Selbst gewählt
von
malli
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Der Event war wirklich großartig. Die Musiker rockten vorne auf der Bühne sichtlich ab und grölten ins Mikrophon. Die Halle war überfüllt und an der Bar standen eine Reihe von Jugendlichen mit ihren alkoholischen Getränken. Valou sah sich suchend um, irgendwo hier sollten doch ihre Freunde sein, aber das Festival war eindeutig zu groß.
„Valou, Süße!“, hörte sie da hinter sich die Stimme von der angetrunkenen Maren. Sie drehte sich um und umarmte die Freundin. „Warte kurz hier, ich komme gleich wieder!“, kichernd verschwand Maren in der Menschenmenge. Valou winkte ihr lächelnd hinterher und seufzte dann. Das war ja nun so gar nicht ihr Geschmack, allein auf einem riesigen Event. Plötzlich tat sich vor ihr eine Spalte auf, sie konnte genau zur Theke sehen. Dort stand, mit einem Glas in der Hand ein Junge. Er lächelte sie selbstbewusst an und sie lächelte zurück. Sie freute sich ihn zu sehen. Er hatte schwarze, leicht zerzauste Haare und trug den schwarzen Schlips locker über dem Hemd. Aus seiner Jacke erkannte sie das Zeichen der Privatschule der Stadt. Anerkennend nickte sie und ging dann auf ihn zu. Er tat es Valou gleich und musterte ihren schwarzen knielangen Rock und das passende Oberteil mit der leichten Strickjacke, dazu trug sie die teuren High-Heeles. Sie grinste und setzte sich neben ihn auf den Bar-Hocker. „Hallo.“, sagte er und grinste schief. Sie nickte. „Du gehörst auch nicht hierher.“, stellte sie beruhigt fest. Er schüttelte den Kopf und zuckte dann mit den Schultern. Sein Blick wanderte über die vielen Menschen, die in ihrem Tanz immer wilder und ausgelassener wurden. „Möchtest du etwas trinken, oder kommst du mit raus?“ Valou stand zur Bestätigung auf.
Draußen konnte man den Nachthimmel, der mit tausenden von Sternen bestickt war, klar sehen. Es war Neumond und keine Wolke stand am Himmel.
„Ich heiße Luke.“, die beiden liefen die Straße entlang. „Mein Name ist Valou.“ Er nickte. „Du kommst von der Privatschule, nicht wahr?“, fragte sie, schaute ihn aber nicht an. Er nickte wieder. Schweigend liefen sie weiter. Dann kamen sie ans Ende des Dorfes. Valou zog ihr Handy aus der kleinen Chanel-Tasche. „Ich bestell mir jetzt ein Taxi. Ich glaube nicht, dass es noch an Anspruch zunimmt.“ Luke nickte wieder und räusperte sich. „Und du?“, sie sah ihn fragend an und schaute dann wieder konzentriert auf ihr Handy. Er zuckte mit den Schultern. „Wenn wir beide gehen, wird der Durchschnitts- IQ auf 40 sinken. Kann man ihnen das zumuten?“ Er sah zurück. „Hm.“, Valou lächelte. „Du bist genauso arrogant wie ich.“ Luke nickte: „Arrogant. Eitel. Selbstbewusst. Undurchsichtig.“ Valou lächelte wieder und sah von ihrem Handy auf. „Ja. Das mögen die Menschen nicht.“ Er grinste schief. „Kommst du mit?“, fragte sie und bestellte dann das Taxi. Luke zuckte mit den Schultern: „Ich denke, ich werde dich noch begleiten.“ Valou steckte das Handy wieder ein. „Wo wohnst du?“, fragte sie ihn und schaute in den Himmel. „Schlossallee.“ Valou ging zu der Bank, die noch ein paar Schritte weiter stand und setzte sich. „Der Himmel sieht so fremd heute aus.“ Luke stellte sich zu ihr, aber setzte sich nicht hin. Er nickte und sah in den Himmel. „Ich wohne am Stadtrand. Grand Chaussee.“, sagte sie. Der Himmel war schwärzer als sonst, und die Sterne strahlten heller. „Wo ist der Mond?“, fragte Valou. „Es ist Neumond.“ Luke setzte sich. „Schön, dass es dich.“, sagte Valou. Das Taxi fuhr vor und Luke hielt ihr die Tür auf, um dann selbst einzusteigen. „Grand-Chaussee.“ Der Fahrer nickte. Luke starrte aus dem Fenster. „Du hast Recht. Der Himmel ist heute anders. Und der Mond ist weg.“ Sie nahm seine Hand. Sie war groß, aber weich. Luke strich sich die Haare aus dem Gesicht und betrachtet Valou’s Hand. „Der Ring ist schön. Ein Diamant, nicht wahr?“ Valou nickte. „Wieso sieht der Himmel bloß so anders aus?“ Der Fahrer lachte: „ Es ist Neumond.“ Valou und Luke sahen sich an. „Du bist wirklich wie ich.“, stellte Luke fest. Valou nickte: „Verwöhnt. Reich. Gutaussehend.“ Luke: „Und noch einiges mehr.“ Valou lächelte: „Bestimmt.“ Das Taxi hielt vor einer großen Villa. Luke kramte sein Portmonee heraus und bezahlte. Valou bedankte sich und küsste ihn leicht auf die Lippen. „Wir sind ja wie füreinander bestimmt.“, sie sah aus dem Fenster. Luke nickte: „Schön das es dich gibt.“ Beide lächelten als Valou das Taxi verlies und den Himmel betrachtete, der heute ganz anders aussah als sonst. Sie sahen sich nie wieder.
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Kommentare
Moa schrieb am 2008-07-17 09:33:08:
Wow die ist klasse. Der anfang, die Mitte, der Inhalt, das Ende ... alles eben. ich mag, des es nicht im üblichen 'und sie leben glücklich blabla' endet und sehe das genau wie du. So ist es doch im wahren Leben nicht. So bleibt der Moment für sie perfekt eine schöne erinnerung. Im beziehungstrott hätten sie ahrscheinlich nur festgestellt, dass sie sich doch gar nicht so ähnlich sind, oder das sie sich super ähnlich sind und grad das stört... wie auch immer, ohje viel zu viel geschrieben. es hätte auch gereicht:
Wunderschön!!
malli schrieb am 2007-11-10 18:48:40:
Danke für die schönen Komentare, das ist auf jeden Fall eine meiner Lieblingsgeschichten!
Der Inhalt ist wirklich sehr traurig und das Ende melancholisch, aber das war auch so beabsichtigt, weil es
im Leben ja oftmals nicht anders ist...
lg
malli
top92girl@online.de schrieb am 2007-10-16 10:46:13:
Wirklich nicht schlecht. gut erzählt und auch sehr gute abwechslungen zwischen den wörtlichen Reden! Vor allem der INHALT ist echt super..und auch traurig....
lg
tina
dreamiss schrieb am 2007-07-16 23:42:16:
wirklich interessant geschrieben. also ich kann nicht meckern!
sina franke schrieb am 2007-07-15 23:56:30:
sehr schoen geschriebn. pfiffig und elegant.
ich werde mehr von dir lesen.
bis dahin mach weiter so
lg sina
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