Seelenheil
von
Lesemaus
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Überall wo ich hinsah, war das Elend zu spüren. Wimmernde Menschen die zusammengekrochen an einem Haus lagen, dass schon in sich zusammengefallen war. Kinder mit leeren Augen sah ich, deren Körper nur noch eine Knochengestalt war. Kindergebrüll drang aus einem Kleinen Haus, Peitschenhiebe – und dann Stille. Unendliche Stille die nur durch leises Winseln unterbrochen wurde. Diese Stadt schien wie leer zu sein. Wo waren die Kinder die sich lachend auf den Straßen oder Spielplätzen aufhielten? Was ist dort passiert? All dies schien wie weggefegt zu sein. Keinerlei Wärme war zu spüren. Nur Hass und Elend. Langsam und mit einer entsetzten Miene ging ich diese Straße entlang. Der Schreck saß fest in meinen Knochen fest. Bisher kannte ich nur eine Welt voller Freude, Spaß, Zufriedenheit und ja – auch Luxus. Dort wo ich herkam war dies eine unvorstellbare Art zu leben. Ja gewiss mir war klar das ich in einer heilen Welt lebte, geradezu das komplette Gegenteil zu dieser Wohngegend. Ich wünschte mich weit weg von hier doch ich wusste das ich etwas unternehmen musste. Mir war klar das dies ein schwerer, langer Weg werden würde, doch ich konnte nicht einfach zusehen wie diese Menschen hier zu Grunde gingen. Ich war mir bewusst, dass meine Verwandtschaft versuchen würde, mir das aus dem Kopf zu schlagen aber dieses Leid konnte ich nicht vergessen.
Es dauerte sehr lange bis sich etwas änderte. Ich hatte viel Geld zusammenbekommen, ein großer Teil meines Vermögens um nicht zu sagen fast alles steckte ich in die Renovierung der alten Häuser und Straßen doch konnte ich damit längst nicht alles bezahlen. Ich startete einen großen Protest, doch ich gab nie auf – schlussendlich bekam ich eine schöne Summe Geld von der Administration. Es floß auch einiges aus privaten Spenden in das Projekt das von mir gestartet wurde. Letztendlich hatte ich ein großes Kapital. Aus dieser leeren Gasse mit den Häusern die schon längst in sich eingefallen waren, wurde eine wunderschöne Wohngegend mit Spielplatz, Parkanlage und Straßen ohne Risse und Steine. Häuser standen wieder ganz. Den Menschen dort konnte nun endlich geholfen werden, sie hatten wieder etwas zu Essen, teilweise Arbeit bekommen, doch das wichtigste: Sie konnten wieder lachen!
Ich hatte nie bereut diese Aktion zu starten, mein gesamtes Vermögen armen bedürftigen Menschen und Kindern zu geben auch wenn ich dadurch ein weniger luxusmäßiges Leben führen musste. Denn das Lachen und die warmen Blicke und das Gewissen, geholfen zu haben und eine Aktion ins Leben gerufen zu haben die gewiss Menschenleben gerettet hatte, war viel wertvoller als alles Geld auf der Welt.
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