Selbstmord
von
Arno Wiesenberger
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Selbstmord
Heute ist ein guter Tag zum sterben denke ich und sehe mir die ersten Sonnenstrahlen an, die sich heute morgen durch schwarze Wolken quälen. Ich habe es einfach satt zu leben und deshalb werde ich es mir heute nehmen. Aber wie?, hämmert es in meinem Kopf und meine Augen kreisen durch mein kleines Zimmer. Ja, einen Strick hätte ich aber keinen Hacken an der Decke der stark genug wäre mein Gewicht zu tragen. Ich könnte ja ein Loch bohren und einen Hacken ein schrauben“ denke ich und bewege mich schon auf die Werkzeugtasche zu in der sich auch eine Bohrmaschine befindet. Auch noch Arbeiten bevor ich sterbe, ehrlich gesagt so hatte ich es mir wirklich nicht vorgestellt. Ich mach mir trotzdem die Mühe und würge den stumpfen Bohrer in die Decke. Habe ich eigentlich einen Hacken? Scheiße nein, und woher soll ich jetzt so schnell einen bekommen?. Ich könnte ja die Nachbarn fragen aber was sage ich ihnen. „Hallo ich würde mich heute gerne aufhängen aber habe leider keinen Hacken zur Hand, vielleicht können sie mir ja aushelfen, ich bringe ihn auch sicher bald wieder zurück“ nein, das ist nicht wirklich gut und würde meine hellhörigen Treppenhauslauscher nur verwirren. „Was habe ich denn noch alles im Kühlschrank?“ denke ich, und es fällt mir die Tomatensauce ein die schon seit Wochen eine ganze Pilzkollonie beherbergt. Garantiert tödlich aber wer will schon so sterben. Ich müsste doch noch Rasierklingen haben aber wenn ich ehrlich bin, kann ich gar kein kein Blut sehen. Ich weiß nicht wie aber ich will heute sterben hämmert es in meinem Kopf. Ich könnte ja meinen Föhn in die Badewanne werfen aber Stromschläge sollen ja verdammt unangenehm sein, und außerdem ist er eh kaputt. Ich könnte ja auch aus den Fenster springen aber aus dem ersten Stock....? Nein, ich finde schon noch einen Weg. Ich sehe sofort in meinen Medizinschrank nach der Lösung, aber mit Globolis kann man sich noch nicht mal erschießen. „Erschießen“ kommt es mir, aber woher die Knarre? “ Also, sterben wollen wird einen ja auch wirklich nicht leicht gemacht“, denke ich so ein wenig schmunzelnd. „Hmm also, was, wie und womit??? Wenn ich noch ein Auto hätte würde ich einfach an die Wand fahren aber mit meinem Fahrrad wird das wohl nix. Ich könnte mich auch ertränken aber blöder weiße sind alle Seen tief gefroren. Erfrieren oder Verbrennen finde ich sowieso Pervers. Ich könnte mir ja einen tödlichen Cocktail brauen aber aus meinen Resten könnte ich noch nicht mal eine schlechte „Blady Mary“ zusammen mixen. Oh, ich bin scheinbar sogar zu arm um zu sterben. Warum wollte ich eigentlich überhaupt sterben?“ und schon fällt mir wieder mein armseliges Leben ein. Habe alles verloren, Job Frau, Kind und zum Schluss habe ich auch noch meine wenigen Freunde vergrault. „Grund genug“ bleibe ich meinen Gedanken treu und überlege weiter wie ich endlich zum Ende komme. Vielleicht sollte ich vorher noch einen Brief schreiben aber an wem? Testament brauche ich auch keines den außer den vielen Leergut habe ich keine Reichtümer die ich vererben könnte. „Obwohl ja bestimmt ein Paar Euros zusammen kommen würden“, lache ich jetzt laut. „Ich lasse mich vom Zug überrollen aber die haben ja ständig Verspätung.“ Da schießt es mir endlich durch den Kopf das ich mich ja von der nahe gelegenen Brücke stürzen könnte deren Höhe garantiert direkt ins Paradies führt. Gesagt, getan ziehe ich mich warm an und mach mich auf den Weg. Mein Herz klopft laut aber mein Entschluss war gefallen. Als ich mich der Brücke nähere sehe ich doch so eine Wahnsinnige auf der Brüstung stehen.. „Was machen sie hier“ rufe ich von weitem und werde sofort angebrüllt. “Kommen sie keinen schritt näher sonst springe ich“. „Dabei würde aber ihre kostbare Uhr draufgehen“ sage ich und gehe einen kleinen Schritt weiter. „Bleiben sie stehen, ich scherze nicht“ werde ich sofort angefaucht. „Was denken sie wann sie springen? Ich würde nämlich ebenfalls gerne springen aber sollte es bei ihnen noch länger dauern dann komme ich halt später nochmal“ fauche ich zurück. „Du willst mich doch verarschen“ brüllt die Nervöse Lady auf dem Geländer. „Nein nein, ich will da auch runter aber bitte nach ihnen. So sehe ich auch gleich ob die Höhe reicht.“ erwidere ich. „Warum willst du springen? fragt sie mich jetzt mit zitternder Stimme. „Hab hallt einfach genug“ erkläre ich kurz. „Und warum sie? Sie sehen so hübsch und intelligent aus“ „Danke, für die Blumen, aber mir reicht es ebenfalls denn alles was ich mache wird zu scheiße und die läuft mir schon Bergauf nach“ jetzt muss ich wieder ein wenig schmunzeln und auch ihre Lippen verziehen sich zu einem kleinen Lächeln. „Wann sagten sie wollten sie springen?“ fragte ich sie noch einmal höflich. „Ich kann nicht wenn sie zusehen“ erwidert sie verunsichert. „Ich kann mich ja umdrehen“ sage ich und merke wie ich zu frieren beginne.“Sie holen sich noch eine Erkältung, sie frieren doch wie Espenlaub“ scherzt sie jetzt mit trauriger Stimme. „Was meinen sie, wir könnten doch auch gemeinsam springen dann muss ich nicht solange warten.“ „Sie sind doof, sterben ist doch kein Gesellschaftsspiel wo jeder mitmachen kann..“ belehrt sie mich und kommt fast zu Fall. „Passen sie auf sonst stürzen sie noch unkontrolliert in den Tod“ brülle ich und bekomme sie mit einem weiterem Schritt zu fassen. „Sie sind ja ebenfalls eiskalt“ versuche ich sie sanft zu beruhigen. „Warum versuchen sie mich zu retten wen sie doch selbst springen wollen, Mister? Um mich ist es nicht schade aber um sie. Sie haben ihr Leben doch noch vor sich.“ Woher wollen sie das wissen, was wissen sie schon von meinem Leben“ schluchzt sie aus ihrem traurigen Gesicht. „Was halten sie davon wenn wir das sterben auf später verlegen und uns erst einmal an einem heißen Kaffee wärmen.“ versuche ich sie zu überreden. „Aber dann lassen sie mich danach in ruhe springen, versprochen?“ sagt sie mit einem verschmitzten lächeln im Gesicht , greift meine Hand und hüpft von der Brüstung. „versprochen“ antworte ich kurz, lege sanft meine Jacke über ihre Schultern und gehe mit Herzklopfen an ihrer Seite des Weges. Eigentlich habe ich jetzt gerade sowieso keine Lust mehr zu sterben, vielleicht morgen?.....“ lache ich jetzt innerlich und die Sonne taucht endlich hinter den schwarzen Wolken auf und erhellt den kalten, fast „toten“ Wintertag.
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Kommentare
Nora schrieb am 2010-06-09 10:19:17:
Diese Geschichte ist richtig toll! Am Anfang total erschreckend, aber mit einem schönem Ende
deine mutter schrieb am 2010-06-03 14:32:24:
chick
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