwei Männer mit, die die neuen Sklaven bewachen sollten.
Die Fahrt verlief ereignislos, fast fünf Stunden saßen sie in den Wagen und Helena genoss die Fahrt durch den noch jüngeren Teil des Waldes.
In der Stadt war es eng und voller Menschen. Marktschreier warben lauthals für ihre Waren, es stank nach Unrat und ungewaschener Haut.
„nicht trödeln“, ermahnte Master Wellington sie. Helena wendete ihren Blick von den edlen Schmuckstücken ab und folgte ihm durch die Menschenmassen.

„Du musst aufstehen“, wisperte Raziya ihm zu und legte seinen Arm um ihre Schulter, um ihn zu stützen.
Chike schaffte es, sich alleine auf seinen wackligen Beinen zu halten.
Männer kamen und banden die anderen Männer los, man band allen ein Seil um die Fessel und führte sie in einer Reihe ab.
„He du, zurück in die Reihe“, keifte einer von ihnen Raziya an. „Er ist verletzt, er kann nicht laufen, lasst mich ihm helfen.“ „hast du nicht gehört? Zurück in die Reihe!“, sagte er erneut und stieß sie mit seinem Gewehrkolben. Unsanft stolperte sie gegen Abhay und beide stürzten zu Boden. „Steht auf, na los“
„Er kann nicht alleine laufen, sein Bein ist entzündet.“ «bist du taub ?» « Nein, aber mir scheint, Ihr seit es » „na warte..“, fluchte er und schlug ihr mit der flachen Hand ins Gesicht.
Tränen traten in ihre Augen, ihre Wange brannte wie Feuer. „Er kann nicht laufen“, wiederholte sie.
„Für eine Negerin bist du ganz schön mutig. Gut, hilf ihm, ihr werdet euch ohnehin nie wieder sehen“
Schweigend legte sie Abhays Arm wieder um ihre Schulter und half ihm, aufzustehen. Ihre Beine drohten unter der Last seines Körpers einzuknicken. Irgendwie schaffte sie es, ihn an Land zu bringen.
Vor ihnen lag ein kleiner, ärmlicher Hafen, nur wenige Schiffe hatten hier angelegt. Bereits von Weitem hörten sie die Marktschreier und die Menschenmassen, die sich um sie tummelten.
Man führte sie eine gepflasterte Straße entlang, nach gut zwanzig Minuten waren sie auf dem Marktplatz.
Wie Tiere standen sie aneinandergekettet in einer Reihe, um sie herum gaffende Leute.
Angst machte sich in Abhay breit, nicht um sich, sondern um Raziya und Chike. Er wollte sie nicht alleine lassen. Er musste auf sie aufpassen. Ohne ihn waren sie nicht sicher.
Neben ihm stand der Mann mit den grauen Augen, ein Gewehr in der Hand. Immer bereit abzudrücken, falls jemand versuchte, zu fliehen.
Neben Raziya stand Chike und hielt ihre Hand. Erst jetzt fiel Abhay auf, wie sehr sie zitterte. „Dir wird nichts geschehen“, raunte er ihr zu. Eine schlechte Lüge.

Zielsicher steuerten sie einen kleinen Stand etwas abseits der anderen an. Elf Leute standen in einer Reihe, neben ihnen Hades mit einem Gewehr.
Helenas Augen blieben an dem Mann neben ihm haften. Seine Hose war blutverkrustet und eine Frau musste ihn stützen. Als ihre Blicke sich trafen, schaute sie schnell in eine andere Richtung.
Wellington Senior schloss seinen Sohn freudig in die Arme. „Was ist mit deinem Bein passiert?“, fragte er. „Das, Vater, werde ich dir später erzählen“ „und wo sind die vielen Sklaven, von denen du uns vor deiner Reise erzählt hast?“ „Auch das hat Zeit“
Auch Helena , die etwas im Hintergrund stand, näherte sich ihnen nun. „Was hast du hier zu suchen?“, fuhr Hades sie an, seine grauen Augen zu wütenden Schlitzen verengt.
Der Mann neben ihm schaute sie an. Noch immer verlagerte er sein Gewicht auf die Schulter der kleinen Frau. Sie erwiderte seinen Blick.
Das Leid, das sie in seinen Augen lesen konnte, ließ ihr Herz schwer werden. Was war mit ihm geschehen?
Langsam ging sie auf ihn zu.

Das Mädchen, das ihn bereits die ganze Zeit anstarrte, kam auf ihn zu. Sie schaute ihm direkt in die Augen.
„Bleib uns vom Leib“, schrie Raziya. Abhay bedeutete ihr, zu schweigen.

Hades stieß sie grob von ihm weg. „Lass ja die Finger von denen.“, befahl er ihr. Sie riss sich los und taumelte ein paar Schritte rückwärts. „Er ist verletzt, siehst du das nicht? Wenn man die Wunde nicht behandelt, verliert er sein Bein“, antwortete sie. „Ist das etwa dein Problem?“
„Hades, sie hat Recht. Was nützt eine Arbeitskraft, wenn sie nur ein Bein hat? Im Wagen soll sie sich um ihn kümmern. Gesund bringt er unserem Hof mehr“
„Unserem Hof?“, Hades schien verdutzt.
„Du hast diese Reise gemacht, um uns die besten Sklaven zu holen, die du bekommen konntest. Viele sind es zwar nicht, aber er scheint stark zu sein, wäre er gesund, könnte er mit Sicherheit eine große Stütze für den Hof sein. Die Frau und die Kinder brauchen wir nicht, aber die Männer nehmen wir alle“
Abhays Magen verkrampfte sich. Nur die Männer? Und was geschah mit Raziya?
„Ihr könnt uns nicht trennen“, flehte sie. „Sie ist hübsch, sie wird viel Geld einbringen.“, fuhr Wellington Senior fort. „George, Allan, ladet sie auf den Wagen“, sagte er an die beiden Männer gewandt, die sie begleitet hatten.
„NEIN!“, schrie Raziya. Hades hielt sie fest, während die Männer weg gebracht wurden.
„Das könnt ihr nicht machen“, Helenas Augen weiteten sich vor Entsetzen. Ihr ganzes Leben hatte sie noch niemanden so schreien hören.

Chike stützte ihn auf dem Weg zum Wagen. Er wusste, dass er Raziya und die Kinder nicht mehr wieder sehen würde.

Die Sklaven wurden auf einen der beiden Wagen geladen, Hades und sein Vater fuhren mit dem anderen. George und Allan bewachten die Männer.
Helena kniete sich vor Abhay.

Unsicher schaute sie zu dem Mann hoch. Er vermied es, ihren Blick zu kreuzen. Auf eine unangenehme und doch vertraute Art, machte er ihr Angst.

„Wie heißt du?“, fragte Abhay sie. Unsicher biss Helena sich auf die Unterlippe und schaute ihm ins Gesicht. Diesesmal schaute auch er sie an. „Kannst du nicht reden?“
„Ich heiße Helena“, ihre Stimme klang zart und hell. „Was ist mit deinem Bein geschehen?“, wollte sie wissen. „Das, was mit jedem geschieht, der versucht zu fliehen“
Ihre Hände zitterten, als sie versuchte, den Stoff oberhalb seiner Wunde entzwei zu reißen. Sie konnte ihr Herz gegen ihre Brust hämmern hören.
Warum fühlte sie sich in seiner Gegenwart so eigenartig?
Abhay lächelte kühl und riss den Stoff ab. Einen kurzen Moment später bereute er es, mit dem Stoff riss er auch den frischen Schorf von seiner Wunde. Seine Augen tränten und frisches Blut lief sein Bein herab.
„Ist die Kugel noch drin?“ „ja“ Mitleidig zog Helena eine Grimasse und nahm sich die Spange aus den Haaren.
Rote Locken fielen über ihre Schulter. „Tut mir

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Kommentare

!!! schrieb am 2008-06-10 19:09:15:
WOW!!!!! bin beeindruckt!!! man kann die story super nachempfinden!!!
lg

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