See the world through another's eyes
von
Kei
Ferien, ja, der Moment im Leben eines jeden Schülers, der wieder Freude und Hoffnung bringt und zu ungeahnter Sehnsucht auf eben diese Ferien ausartet. Ich war nicht so, nicht mehr, um genau zu sein. Denn ich hasste den Gedanken an Ferien, Gedanken an wochenlanges Alleinsein und die zahllosen Gedanken an dich, der du mit Sicherheit die Ferien genießen konntest. Bestimmt konntest du den letzten Tag gar nicht erst abwarten und hattest innerlich längst unzählige Pläne geschmiedet, die du mit der so kostbaren Zeit anfangen wolltest. Würdest glücklich dann morgen, am letzten Tag, nach Hause rennen und keinen einzigen Gedanken mehr an die Schule, die Schüler, die Lehrer, den Unterricht oder gar an Leute wie mich verschwenden. Bestimmt nicht!
Und ich? Ich zählte seufzend die allerletzten Stunden und spürte, wie meine Laune mit jeder einzelnen von ihnen absackte, wie ich Sekunde für Sekunde trübseliger und genervter von allem wurde. Wiedersehen würde ich dich in den nächsten vier Wochen sicherlich nicht, würde sicherlich Tag für Tag das Ende der stillen Zeit herbeisehnen und mit dem Bus an deinem Haus vorbeifahren, nur, um festzustellen, dass du nicht da bist. Weißt du, dass Leute wie ich oder vielleicht jeder etwas braucht, von dessen Kraft er leben und existieren kann?! Na ja, vermutlich interessiert es dich nicht unbedingt und du wirst nie verstehen, wie ich denke oder die Welt sehe, deren Herr du bist. Andere brauchen einen Gott, brauchen bestimmte Gegenstände und ich, ich brauche dich, um zu leben und ein wenig zu lachen. Glaubst du nicht? Ist völliger Schwachsinn? Vielleicht, aber trotzdem verfluche ich diese Ferien und die Tage, an denen ich vergeblich vor den Unterrichtsgebäuden auf dich warte, verfluche jeden einzelnen deiner Blicke zu anderen.
Alles, weil du mich nicht wirklich siehst und stattdessen deinen Weg gehst, ohne dich auch nur einmal umzusehen. Aber was soll ich denn tun? Soll ich dir folgen wie ein Schatten, soll ich weinen, weil ich nicht weiterweiß oder lachen, weil all dies im Grunde zum Lachen ist?! Ja, du bist unbedeutend, die Liebe ist es, dennoch komme ich nicht fort von dir und stehe still und schweigend hier, um auf dich bis in alle Ewigkeit zu warten. In einigen Jahren werde ich dann vielleicht aufwachen, vielleicht eine Träne für dich und dein Glück mit jemandem, den ich nicht kenne, vergießen. Womöglich werde ich aber auch lachen und feststellen, was es heißt, endgültig alleingelassen zu werden, und zwar länger als nur diese verdammten Ferienwochen, auf die ich jetzt warte.
Dennoch werde ich es nicht bereuen und mich vermutlich nur über die Tatsache ärgern, dass du mich nie verstanden hast, nie verstehen konntest, nie erwidert hast, was auch immer ich denken mag. Dann werde ich dich und alle anderen verfluchen dafür, dass sie nicht in die Gedanken von anderen einen Einblick haben, einen Einblick der verhindern könnte, was auch immer schreckliches passieren kann, nicht?! Ich würde mir wünschen, du könntest die Welt durch meine Augen sehen.
Kommentare
laura schrieb am 2008-10-12 20:31:32:
super!
Mackie Messer schrieb am 2006-04-14 12:58:38:
Es ist zwar keine echte, vollständige Geschichte, aber ein sehr gefühlvoller und vor allem technsisch sehr sauber geschriebener Liebesbrief. Mit jedem Wort kann man mimtühlen und man erkennt sich selbst schnell in der Lage deiner Ich-Person wieder. Mach so weiter.
nessa schrieb am 2006-04-06 09:15:00:
Die story finde ich echt hammer, sie ist irgendwie aber auch ziemlich traurig! ich finde, dass du dich sehr gut ausgedrückt hast! mich würde auch intressieren ob die Story wahr ist!
bunnyvaitl@web.de schrieb am 2006-03-25 17:32:31:
Tolle Geschichte, einfach nur total aus dem Leben gegriffen. Parfait
stiefelchen@funama.de schrieb:
tolle story!! kann ich gut nachvollziehen!! DAs passt total!!
Ann schrieb:
Wirklich schön geschrieben!
dreamiss schrieb:
echt totasl geile Geschichte! Du kannst echt schreiben wie sonst was, hast die Gefühle perfect bescgrieben. sUPA!
suga schrieb:
wow,was für ne tolle story...das gefühl hast du echt perfekt beschrieben das weiß ich aus erfahrung,absolute klasse,besonders weil du auch sehr schön formuliert hast.also,weiter so,würd mich über weitere geschichten freuen...mfg
angelina.frank@epost.de schrieb:
You`ve hit the nail on the head!
Genauso gehts mir zu Ferienanfang und manchmal sogar am Wochenende!
Super Story!!
Ich bin die Beste schrieb:
Die Geschichte is GEIL!Bald sind Ferien und mir gehts genauso!!!!Es kommt mir vor,als hätte ich das geschrieben!mb,hdggdl
sabsi schrieb:
Wooow.. das war echt.. einfach.. atemberaubend! Ich schreib selbst gern und das war echt ein vorbild für mich!
Jessi schrieb:
Is echt gut geschrieben!! Kann ich selbst nachvollziehen und ich weiß das es weh tut, doch zu wissen das es nicht nur mir so geht is schon ziemlich erlösend!!!!
Caro schrieb:
Darf man fragen, für wen du die Geschichte geschrieben hast? Echt mega formuliert, aber ich finde es schon traurig, dass du dich nicht traust. Ich meine, wieso sprichst du diese Person nicht an? Ich weiß, wie es ist, wenn einer deine Gefühle nicht erwidert, aber vielleicht sollte man einfach mal was riskieren. Kannst du denn irgendwas verlieren?
Ines schrieb:
Wow,wow,wow! Wirklich echt geile Story.Ich schreibe auch selbst gerne. Ein großes lob an dich. Super mach weiter so!!!!!
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