Schwerter des Todes
von
René Beilfuß
Prolog
Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, laufe ich große Gefahr, entdeckt zu werden. Der Kampf hat mich sehr geschwächt und ich glaube, dass meine Seele seitdem immer mehr der Dunkelheit verfällt. Ich hegte nie dagewesene Gedanken. Wut stieg in mir auf, so groß, dass sie unter Kontrolle zu bringen mir schwerfiel. Ich wachte schon mehrmals von unglaublichen Schmerzen gequält auf oder wurde durch meine eigenen Schreie geweckt. Ich spürte starkes Unwohlsein und starke Glücksgefühle. Ich verfiel zuweilen in tiefe Depressionen. Doch dann war es etwas Anderes. Die Präsens der Bosheit war an den Tagen, an denen ich mich versteckt hielt, unglaublich stark. Und ziemlich nahe. Gerade so, als wäre das Unheil von damals wieder auferstanden. Wie konnte das sein? Hatte ich es nicht für immer vernichtet? Kann das Glück denn immer nur von kurzer Dauer sein? Ich weiß es nicht. Innerlich wurde ich in einen Kampf verwickelt. Noch grausamer, blutiger und angsteinflößender als zu der Zeit, als der Böse noch auf Erden wandelte. Die Magier des Iradrim-Clans unterstützten mich darin, so gut sie konnten. Ich wurde trotzdem immer schwächer und mein Gegner mit jedem Schlag den ich ausführte stärker. Als ich begriff, war es zu spät. Mit letzter Kraft schreibe ich diesen Brief, jetzt, da ich weiß, dass ich unterliegen werde. Wie naiv von mir, zu glauben, dass der Böse für immer vernichtet wurde. Ich habe ihn nur verbannt, aber wenn ich diesen Kampf verliere, werde ich ihn befreien. Ich bin zu schwach, ich kann ihn nicht mehr aufhalten. Durch meine Schuld wird die Welt wieder leiden müssen. Es gibt nur einen Weg, ihn wieder zu verbannen. Der hohe Rat der Schwerter. Sie allein sind im Stande, den Bösen in seine Schranken zu verweisen. Doch eine Vision vor dem Kampf zeigte mir, jemand anderes. Er führte das heilige Schwert geschickt und mit tödlicher Präzision. Doch er wird ein Außgetoßener sein. Geboren und gelebt in der Einsamkeit. Ein letzter seiner Rasse. Ein Meister der Magie. Ein Beherrscher der Elemente und der Waffen.
Ein Zan- Deran.
In einer stürmischen Nacht, von gequälten Schreien und dem Geruch verbrennenden Fleisches gepeinigt, lag abgeschieden, in einer feuchten Höhle ein Baby. Vor ihm standen zwei menschenähnliche Gestalten, jedoch mit großen Flügeln auf dem Rücken. ?Komm! Vielleicht wird wenigstens er überleben!?, sagte einer von beiden, der Stimme nach zu urteilen ein Mann, höchstwahrscheinlich der Vater. Die andere Gestalt stand schweigend da. Ein Blitz erhellte ihr Gesicht und zeigte das runde, wunderschöne Gesicht einer jungen Frau. Doch es war vor Schmerz und Angst verzerrt. Tränen kullerten aus ihren Auge über die Wange und tropften auf den schwarzen Mantel. Dann nahm sie einen kleinen Sack zupfte sich eine Feder aus ihren einst so prachtvollen Flügeln, die jetzt nass vom Regen und rot von Blut waren, zog ein kleines Röllchen Papier aus ihrem Mantel und steckte Beides in den Sack. Den hing sie ihn, da er durch ein Lederband zugebunden war, um das kleine Bündel, in dem sich das Baby befand.
Mutter und Vater nahmen sich an die Hand, seufzten lange, fassten eine Entscheidung und gingen hinaus aus der Höhle, in ihren sicheren Tod.
1. Kapitel
Die Trennung
Danté umfasste das Amulett, das um seinem Hals hing, mit seiner kräftigen, blutig zerkratzten Hand. Es war wunderschön. Gold, in dem ein von einer Bernsteinschicht umhüllter, lupenreiner Edelstein eingefasst war. Im Bernstein befand sich eine Feder. Als er 17 Jahre alt war, übergaben ihm seine, wie er damals herausfand, Pflegeeltern ein kleines Säckchen, in dem er diese Feder und ein beschriftetes Papierröllchen fand. Die Feder war das Einzige, was er noch von seiner Mutter besaß. Nachdem er die Narchicht gelesen hatte, begab er sich in die Schmiede des naheliegenden Dorfes und fertigte dieses Amulett. Er schwor, diejenigen, die seine Eltern auf dem Gewissen haben, alles zu nehmen, was ihnen lieb und teuer war. Doch für dieses Vorhaben musste er trainieren. Der Befehl für das Massenabschlachten damals kam von höchster Stelle.
?Konzentriere dich!?, schrie Dantés Pflegevater, der auch sein Trainer war. Fast hätte der Schwerthieb Danté getroffen, doch er konnte noch in letzter Sekunde abblocken. Mit einer Kraft, die man ihm nicht zugetraut hätte, schlug er zu. Sein Vater wich einen Schritt zurück und der Schlag ging ins Leere. Der Trainer nutzte seine Chance und vollbrachte einen waagerechten Hieb. Doch der junge Mann, schließlich erst 22, zog sein Schwert unter Gebrauch aller seiner Kräfte gerade so diagonal nach Links, um den Schlag abzuwehren. Er war außer Puste, also stieß sein Vater ihm sein Schwert direkt in den Bauch. Danté ließ das Schwert fallen und hielt mit seiner Hand die Wunde. Blut floss über seine Hand und färbte den Boden. ?Verloren.?, sagte sein Vater teilnahmslos. ?Deine Gedanken waren nicht beim Kampf! Wie oft soll ich dir noch sagen, dass du dich auf deinen Gegner konzentrieren musst? Du hattest mehrere Gelegenheiten, mich zu besiegen. Denk an den Moment! Nicht an Vergangenheit oder Zukunft.?, belehrte er Danté. ?Nun komm, wir müssen essen!?, mit diesen Worten verließ er ihn.
Danté presste seine Hand an die Wunde. Sein schmerzverzerrtes Gesicht bekam einen ruhigeren Ausdruck. Anscheinend murmelte er Worte oder eine Formel, dabei fing seine Hand an, zu glühen und als er das letzte Wort sprach, gab es eine leuchtend helle Explosion des Lichtes. Als er aufstand, war dort, wo die Wunde sein sollte, nur etwas vertrocknetes Blut. Die Wunde war verschwunden.
2.
?Es tut mir leid, dass es so wenig ist, aber die Abgaben, werden immer höher und die Ernte immer weniger. Der Boden vertrocknet schneller, als das man ihn bebauen kann. Es ist, als saugt die Erde das Wasser gerade so auf.?, bei diesen Sätzen schüttelte die Alte den Kopf. Sie war hochbetagt und sehr erfahren. Ihr langes, weißes, zu einem Zopf gebundenes Haar ließ sieh etwa 20 Jahre älter aussehen. Sie war 40, doch die viele Arbeit und das plötzliche Auftauchen des dunklen Schwertes haben sie gebrochen und erschüttert. Sie weiß, dass ihnen allen noch härtere Zeiten bevorstehen. Sie trug einen schwarz-weißen Rock, einen blauen Wollpulli und darüber eine rot-schwarz karierte Schürze.
?Ist doch nicht so schlimm. Wir werden schon satt.?, versuchte Danté seine Mutter zu trösten, obwohl er selber nicht daran glaubte. In seinem Inneren kochte es. Erst wird seine gesamte Rasse durch diesen Pseudo-Herrscher abgeschlachtet und dann müssen seine Eltern hungern, während er sich von ihrer hart erarbeiteten Ernte satt frisst. Er ballte die Faust, als auf einmal seine Mutter ihre Hand auf sie legte. ?Es hat keinen Sinn, sich über etwas aufzuregen, was sich nicht ändern lässt.?, versuchte sie, ihn zu beschwichtigen. Ihr freundliches Gesicht ließ ihn wirklich etwas von seiner Wut vergessen. Danté war ein guter Junge. Er hatte schulterlanges, schwarzes Haar und war sehr muskulös. Dies lag an seiner Herkunft. Die Zan-Deran lernten schnell, ihre Waffen zu führen und waren gute Handwerker. Als Magier und Krieger waren sie unübertroffen. Dazu kam, dass ihre Flügel ihnen einen großen Vorteil im Kampf verschafften. Gerade deswegen ließ der Herrscher alle abschlachten. Er fürchtete ihre Macht. Danté übte das Fliegen und Kämpfen in jeder freien Minute. Leider waren das nicht viele Minuten, denn er musste fürchten, entdeckt und beseitigt zu werden. Die Soldaten des Herrschers waren schwach und verweichlicht, doch durch die Projektilwaffen, welche der Herrscher in seinen Fabriken bauen lässt, gefährliche Gegner. Mit seiner Magie konnte er ihnen jedoch etwas entgegenstellen, leider nicht viel. Er trug einen Großen, grauen Umhang, um seine Flügel zu verstecken und einen stählernen Brustpanzer. Außerdem besaß er ein Schwert, aber das vermochte die Kugeln nicht aufzuhalten. Dieses diente lediglich zum Üben. Er hatte verdreckte, braune Hosen an, dessen Enden in seinen schwarzen Stiefeln steckten. Er trug Knie- und Ellenbogenschoner aus Stahl, die mit Lederband an seinen Armen und Beinen befestigt waren. Als es ans Essen ging, nahm Danté die Rüstung ab, wusch sich die Hände und half, den Tisch zu decken. Er tat alles für seine Eltern, um ihnen etwas Arbeit abzunehmen.
3.
Danté hatte gerade seine Rüstung angelegt, da schrie seine Mutter, die gerade gehen wollte: ?Soldaten! Schnell, Danté, du musst dich verstecken! Sie dürfen deine Rüstung nicht sehen!? Er schreckte einen Moment auf, fasste sich jedoch wieder und öffnete eine Falltür unter dem Tisch und stieg hinein. Er stand in einem dunklen Raum, in den nur durch ein paar Spalten zwischen den Dielen etwas Licht einfiel. Nicht einmal genug, um etwas sehen zu können. Es war sehr staubig. Dann hörte er anstatt eines Klopfens, dass die Tür aufgestoßen wurde. ?Hände hoch!?, schrie eine dumpfe Bassstimme. Dann hörte er schnelle Schritte. Dreck fiel auf ihn, als, der Anzahl der Schritte nach zu urteilen, zwei Männer über ihn hinwegliefen.
?Dahin!?, befahl einer der Beiden, mit quietschender Stimme, ?Beeilung!? nun standen seine Eltern über ihm. Danté ging einige Schritte zurück. ?Wo ist er??, fragte der mit der Bassstimme.
?Wer? Wir leben allein.?, antwortete die Mutter des jungen Mannes ängstlich.
?Denn haben Sie ja nichts zu befürchten. Uns wurde von jemandem gemeldet, dass Sie, was ich kaum glaube, einen Zan-Deran beherbergen. Dabei wurden doch alle getötet.?, er lachte leise. Danté musste sich beherrschen, nicht laut aufzuschreien. Jedoch entrang sich seiner Kehle ein wütendes Knurren.
?Was war das??, fragte der Quietschende.
?Das sind bloß die Dielen in diesem verdreckten Schweinestall.?, dabei stampfte die Bassstimme zweimal auf.
?Ich sehe mich zur Sicherheit trotzdem etwas um.?, jetzt hörte Danté Schritte, die immer näher an die Falltür kamen. Schweiß rann ihm über die Stirn. Als die Schritte vor der Falltür stoppten, hörte er den mit der quietschenden Stimme erstaunt sagen: ?Hier ist etwas.? Dann wurde der Tisch beiseite geschoben. Danté zitterte. ?Nein!?, schrie sein Vater und er hörte, wie dieser zum Sprung ansetzte. Doch dann gab es einen dumpfen Schlag und etwas schlug hart auf dem Boden auf. Einen Augenblick rührte sich nichts. Der Gesuchte in seinem Versteck wagte nicht einmal zu atmen. Dann tropfte etwas Warmes auf seine Hand. Blut! Sein Vater! Wut stieg in ihm auf. Er durfte nicht noch einmal seine Eltern verlieren, auch wenn es nicht seine leiblichen waren. Entschlossen ging er zur Falltür, das Schwert fest in der Hand. Er breitete seine Flügel aus und konzentrierte sein Mana. Dann schwang er sich nach oben, stieß die Falltür auf und zertrümmerte den Tisch. Die Trümmerstücke schlugen einen der Soldaten Bewusstlos. Er war klein und dick, anscheinend der mit der quietschenden Stimme. Nun sah Danté seinen Vater stark blutend auf dem Boden liegend, ungewiss, ob lebendig oder tot. Mit einem Wutschrei beschwor er einen Feuerball hinauf und feuerte ihn auf einen breitschultrigen, großen Soldaten. Dieser wurde nach hinten geschleudert, gab aber vorher noch drei Schüsse ab, einer davon traf ihn. Ein Schmerzensschrei entstieg seiner Kehle und er fiel zu Boden. Danté kroch gequält zu dem Bewusstlosen Soldaten und nahm seine Waffe. Damit zielte er auf den anderen, der sich gerade aufrichtete und schoss. Da er jedoch mit diesen Waffen nicht vertraut war, ging der Schuss daneben und durch den Rückstoß verrenkte er sich das Handgelenk. Sein Gegner lachte und gab mehrere gezielte Schüsse auf ihn ab, doch Danté rollte sich zur Seite und entnahm einem Geheimfach zu seiner linken einen großen, runden Schild, mit dem er die nächsten Schüsse abwehrte, doch sein Arm wurde taub und die Brust schmerzte. Da warf er sich nach vorn und schlug dem Soldaten seinen Schild auf den Kopf. Dieser taumelte benommen zurück. ?Flieh! Mir können sie nichts anhaben.?, schrie Dantés Mutter. Der kräftige junge Mann sprang zur Tür und flog hinaus. Sein Gegner stürzte hinter ihm her und schoss mehrmals auf Danté, welcher zweimal am linken Flügel verletzt wurde. Er versuchte, sich in der Luft zu halten, doch ihm wurde schwarz vor Augen und er stürzte in einen nahe gelegenen Wald. Die Zweige zerkratzten seine Haut und schlugen ihm schmerzhaft ins Gesicht. Als er dann entgültig auf dem Boden aufkam, blieb er liegen. Er konnte sich nicht mehr bewegen, alles schmerzte ihm. Er hörte noch Schüsse und die Schreie einer Frau, bevor er, bis an seine Grenzen erschöpft, einschlief oder vielmehr in Ohnmacht viel.
4.
Danté schlug die Augen auf. Er sah nur die Decke eines unbekannten Hauses. Als er aufstehen wollte, verspürte er einen stechenden Schmerz in seinem Flügel. Jetzt fiel es ihm wieder ein. Seine Mutter! Vater! Er musste zu ihnen. Trotz des Schmerzes versuchte er, sich mit aller Kraft aufzurichten, doch er sank keuchend zurück. ?Na, na! Nicht so stürmisch. Du brauchst Ruhe, Junge.?, vernahm Danté eine fremde, ruhige, außerordentlich aufgeklärte Stimme. Ein alter Mann mit Glatze und einem grauen Bart beugte sich über ihn. Er war gebrechlich und musste sich auf einen knorrigen Stab stützen. Er erkannte eine außerordentlich mächtige Aura. ?Du fängst schon wieder an, zu zaubern. Ich habe gesagt, du musst dich ausruhen.?, mahnte der Alte. Der Junge lächelte selbstgefällig. Der Mann hatte es sofort gespürt. ?Wieso? Die Magie schwächt doch nicht meinen Körper. Ich muss mich nur konzentrieren. Das Einzige, was ich verbrauche ist mein Mana.?, erklärte Danté. ?Oh nein! Das ist der Fehler vieler Leute. Deine physischen Kräfte müssen mit deinen spirituellen im Einklang sein, sonst vergeudest du dein Potenzial. Es geht auch so, aber Einheit ist die Überlegenheit.?, widersprach der Alte, aber nicht zornig oder belehrend, sondern ruhig und gewissenhaft, ?jetzt ruh? dich aus. Anscheinend wirst du noch eine Weile hier bleiben müssen. So bald kannst du sowieso nicht nach Hause.?
?Aber meine Eltern!...? ?Sind beide tot. Es... tut mir Leid.?, unterbrach der alte Mann ihn teilnahmsvoll, ?aber es ist zu gefährlich dorthin zurückzukehren. Du bist noch zu schwach und hast den Soldaten nichts entgegenzusetzen. Hier bei mir bist du sicher. Mein Name ist Cain, Deckard Cain. Schlaf jetzt.?, und bevor Danté ein Wort sagen konnte, fiel er, von einem magischen Wort Cains begleitet, in einen dreitägigen, tiefen Schlaf.
2. Kapitel
Deckard Cain, ein Killer und ein Waldläufer
Danté wachte auf, als er einen, in der Nähe eingeschlagenen, Blitz hörte. Schläfrig erhob er sich und wankte zu der hölzernen, mit Schnitzereien verzierten Tür. Kaum hatte seine Hand den Griff berührt, machte ihn ein Schrei Cains zitternd. Doch es war kein Schmerzens- oder Angstschrei, sondern er variierte zwischen Entschlossenheits- und Wutgeheul. Er fasste sich und machte die Tür auf. Als er die Schwelle überschritten hatte, befand er sich auf einer großen Lichtung. Das Vogelgezwitscher, dessen er sich bis zu diesem Zeitpunkt kaum bewusst war, drang umso schärfer an sein Ohr. Einen Moment gab er sich ganz dem wunderschönen, melodischen Klang der Stimmen dieser reizenden Geschöpfe hin. Dann hörte er wieder den Blitzschlag. Die Vogelstimmen verstummten und ein Schwarm wie ein schwarzer Teppich erhob sich in den blauen Himmel. Danté ging in die Richtung aus der er das laute Donnern vernommen hatte. Über einen kleinen Trampelpfad, den er auf der anderen Seite der Lichtung entdeckte, kam er zu einer zweiten. Dort stand ein Mann im grauen Mantel mit Kapuze. An dem knorrigen Stab erkannte er Deckard Cain. Allerdings stützte Cain sich nicht darauf, sondern hielt ihn hoch erhoben und schrie. Eine blaue Aura umgab ihn kurzzeitig und, als wenn sie sich entlud, flammten züngelnde, blaue Blitze auf, liefen vor dem Alten zusammen, ein Donnerkeil entsprang dem Punkt und spaltete einen Baum, der mitten auf der Lichtung stand. Komischerweise war nur dieser eine in zwei Teile geteilt, Danté hatte aber mindestens 4 Blitzschläge gehört. Er war irritiert. Dann tat der alte Mann etwas, was Danté komisch fand. Er ging zu dem Baum, hielt die Spitze des Stabes an dessen Wurzel, murmelte ein paar Worte die Danté nicht verstand und auf einmal schwebten kleine grüne Energiekügelchen um den Baum. Es wurden immer mehr und wie ein Sturm entfesselten Lebens rotierten sie um ihn und erfüllten ihn damit.
Kleine grüne Triebe schossen aus dem Stamm, erfreut darüber, das neue, gewaltige Leben, das durch den Blitz aus dem stolzen, alten Baum gestoßen wurde wie ein unerwünschter Parasit, in sich zu spüren und einen neuen, schöneren Baum zu formen, als dieser jemals war.
Danté konnte dieses Leben auch spüren.
Reines, wundervolles Leben. Er ging wie in Trance auf den Baum zu, konnte kaum atmen, die Präsens des Lebens, geballte Magie, die über seinem Kopf einzustürzen drohte und ihn doch mit einem unglaublichen Glücksgefühl zu erfüllen vermochte. Dies alles war zu viel für Danté. Er verlor die Kontrolle über seinen eigenen Körper und es schwanden ihm die Sinne.
1.
?Wach auf! Danté!?
Danté versuchte die Augen aufzuschlagen, konnte aber nicht, wollte vielleicht auch nicht.
Sein Kopf dröhnte und alle seine Glieder schmerzten. Die Kraft, die auf ihn eingewirkt hatte, war so unglaublich, dass es Danté nicht unmöglich schien, dass alle seine Knochen gebrochen waren.
Er versuchte, sich zu bewegen, um Gewissheit zu haben, aber es war ihm unmöglich. Komische weiße Stoffbänder waren um seine Hände, den Kopf und die Flügel gebunden. Danté hatte sie schon bekommen, als er vor 2 Wochen von Cain schwerverletzt im Wald gefunden wurde. Cain nannte sie ?Bandagen?. Doch jetzt, da harte, kleine Holzplättchen die Bewegungsfreiheit hemmten, kam es ihm zu Bewusstsein.
?Bindet mich los!?, schrie er heiser.
?Nicht doch Junge, keine Angst?, beschwichtigte sein Gastgeber ihn mit einem belustigtem Lächeln. ?Du musst still liegen. Ein Bein ist an zwei Stellen gebrochen und dein Arm wurde dir fast aus der Schulter gerissen. Was du für Fesseln hältst, sind Bandagen. Das Gleiche, das ich dir vor 2 Wochen schon einmal angelegt hatte.? Sein Lächeln verriet Stolz. ?Eine meiner Erfindungen. Es ist das Beste, was ich für dich tun kann, ohne die Unterstützung eines Katalyten. Die Schienen sorgen dafür, dass die Knochen wieder richtig zusammenwachsen.?
Danté verzerrte schmerzhaft das Gesicht. Die Bandagen juckten, Bewegung tat weh.
Er schloss die Augen.
Er spürte einen stützenden Arm an seinem unter dem Kopf und eine Berührung an den Lippen. Als er die Augen aufschlug, sah er Cain, der eine Schale und einen Löffel in der Hand hielt. Mit dem Löffel führte er ihm die Suppe an den Mund. Sie schmeckte salzig und erfüllte seinen Körper mit angenehmer Wärme. Er hätte sich fast verschluckt, hätte Cain ihn nicht aufgehalten. ?Das ist genug! Langsam?, sagte dieser und ließ ihn langsam zurücksinken. ?Dein Magen ist noch nicht daran gewöhnt. Schlaf jetzt wieder.?
2.
Canarim schritt zielsicher und vorsichtig durch den Wald. Seine Schritte wurden immer schneller, doch keiner seiner Füße traf jemals einen auf dem Boden liegenden Zweig oder brachte das goldfarbene Laub unter ihm zum rascheln. Seine Hand ruhte auf einer Doppelläufigen, schwarzen Armbrust, den Finger am bronzenen Auslöser. Um seinen Rücken hing ein großer, nur mit Runen verzierter Kompositbogen. Ein Wehrgehänge rasiermesserscharfer, zweischneidiger Dolche hing um seine Schulter, die zwei Kurzschwerter in ihren schwarzen Scheiden schlugen gegen seine Oberschenkel. Er trug schwarze Lederhosen und ein Hemd aus weichem, schwarzem Samt.
Ein Killer.
Ein Killer auf der Suche nach seinem Opfer, oder, vielmehr auf der Flucht. Sein Ziel war ausgerechnet ein Waldläufer, dem Vorgeworfen wird, die Tochter des Herzogs von Eichenhain entführt und vergewaltigt zu haben. Canarim war natürlich klar, das der Waldläufer, Bearn Bakaris, es nicht war, doch dies hatte ihn nicht zu interessieren, er war ausschließlich auf das Ausführen des Auftrags und das Einsacken des Geldes ausgerichtet. Doch er hatte die Dummheit begangen, dem Waldläufer ausgerechnet in seinen Wald zu folgen, doch damit nicht genug. Es wurde bald Dunkel und Canarim kannte den Wald nicht. Aber um allem die Krone aufzusetzen, war Bearn auch noch ein Halb-Elf, er besaß also die Gabe der Elfensicht.
Bearn inzwischen amüsierte sich köstlich, wie er lautlos dem Killer Canarim hinterher schlich, ohne, dass dieser davon überhaupt davon Wind bekam. Es war ihm auch ein Spaß, zuzusehen wie Canarim wie ein verängstigtes Häschen zitterte, weil er genau wusste, dass der Waldläufer im Vorteil war. Oh, gestern war er noch ein wilder Rammler gewesen, als er sich ein kleines Schäferstündchen in eben diesem Wald mit der Tochter des Herzogs gegönnt hatte. Sie war daraufhin allein im Wald aufgewacht und wurde von dem Förster des Herzogs gefunden. Sie musste sich also eine Ausrede einfallen lassen, und schwupp di wupp, war er wieder Schuld.
Doch beide wussten nicht, dass dieses Katz-und-Maus-Spiel in ein schicksalverändernden Kampf von epischen Ausmaßen ausarten würde, denn ein dritter hatte auf das Eintreffen dieses ungleichen Paares gewartet.
Dalmaras, der Dunkelelf, schritt durch den Wald, der schwarze Samt seiner Robe umschmeichelte den schlanken, geschmeidigen und ewigen Körper und raschelte kaum vernehmbar über das Laub. An seinem Ziel angekommen, betrachtete er den Wald. Die Bäume standen relativ dicht zusammen und das verhasste Sonnenlicht musste um jeden Zentimeter Waldboden kämpfen, doch der Schatten tat sein Bestes um seinen Verbündeten, den Dunkelelf, zu verbergen. Vor Dalmaras standen die Büsche dicht beieinander und hatten die riesige Prachtstraße, die vorher an dieser Stelle Unmengen an Pilgern und dunklen Klerikern Platz bot um die bösen Götter zu ehren, überwuchert. Dalmaras ballte die Faust, der alte Zorn stieg in ihm auf. Und wenn ich dabei sterbe, schwor er sich, ich werde ihnen wieder zu ihrem alten Ruhm und dem ihnen zustehenden Recht verhelfen. Dann zwang er seinen Körper zur Ruhe verlangsamte seine Atmung und wartete, bis sein Herzschlag wieder regelmäßig ging. Er konzentrierte sich, rief sich die magischen Worte ins Gedächtnis, wiederholte sie in Gedanken, bis er sich sicher war, dass er alles richtig aussprach und jede Silbe richtig betonte. Nun hob er die Hände und sprach magische Worte, die in einen leisen Singsang umgingen. Aus den tiefen der Kapuze seiner schwarzen Robe drang das Leuchten seiner mandelförmigen Augen. Die Vorbereitung seines Zaubers nahmen mindestens eine Minute in Anspruch, doch dann verbreitete sich eine unglaubliche Kraft auf der alten Straße, ballte sich in Dalmaras Händen, schoss als ein Feuerstrahl quer über die Straße und verbrannte alles in seiner näheren Umgebung.
Auch Dalmaras...
Der Dunkelelf verschwand in sekundenschnelle. Er hatte nicht einmal Zeit zum Schreien. So heiß war das Höllenfeuer.
Es war schon dunkel, als Canarim die Suche aufgab, doch es hatte sowieso keinen Sinn mehr. Im Wald und dazu noch im Dunkel war es ein Ding der Unmöglichkeit, einen Elfen-Waldläufer zu finden, geschweige denn, zu erledigen.
Er wollte gerade umkehren, als er diesen Pfad sah. Anscheinend ausgebrannt beim Gewitter letzte Nacht. Aber warum roch es dann so verbrannt?
Ihm war es so gut wie egal und er machte schon die ersten Schritte Richtung Heimat, als er plötzlich glaubte, im Augenwinkel eine Gestalt hineinhuschen zu sehen. Er hielt die Armbrust Schussbereit und wirbelte herum. Jetzt hab ich dich, dachte er selbstgefällig. Dann folgte er der Gestalt.
Bearn sah Canarims rote Aura des Lebens, wie sie jeder Mensch besitzt, in den Pfad schleichen.
Komisch, er war doch schon auf dem Rückweg. Wieso dieser plötzliche Sinneswandel? Und wieso hatte er sich so erschreckt? Der Waldläufer kannte diesen Teil des Waldes nicht, aber um eine Antwort auf diese Fragen zu erhalten, musste er ihm folgen.
Also betrat auch er diesen Pfad und damit begann die Geschichte um das heilige Schwert.
3. Kapitel
Der Bund des Schwertes
Rötlich im Widerschein der Macht glänzten die Augen der 3 im 1. Kreis. Einer trug die schwarze-, ein anderer die weiße Robe. Auf einem kleinen Podest symbolisierte ein Magier mit der roten Robe die Neutralität. Im weiten Ring wurde dieses Schauspiel von zwölf Gestalten umkreist. Jeweils vier Stammesoberhäupter pro Clan. Es waren die weißen, schimmernden Rüstungen der Indoril, im Lichte Solinaris, des Silbermonds. Die Kinder des Mondclans. Die roten, matten Rüstungen der Alm, in Lunitaris, des Blutmondes Schein getaucht. Die Kinder des Blutclans. Und die tiefschwarzen Rüstungen der , beschienen vom Licht des Todesmondes, welcher nur den Angehörigen der Kirche des verlorenen Heils sichtbar war. Die Kinder des Dunkelclans. Im Zentrum der Halle lag in einer wundervoll verzierten Halterung ein Schwert, halb aus der Scheide gezogen. Im Gegensatz zu den reich geschmückten Klingen der Söhne der Clans war es ohne Schmuck und sah weder schön, noch hässlich aus. Es war weder gut, noch böse. Es war nichts. Es war alles.
Ein Schwert, geschmiedet aus dem Erz Solinaris, gehärtet im Blut Lunitaris, berührt vom Tode und gesegnet durch alle drei Allmächte, am Ort, wo die Hölle sich auftut, um den Himmel zu berühren. Alle drei Götter, zusammengefunden an einem geheimen Ort, zu der Zeit, wenn alle drei Monde voll am Himmel stehen, um diesem Werkzeug der Leere ein Schicksal zu verleihen.
?Und es wird geschehen, das
Kommentare
super@toll schrieb:
und wie gehts weiter? du kannst einen doch nicht so stehen lasse! wirklich toll zu leses
Claudia__Bianca.S@web.de schrieb:
Hey das ist wirklich eine tolle Geschichte du solltst eine Fortsetzung schreiben ich würde gerne wissen wie es weitergeht.
bleibt@geheim schrieb:
Ich stimme den beiden voll zu. Bitte schreibe die Forsetzung so schnell wie möglich. Ich bin schon mega gespannt wie es weitergeht.
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