Selena - K20
von
Bone1979
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Aus ihrem Versteck heraus sahen sie das schwer bewachte Südtor. Ein Dutzend Orks kontrollierten jeden der rein oder raus wollte. Auf der Mauer standen Armbrustschützen nach Innen und Außen. Einfach durch die Vordertür zu gehen, war verlockend aber Selena war nicht Lebensmüde.
Die Wege vom Untergrund unerkannt in die Stadt zu gelangen konnte durch Jerome verraten worden sein. Das Risiko einen zu nehmen war zu hoch um einen Versuch zu wagen. Sie mussten auf anderem Weg in die Stadt gelangen.
Um den Zöllen, Steuern und Abgaben an den Stadttoren zu entgehen, waren findige Händler auf die Idee gekommen einen Schmugglertunnel in die Stadt anzulegen. So brachten sie ihre Waren unentdeckt in die Stadt. Selena war über die Improvisationskünste der Elben überrascht. Eine solche Verschlagenheit kannte sie bisher nur von den Kobolden und Menschen. Not macht eben erfinderisch, sprach Michaels Stimme.
Im Tunnel konnte man nicht aufrecht stehen. Dafür war er auch nicht gebaut worden. Decke und Wände waren mit Planken und Balken gesichert. Am Boden befand sich ein Schienenstrang, der bis zum Tunnelausstieg reichte. Ein Gestell aus Eisenstäben mit Laufrädern darunter bildete die Grundkonstruktion. Auf das Gestell wurden Holzpaletten gelegt, die man mit Scharnieren festgemachte. Über den Paletten, auf denen die Ware lagen, waren teilweise mit Gurten oder Netzen befestigt. So verrutschte beim Transport nichts. Unter dem Gestell befanden sich Rollen, auf denen ein Tau lief, das im Gleisbett lag. Mit einer Ziehvorrichtung an den Tunnelenden setzte man das Schienenfahrzeug in Bewegung. An der Tunnelwand hatten die Schmuggler einen Draht gespannt, an dessen Ende ein Gewicht hing. Betätigte man den Draht bewegte sich das Gewicht. So kommunizierten die Schmuggler miteinander, dass die Ware fertig zum Abtransport war.
Man konnte meinen ein Zwerg hätte Pate für das Projekt gestanden. Sie legte sich auf die Palette, atmete einmal tief durch und nickte dem Schmuggler zu. Er zog an der Schnurr. Kurz darauf spannte sich das Tau und die Fahrt begann. Erst als die Fahrt los ging fiel ihr ein, dass der Schmuggler nichts von Bremsen erzählte. Wie wurde das Gefährt überhaupt angehalten?
***
Einer nach dem Anderem wurde auf dem Gefährt durch den Schmugglertunnel gefahren. Der Einstiegsschacht war als versiegter Brunnen getarnt. Bisher hatte sich keiner die Mühe gemacht ihn hinabzusteigen und zu kontrollieren. Er stand in einer Ziegelbrennerei, die zu einem Lager umfunktioniert worden war. Mehrere Paletten mit Brennziegeln standen in Reih und Glied. Dazwischen lagerten Rohmaterialien.
Eine pfiffige Tarnung, fand Selena. Ihr machte die Fahrt sogar Spaß. Beinahe so wie in der Mine von Lo`Rohan, außer dem Ende. Der Stollen stürzte ein und wurde durch eindringendes Wasser zur Todesfalle.
Der Schmuggler verriegelte die Zugvorrichtung, kam aus dem Brunnen geklettert und verschloss ihn mit einem runden Holz Panel. Die Fensterläden vom Gebäude waren vernagelt. Über die Hintertür kam man in die Gasse. Sie verließen die Ziegelbrennerei. Inzwischen war die Nacht hereingebrochen. In der Stadt war es Still. Die Ruhe vor dem Sturm.
Sie liefen die Gasse entlang, horchten bei Abbiegungen und Kreuzungen nach Patrouillen und kamen zügig voran. Es schienen weniger Biester zu patrouillieren als angenommen. Noch immer herrschte über Ono eine nächtliche Ausgangssperre. Andererseits wurden die Nächte kälter und wer ging dann schon gerne raus. Da man den Biestern nicht aus dem Weg oder Umwege gehen musste, kamen sie schnell voran.
Die Gasse mündete in einen Platz. Vier Straßen gingen von ihm ab. Ein Knotenpunkt, über den jede Stadt, Dorf oder Siedlung verfügte. Ersteres besaß mehr als einen. An der Straßenecke, die ins Zentrum führte, stand ein Urikai, döste angelehnt an eine Hauswand vor sich hin. Im Gegenüberliegenden Wirtshaus brannte Licht. Man hörte grölende Biester. Hin und wieder schepperte etwas. Rufe waren zwischendurch zu vernehmen. Während der Urikai Wache schob. Mehr oder weniger. Sie nahmen ihre Aufgaben nicht allzu ernst.
Um zum Fürstenpalast zu kommen, mussten sie den Platz überqueren. Einzeln liefen sie über den Platz. Bemüht keine weckenden Geräusche zu verursachen. Sie verschwanden einer nach dem anderen in der dunklen Gasse. Erst wenn einer von ihnen drüber war, ging der Nächste los. Auf Selena folgten Celin, Madaeus und Nava. Drüber angekommen warteten sie einen Augenblick. Ilo, der Waldwächter, war der Letzte. Da kam das Zeichen. Er ging los…
***
Der Urikai machte entweder ein Grunzen einen Schnarchlaut, jedenfalls erschreckte sich Ilo so sehr, dass er nicht darauf achtete, wohin er trat. Mit seinem Fuß blieb er an einem vorstehendem Pflasterstein hängen, verlor sein Gleichgewicht und fiel zu Boden. Das scheppern schreckte den Urikai auf. Seine Schläfrigkeit fiel von ihm ab.
„Hey! DU!“, rief er mit zerknautschter Miene und kam mit großen Schritten auf den Elb zu.
Madaeus wollte ihm zur Hilfe eilen, doch Selena packte ihm am Arm. Der Elb warf ihr einen Bösen Blick zu.
Aus dem Wirtshaus kamen zwei Biester. Um nachzusehen, was draußen los war. Sie sahen den Elb. Einer rief was zu den anderen im Haus. Kurz darauf tauchten Drei Soldaten auf.
„Was suchst du so spät hier draußen, Spitzohr?“, wollte der Anführer des Trupps wissen.
Ilo war stehen geblieben, statt zu flüchten, was verdächtig gewesen wäre. Die Biester hätten Alarm gegeben und ihn verfolgt. Durch seine Unachtsamkeit geriet ihr Vorhaben in Gefahr. Das konnte und wollte er nicht auf sich laden. Also stellte er sich den Biestern entgegen.
Da tauchte ein Orktrupp aus einer Seitenstraße auf. Sie gesellten sich dazu. „Was ist hier los?“
„Das geht euch nichts an, Ork.“, blaffte der Urikai. „Wir haben den Elb aufgegriffen.“
„Weil er gestolpert ist. Andernfalls hätte der Posten weiter geschnarcht ohne was gemerkt zu haben.“, erwiderte der Ork höhnisch, sah den Wachposten abschätzend an. „Ihr wart ja zu beschäftigt um euren Pflichten nachzugehen.“
Die Kluft zwischen den Orks und Urikais wurde mehr als deutlich. Sie mochten sich nicht. „Was sucht ihr hier überhaupt? Für den Bezirk sind wir zuständig.“
„Wir lösen euch ab.“
„Auf wessen Befehl?“
Die Orks zogen, für die Urikais, vollkommen unerwartet ihre Waffen und griffen an. Ilo, der zwischen den Fronten stand, wurde von einem Ork beiseite geschubst. Todesschreie. Lärm. Ängstliche Rufe, die in der Nacht verhallten. Ruhe. Alles hatte nur Sekunden gedauert. Die Urikais waren chancenlos. Sie lagen in ihrem Blut auf dem Pflasterstein.
***
Der Anführer schritt auf Ilo zu. Er hielt dem Elb seine Hand, statt sein Schwert, hin. „Hauptmann K`reuk schickt uns“ Die Nachricht war zum Teil an den Waldwächter gerichtet. Der Ork schaute in die Gasse, die Ilo vor seinem Fall ansteuerte. „um euch den Rücken frei zu halten.“
Wie sie vom Hauptfeldwebel erfuhren, hatte die Krone dem Gouverneur und Fürsten das Mandat entzogen. An Stelle des entmachteten Horkon,
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Kommentare
http//:www.top3-suche.de schrieb am 2010-03-30 19:56:25:
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