Sex gesucht, Beziehung gefunden
von
Darkangel
Wie ich sicher bereits erwähnt habe, bin ich ein begeisterter Chatter.
Chatten ist, wie einige von euch vielleicht nicht wissen, die Möglichkeit,
unerkannt und unbekannt in einem seltsamen Raum zu sitzen, einem virtuellen
nämlich, und hemmungslos zu baggerm, geistig zu masturbieren, andere zu
verarschen - die Meisten beschränken sich hierbei allerdings lieber auf die
eigene Person - und sich dabei das passende Gegenstück für den Abend
rauszusuchen. Einziger Nachteil dabei, man weiß nie was einen erwartet.
Sandmännchen> wollen wir tel?
Engelchen> klar *ggg
Sandmännchen> ok meine nummer 0172 589 636 45
Engelchen> 0162 567 123 55
Sandmännchen> okay
Sandmännchen> cu
Engelchen> cu
Ungefähr so oder etwas anders lernte ich also Benny kennen. Naja, kennen
kann man es nicht mal nennen. Wir wussten von einander. Süße Fotos hatte er.
Aber das sind ja sowieso keine Kriterien mehr für mich. Erfahrungsgemäß
sagen Fotos im Chat nämlich gar nichts aus. Die Realität holt einen früher
oder später, spätestens aber beim ersten Treffen sowieso wieder ein. Wie
schnell sie mich diesmal allerdings einholen sollte, damit hatte ich nie im
Leben gerechnet. Am nächsten Tag haben wir nämlich telefoniert. Und dabei
stellte sich - abgesehen davon, dass er eine Stimme hatte bei der es mir
heiß und kalt den Rücken runterlief und in der ständig ein amüsiertes
Schmunzeln mitzuschwingen schien - heraus, dass er Mike kannte. Und zwar
schon länger. Sie hatten sich schon seit Wochen Mails geschrieben, sich aber
noch nicht getroffen. Und als ich Mike fragte, schien er - wie ich zu meiner
Belustigung - herausfand, ein klein wenig verschossen zu sein in diesen
Unbekannten aus dem Chat. Er hatte also doch Gefühle und nach zwei Jahren
hatte ich das nun herausgefunden. Also strich ich den geplanten
Onenightstand schnellstens aus meiner inneren "To-Do-Liste". Sollte Mike ihn
doch kennenlernen, vielleicht wäre er ja der richtige für ihn. Also langer
Rede kurzer Sinn, es hat mit den beiden nicht geklappt und beide riefen mich
an, um mich über den anderen auszufragen, beziehungsweise um in Erfahrung zu
bringen, was ich denn bitte über einen selbst erzählt habe. Ich war sauer
auf Benny. Mike hatte es nämlich so hingestellt, dass Benny ihm erzählt hat,
dass ich versucht hätte ihm, Benny, ihn, Mike, auszureden. Und das hat mich
sauer gemacht. So richtig sauer. Alles in mir schrie laut und deutlich das
Wort "Tuntenterror", dem kleinen Mistkerl würde ich es schon noch zeigen.
Der sollte nicht der Meinung sein, sich zwischen Mike und mich drängen zu
können. Wir verabredeten uns zum Kaffee in meiner Stammkneipe, ihres
Zeichens gemütlichstes Internet-Cafe, der Stadt. Dort traf ich auch Hans,
der eigentlich auf Tom wartete. Wo der allerdings war konnte uns keiner
verraten. Also warteten wir gemeinsam. Hans auf sein Taxi und ich auf den
Unbekannten aus dem Chat mit der angenehmen Stimme. Und ich war immer noch
sauer. Dann klingelte das Handy und er trat ins Lokal. Ich möchte hier
gleich sagen, dass weder die Gespräche um uns verstummten und romantische
Geigenmusik aus dem Nichts erklang als sich unsere Blicke trafen, aber ich
hielt doch für einen kurzen Moment den Atem an. Hölle, war der süß. Hans
Augen wurden ebenfalls etwas weit und ein freches Lächeln das eine ganz
bestimmte Bedeutung hatte stahl sich auf seine Lippen. Ich möchte um der
Handlung willen jedoch hier nicht erklären warum ich dieses Lächeln und
seine Bedeutung kenne. Es sei nur soviel gesagt, dass eines meiner besten
Hemden immer noch bei ihm zuhause liegt. Also gut, Benny war da. Und er war
witzig. Meine Wut verflog im Wind und ich setzte seinen Namen, genauso wie
seine Person wieder auf die To-Do-Liste. Und er war Intelligent. In Gedanken
machte ich mir ein kleines Kreuzchen neben seinen Namen. Und er flirtete.
Allerdings nicht mit mir, was ihm wieder einige Minuspunkte auf meiner Liste
einbrachte. Also gut. Man traf sich um 16.00 Uhr. Um 17.00 Uhr war mir,
während Benny gerade auf eine Weise dass dem armen Kerl die Luft wegblieb,
Hans Handflächen massierte, mit ungefähr 90% Sicherheit klar, dass ich mit
ihm im Bett landen würde. Ich beobachtete die weiter Entwicklung mit einem
amüsierten Grinsen, dass auf eindeutige Art und Weise erwidert wurde. Um ca.
22.15 musste ich zu allem Überfluss feststellen, dass der gute Mann auch
noch küssen konnte. Das war mir dann doch zuviel. "Operation abbrechen"
hallte es in meinem Hinterstübchen, aber mein testosteron- und
endorphinüberladenener Körper ignorierte die immer schwächer werdende Stimme
der Vernunft. Also fuhren wir zu ihm. Und... was für eine Nacht. Die Details
bleiben aus Gründen des Jugendschutzes allerdings unter Verschluss, was
sicher jeder verstehen kann.
Am nächsten Morgen schlüpfte ich aus dem Bett und stieg unter die Dusche.
Als ich zurück ins Schlafzimmer kam und mich verabschiedete, auf die für
Onenightstands typische Art und Weise - "War schön, vielleicht sieht man
sich wieder mal." sagte mein Lover: "Bis heute Abend, Schatz!" und schlief
weiter. Ich verließ die Wohnung. Als ich schließlich in der U-Bahn ankam,
drang, das Gesagte schließlich bis zu dem Punkt im Gehirn vor, der für
Verwirrung und Nachdenken verantwortlich war. Was hatte er gemeint? Warum
bis heute abend? Das war doch nur ein Onenightstand?! Oder etwa nicht? Der
spinnt doch wenn er meint, das ich ihn noch mal treffen werd. Wiederholte
ONS tendieren dazu Probleme zu bereiten. Und darauf hatte ich keinen Bock,
das nahm ich mir zumindest fest vor. Aber nach nur drei Stunden Schlaf
tendiert das menschliche Gehirn dazu das eine oder andere auszublenden und
meines ist immerhin auch ein Exemplar besagter Gattung, und, blendete also
aus. Dies hatte zur Folge, dass wir uns ungefähr 15 Stunden später wieder
trafen. Bei ihm. Die ganze Sache hatte sich zu einem Selbstläufer
entwickelt. Oh Mann. Rückblickend kann ich nur sagen: 3 Jahre sind wir
mittlerweile zusammen. Und er ist immer noch der längste Onenightstand
meines Lebnens.
Kommentare
cate schrieb am 2008-04-08 18:33:21:
laura@aol.com ich finde diese aussage sooo richtig dumm von dir jedem das seine und du kannst nicht dir nicht ar.......
rausnehmen assozial
zur geschichte ist voll süzz da habt ihr euch gefunden hehe viel glück euch noch
Leny5588@aol.com schrieb:
Eine sehr putzige Geschichte =) Ist sehr gut geschrieben und amüsant! *hehe*
Weiter so
Lensche
keine@nix.de schrieb:
gut zu lesen...
Laura@aol.com schrieb:
Du hast für einen Mann sehr schön geschreiben. Da soll mal einer sage Schwule könnten nix ausser sich in den arsch zu bumsen. Hut ab du hast ihnen die augen geöffnet. Auch wenn du ein A....fi..... bist. Ganz toll
anne_sauerland111@web.de schrieb:
Deine Geschichte ist voll cool! Besonders den Schluss 'der längste One-Night-Stand meines Lebens' find ich echt geil. =)
Das zweite Treffen hätte ich auch noch gern gelesen, aber mit dem ersten bin ich dann auch zufrieden ;-)
Weiter so!
caro.heil@pc-service-ettlingen.de schrieb:
Nette Geschichte! Aber ich fänds ganz gut wenn du deine Personen noch etwas näher beschreiben würdest.Da reicht ja manchmal auch ein Nebensatz. (z.B. Hans,ein Studienkollege mit dem ich schon manche Nacht durchgezecht habe,... oder so ähnlich)
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