Selena - K18
von
Bone1979
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er sich daran erinnerte. „Zu schade, dass du den Tod finden wirst, Kleines.“, sagte er anzüglich. „Ich hätte eine Menge Spaß mit dir gehabt.“ Wehmutig schaute er ihr in die Augen. Jerome schmeckte ihre Angst. Köstlich. Der Geruch spornte ihn an. Er hob die Klinge, zögerte den Bruchteil einer Sekunde und stach zu. Ihre Augen weiteten sich im Angesicht des Todes.
Njra duckte sich unter dem Faustschlag weg, den der Reiter vollzog. Sie standen zu dicht beieinander, um eine Schwertattacke anzusetzen. Der Schlag sollte ihm den nötigen Freiraum bringen. Kein schlechter Zug. Wenn die Orkfrau nicht genau darauf aus gewesen wäre. Die gerüstete Faust traf mit voller Wucht auf den Fels. Sie war so dicht das Sie das Knacken brechender Knochen hören konnte. Der Reiter gab nicht einen Laut von sich, außer einem missmutigen Knurren. Njra packte den Arm, schlug mit aller Kraft gegen den Ellbogen. Man hörte das Splittern des Knochens. Ein Stöhnen erklang. Jeder andere hätte geschrien vor Schmerzen. Nicht so die Reiter. Sie zog den Streitkolben vom Gürtel, zielte auf den Kopf. Der Helm brach beim Aufprall. Ihr Kolben knackte den Schädel wie eine Melone auf und bohrte sich ins weiche Gewebe. Der Reiter sackte zusammen. Stumm wie ein Fisch.
Lorana kreuzte ihre Kurzschwerter, in die Kerbe traf das Langschwert. Beim Auftreffen wirbelte die Elbin herum. In der Bewegung machte sie einen Buckel. Ihr Gegner reagierte nach ihrer Verteidigung sofort und schlug mit der freien Faust zu. Hätte Lorana keinen Buckel gemacht, wäre die Faust auf ihren Schädel geprallt und hätte sie ausgeknockt. So ging er ins Leere. Sie kam hoch, trieb dem Reiter das Kurzschwert in den Hals. Weder ein Schrei oder ein Ruf erklang.
Die Elbin sah, wie Jerome das Schwert hob. Lorana ließ ihre Waffe im Hals des Reiters los. Sie wollte Celin zu Hilfe eilen, als ein lebloser Körper sie zu Boden riss. Es handelte sich um einen Ork. Benommen wollte sie ihn von Wegrollen, als ein Reiter über ihnen auftauchte. Das Langschwert stieß herab.
Njra beobachtete die Szene zwischen Jerome und Celin. Gleichzeitig bekam Zedek mit einem Reiter immer mehr Schwierigkeiten. Sie stand nun vor der Wahl. Half sie einem der Ihren oder der Spitzohrin. Der Ork war zwei Schritte weiter weg als die Elbin und der Alb. In zwei Schritte konnte ihre Hilfe für Zedek vergebens sein. Nicht so für die Elbin. Entschied sie sich aber für den Ork, war das der Tod der Spitzohrin. Ihr blieb gar keine Wahl. So sehr sie sich sträubte, die Entscheidung war gefallen. Sie änderte ihren Schwerpunkt und warf den Streitkolben.
Aus der Brust des Reiters über Lorana drang ein Schwert nach draußen. Seine Waffe entglitt seinen schlaffen Fingern und fiel neben der Elbin scheppernd zu Boden. Jemand zog das Schwert aus dem Körper. Die Kreatur kippte Tod zur Seite. Hinter ihm, mit dem blutigen Schwert in der Hand, stand der Ork mit dem Abzeichen eines Hauptmanns. Er hielt ihr unvermittelt seine Hand hin. Um ihr aufzuhelfen. Lorana zögerte einen Moment, stieß den toten Ork von sich und griff zu.
Das Zögern, so flüchtig es gewesen sein mochte, bedeutete den Tod. Hätte Jerome nicht gezögert, wäre Celin gestorben. Der Streitkolben schlug in seine Brust ein und riss ihn von den Füßen. So überlebte die Elbin im allerletzten Moment. Sie wurde durch die Wucht des Treffers zwar auch zu Boden gerissen, da der Alb sie im Würgegriff hatte. Ungläubig schaute Jerome sie am Boden liegend an. Röchelnd verdrehte er seine Augen und starb.
Ruhe kehrte augenblicklich in die Kammer ein.
***
„Alles in Ordnung?“, fragte Nava Celin und half ihr auf.
Ihre Kehle war noch zugeschnürt. Sie nickte. Die Orkfrau zog den Streitkolben aus Jerome`s toten Leib. „Danke.“, krächzte die Elbin schmerzhaft. Der Blick der Ork war nichtssagend.
Selena schaute sich um. Sie zählte 10 tote Kreaturen, 3 Orks und 3 Waldwächter. Deren Anführer, Madaeus, kniete neben einem Elb, hielt seine Hand, flüsterte ihm was zu. Anschließend schloss er ihm die Augen. Der vierte Waldwächter war so eben gestorben. Dazu der Verräter. Der Kampf hatte deutlich gemacht, dass die Reiter nicht unbesiegbar waren, aber dafür musste man einen hohen Preis zahlen.
Am Ende blieb alles beim Alten. Die Krone musste aufgehalten werden. Eine Aufgabe, die durch den Kampf nicht leichter wurde. Der Untergrund war vernichtet. Die Nachricht darüber hatte sich mit Sicherheit im Land verbreitet. Was zur Folge hatte das es ihnen ungemein schwerer fallen würde Helfer zu finden.
Eine sorgfältige Organisation dauerte zu lange. Sie durften nicht viel Zeit verlieren. Das würde zu ihren Ungunsten ausfallen. Ihre Tante würde Vorbereitungen treffen, was es ihnen schwieriger machte ihr Ziel zu erreichen.
„Hauptmann.“, sprach Selena den Ork an.
K`reuk wandte sich ihr zu. „Ja…Maje…“ Er blickte unschlüssig zu Njra. „Majestät.“
„Die Krone scheint eure Dienste nicht mehr zu benötigen.“ Dem konnte er nicht widersprechen und nickte daher.
Die Reiter waren nicht darauf aus gewesen ihn und seine Leute am Leben zulassen. Das bedeute sie standen nicht länger in ihrem Dienst. Sie waren Frei! Technisch gesehen, denn wirklich frei fühlte er sich nicht. Dazu musste die Tyrannei der Krone beendet werden. Was nur auf eine Weise ging. Mit ihrem Tod.
„Das macht es nicht gerade einfacher.“, sagte Selena gedankenverloren.
„Hast du einen Plan?“, fragte Nava. Sie stand bei Lorana, um sich nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen. Celin und sie waren die Einzigen, mit denen Nava eine Freundschaft verband.
Eine Idee formte sich. „Wie viele der Reiter gibt es?“, wollte die Albin wissen.
„Das weiß niemand. Sie sehen alle gleich aus. Vielleicht nur wenige Hundert!“, spekulierte der Hauptmann. Njra verband die Ursak`s Fleischwunde.
Dass war nicht gerade die Antwort die sie sich gewünscht hatte. Wenn man die Anzahl der Gegner kannte, war das natürlich von Vorteil. „Wie ist es um die Loyalität der Orks und Urikais gegenüber der Krone bestellt?“
K`reuk schaute zu Njra. „Wir sind an die Hundert Mann stark.“, antwortete sie ihrem Hauptmann und der Albin.
Selena ging auf und ab. 100 Mann waren wenig, wenn man zum Vergleich die Stärke des Gegners sah. Dazu die unbekannte Zahl der Soldaten der Reiterschaft. Andererseits bedeutete eine Übermacht nicht unbedingt den Sieg und Unterzahl die Niederlage. Setzte man die vorhandenen Kräfte geschickt ein, konnte man jede noch so große Übermacht besiegen.
Sie blieb stehen. Der Plan stand. In groben Zügen jedenfalls. Was im Moment ausreichen musste. „Wie wäre es mit einer kleinen Rebellion!“
Unsicher schaute K`reuk, Njra und Ursak an. „Rebellion!“, wiederholte er hörbar skeptisch. Ihm war nicht ganz klar, worauf sie hinaus wollte.
Die Erbin der Krone lächelte vielsagend. Er verstand nur Bahnhof.
„Eine Rebellion!“, hackte Nava nach.
Ihr Lächeln wurde breiter. Die Gesichter aller gaben ihr ungewollt recht. Sie hatten damit nicht gerechnet. Genauso wird es der Krone ergehen. Darum wird der Plan funktionieren,
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