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Kategorien > Erotisch > Erotisches

Seitensprung

von Knight of the pen

1

Du sahst mich an, dein Blick war Verheißung.

Langsam, fast schon quälend kamst du auf mich zu, nahmst meine Hand und führtest sie an deine Lippen. Deine roten, vollen Lippen, die leicht zitterten.

Verlangen, Lust, Begierde? Verraten wolltest du dich nicht und doch verrietst du dich so leicht, als dein Blick in meinen Schoss glitt, denn deine Augen sprachen Bände. Du zeigtest mir so deutlich wie sehr es dich nach mir verlangte, meiner Nähe, meinen Berührungen.

Doch du berührtest mich zuerst. Du wandertest mit deinen Lippen über meine Hand, den Schmetterlingen gleich, die im sanften Schein der Frühlingssonne so leicht und sanft von Blum zu Blume flattern.

Du ließest mich los und doch zogst du mich unaufhaltsam näher, nur durch deinen liebevollen Blick. Wie Tore waren deine Lippen, Tore, die Freiheit mir verhießen und mehr noch, so viel mehr als das.

Dein Zögern schnitt schmerzhaft in mein Herz, sehnte ich mich doch so sehr nach dir. Und du sehntest dich nach mir. Nur nach mir, nichts anderes, nicht mehr. Du nahmst die Welt um dich nicht länger wahr und ganz genau so ging es mir.

Du tastetest mit deiner Hand über meinen flachen Bauch, suchtest nach dem Saum am Ende meines Hemdes und ohne Zögern dieses mal, mit verlangendem Blick, zerrtest du an jenem Stoff, der meine Haut vor dir verbarg. Ein Augenblick nur und schon hattest du mich von dem Hemd befreit und nahmst meine Hände, führtest sie zum Saum deines Kleides. Verlangend legtest du die Arme um mich, schmiegtest dich an meinen Körper, eng und fest. Es kostete mich Mühe, deinem stummen Befehl zu gehorchen, doch endlich standest du vor mir, in nichts gehüllt als deine Schönheit.

Deine Finger, rasch und geschickt lösten die Knöpfe meiner Hose, du schobst den Stoff beiseite. Behutsam glitt deine Hand unter meine Shorts, du berührtest mich dort wo ich deine Berührung am meisten ersehnte. Du nahmst die Zügel in die Hand und ich musste deiner Führung folgen, hatte keine Wahl.

Schwäche durchdrang mich, herrliche Schwäche. Du liebkostest meine Haut, verführtest mich mit deiner Nähe und ich ergab mich dir. Behutsam drücktest du mich von dir weg, geleitetest mich zum Bett und ließest mich in die Kissen sinken, die Nähe nicht einen Moment lang unterbrechend.

Deine Haut, so weich und warm, schien mich verbrennen zu wollen und immer näher spürte ich dich. Wo so plötzlich meine restliche Kleidung hingekommen war, blieb mir ein Rätsel in diesem Moment, doch dein Lächeln verriet dich.

Nur einen Moment ließest du mir Zeit, um nachzudenken über das, was hier geschah, ein Moment zu lange, wussten wir doch beide, dass es nicht geschehen durfte. Doch du lächeltest mich an, ein entwaffnendes, beruhigendes Lächeln. Du wolltest es ebenso wie ich es wollte und die störenden Bedenken hattest du längst beiseite geschoben. Ich tat es dir gleich.

Du hocktest über mir, die Finger mit den Meinen fest verschränkt, die Lippen sanft auf meine senkend und mit deinen Bewegungen, die wie besinnliche Wellen gegen mich zu drängen schienen, locktest du mich näher, unaufhaltsam, flehend, bittend.

Du nahmst mich in dir auf, tief in deinem heißen, engen Schoß und ehe ich es recht begriff, verlor ich die Kontrolle über meinen Körper. Leidenschaft nahm unaufhaltsam meinen Geist in Besitz und mein Denken hörte auf, je mehr du dich bewegtest.

Nicht lange, nicht lang und Schweiß bedeckte unser beider Haut. Gefüllt war der Raum von unserem heiseren Keuchen, leisem Stöhnen, geseufzten Namen. Deine Enge drängte mich an den Rand des Erträglichen, deine Hitze wollte meinen Körper verbrennen und doch überlebte ich die Nacht mit dir. Nachdem das befreiende Zucken unserer Körper sich gelegt hatte, standest du auf. Mein Kopf, noch immer wie leer gefegt durch deine starke Präsenz, folgte deinen Bewegungen, ohne sie recht zu begreifen. Du zogst dich an und mit einem Lächeln tratest du aus der Türe.

Ein Seitensprung. Mehr war ich nicht für dich. Du hattest mich nur benutzt. Und je mehr die Gewissheit sich in meinen Geist zu schleichen suchte, desto mehr schloss ich die Augen vor der Wahrheit, denn ich hatte dich geliebt.

***************************************************
A/N:
Ich wollte hier mal einen anderen, etwas ungewöhnlicheren Erzählstil ausprobieren. Es geht weniger um den Seitensprung an sich als um die Poesie der Situation - bis zum Ende. Weiß nicht, ob sich das so herauskristallisiert

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Kommentare

grossabua@googlemail.com schrieb am 2010-09-18 18:44:14:
Ausgezeichnet.........
ich kann das ganze gut verstehn, hab das auch schon erlebt......
Gefühle die man nicht mehr vergessen kann.
sehr gut geschrieben
Nini schrieb am 2008-12-21 16:35:00:
Respekt . . .
Ich habe schon viele solcher Geschichte gelesen, und die hier war mit abstand die beste . . .
Das hängt aber auch mit deinem schreibstil zusammen, der lässt das ganze realischer wirken

Liebe grüße und gutes gelingen
tobyyh schrieb am 2008-12-17 00:11:16:
lmg...
das is was vom erorischsten was ich je gehört habe...
das liegt u.a. auch an deinem schreibstil.
Gruß

tobsyh

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