Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Krimi > Sherlock Holmes

Sherlock Holmes: Mord, Bibel und Rosenkranz

von Wildhias

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

Kapitel 1: Ein reizender Besuch

Ich habe nun schon so manches außergewöhnliche Zeugnis von den wahrhaft erstaunlichen Fähigkeiten meines treuen Freundes Sherlock Holmes veröffentlicht. Nach erneuter Durchsicht meiner Aufzeichnungen, bin ich zum Entschluss gekommen, dass eine adäquate Dokumentation der Leistungen des Meisterdetektives keineswegs auf den delikaten Mordfall des jungen Herrn Jakob Kurfners verzichten kann. Mag es auch noch spektakulärere Fälle gegeben haben, so heißt das nicht, dass Holmes Hilfe hier weniger wichtig gewesen wäre.

Im Juni des Jahres 1890, lag eine ungewohnt schwüle und aufs Gemüt von Land und Leute drückende Hitze in der Londoner Luft. Die ganze Stadt ächzte und stöhnte, der nächste Regenschauer wurde freudig erwartet. An einen Mittwoch morgens befanden sich Holmes und ich in seinem Büro in der Bakerstreet. Meine Frau verweilte gerade für einige Tage bei einer Freundin in Leeds und so nahm auch ich mir Urlaub um ihn mit meinem berühmten Freund zu verbringen. Holmes befand sich psychisch und physisch in schlechter Verfassung und dafür gab es mehrere Gründe. Zu den ungünstigen Wetterbedingungen, der drückenden Schwüle und der stickigen Luft kam noch die Tatsache hinzu, dass seit geraumer Zeit kein Klient mehr seine Angelegenheiten in die Hände des Meisterdetektives gelegt hatte. In der daraus resultierenden depressiven Stimmung meines Freundes, beging er genau den verlockenden Fehler, der schon Lots Frau im Alten Testament zur Salzsäure hatte erstarren lassen, er blickte zurück. Nämlich auf das Jahr 1887. Nie wird er sich verzeihen können, dass er den jungen John Openshaw im Fall, welchen ich als „Die fünf Orangen Kerne“ veröffentlicht habe, ins Verderben hatte gehen lassen.Neben diesen Selbstgeißelungen quälte ihn noch die Langeweile, die eine Folge der Unterbeschäftigung seines genialen Verstandes war und ihn veranlasste die gewünschte Abwechslung im Kokain, seinem einzigen Laster, zu suchen .Verhindern konnte auch ich das nicht, meine selbstgestellte Aufgabe als besorgter Beobachter, war es aber, dafür zu sorgen, dass sich Holmes’ Rauschmittelkonsum in Grenzen hält, da ich als Mediziner wusste wie verheerend diese Sucht auf den menschlichen Körper wirkt. Als diese Aufgabe immer schwieriger wurde hoffte ich inständig auf einen neuen Fall, der Holmes aus seiner apartische Starre reißen und seine Fähigkeiten auf nützliche Felder leiten würde. An besagten Mittwoch Morgen wurden meine Gebete erhört.

Wir saßen gerade im Büro und unterhielten uns über den leidigen Fall, als die Haustürglocke läutete. Hoffnungsvoll blickten wir aus dem Fenster und erspähten eine unglaublich bezaubernde junge Dame. Holmes rieb sich die Hände:

„Ha, mein lieber Watson. Endlich ist Schluss mit dem elenden Müßiggang, dieses süße Geschöpf benötigt unsere Fähigkeiten, das spüre ich.“

Immer wieder wird es mich überraschen, wie sich seine Stimmung im Bruchteil einer Sekunde um 180 Grad drehen kann. All das Phlegmatische und die ganze Lethargie wichen einem tatkräftigen Optimismus. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Das Kokain war erst einmal kein Thema mehr.

Kurze Zeit später ging unsere Zimmertür auf und die junge Dame trat ein, sie war absolut bezaubernd. Aufgrund meiner Bekanntschaft mit Sherlock Holmes hatte ich das Vergnügen viele außerordentlich liebreizende junge Damen kennenzulernen, etwa Irene Adler beim Fall ‚Ein Skandal in Böhmen’, oder bei dem Abenteuer ‚Das Zeichen der Vier’ die anbetungswürdige Miss Mary Morstan, deren ausgesprochen glücklicher Ehemann ich heute bin. Die junge Frau mit ihren langen glatten blonden Haar, ihren himmelblauen Augen und hervorstechenden dunklen Brauen, stand den anderen Schönen um nichts nach. Sie trug ein luftiges hellblaues Kleid und eine weiße Perlenkette. Obwohl sie doch sehr verzweifelt wirkte, ihre Augen und Nase waren noch geschwollen vom Weinen, schimmerte doch ihre starke und tapfere Natur durch.

„Sind Sie Sherlock Holmes der berühmte Meisterdetektiv?“
fragte sie aufgebracht und mit schweren deutschem Akzent
„Zumindest sagt man so, meine Dame. Zu meiner Rechten steht übrigens Dr. John Watson mein treuer Partner und Chronist.Was können wir für Sie tun? --- Bitte setzen Sie sich doch zuerst einmal“
, sagte Holmes, bot ihr einen Stuhl an und setzte sich anschließend selbst ihr gegenüber in seinen Armsessel hinter dem eleganten hölzernen Sekretär.

„Mr. Holmes ich heiße Michaela Morrissey“ brachte sie das Schluchzen unterdrückend in ihrem bezaubernd exotischen Englisch hervor „Holger Kurfner ist mein Vater, Sie haben sicher in der Zeitung schon davon gelesen.“

„So leid es mir tut, aber das habe ich nicht. Geht es um die heutige Ausgabe?“,fragte mein Partner.
„Ja er wurde gestern noch festgenommen - ---dabei ist er doch unschuldig!“
„Was wird ihm vorgeworfen“ fragte Holmes einfühlsam. „Er soll meinen Bruder getötet haben --- Jakob, -- er ist tot---es ist so schrecklich“.

Daraufhin brach das junge Geschöpf in Tränen aus und sank im Stuhl zusammen, sie bekam einen Schwächeanfall. Holmes und ich eilten sofort zu ihr. Während ich ein Glas Wasser holte, der Leidenden ein leichtes Beruhigungsmittel verabreichte und sie zum hinlegen bewog, meinte mein Partner:

“Das ganze muss Misses Morrissey wohl sehr mitgenommen haben. Es wäre wohl das beste sie sich erstmal etwas erholen zu lassen. Watson – Bitte bringen Sie mir die heutige Zeitung und suchen Sie am besten gleich den Artikel über“ und zur jungen Dame gewandt „..... Jakob Kurfner? - - ist das der Name ihres Bruders?“ Sie nickte. „Also dann Watson“.








Der gewünschte Artikel war schnell gefunden, er lautet folgendermaßen:

Wieder ein blutiger Mord im Armenviertel:
Der Deutsche Vater gilt als dringend Tatverdächtig






Gestern Abend um 17:20 wurde der 19 Jährige Deutsche Einwanderer Jakob K. in seiner Wohnung in der Pakerstreet tot aufgefunden. Als Todesursache wurde ein Einschuss ins Herz festgestellt. Eine Nachbarin Miss Parker, hatte einen Streit zwischen dem Jungen und seinem Vater vernommen und anschließend einen Schuss gehört. Darauf alarmierte sie die Polizei. Der äußerst talentierte Detektive Tobias Gregson von Scotland Yard kümmert sich persönlich um den Fall. Was dem schrecklichen Ereignis zusätzliche Brisanz verleiht: In beiden Händen des Leichnams fand man religiöse Insignien, einen Rosenkranz und eine alte deutsche Ausgabe der Bibel.

Beides Stücke die auf den Vater, Holger K.(54) als Mörder hindeuten, der als strenggläubiger Christ ständig mit seinem Sohn gestritten haben soll, welchem zudem Verbindungen ins Anarchisten- und Freimaurer-Milieu nachgesagt wurden. Da auch bereits die Tatwaffe, ein Revolver, der im Besitz des Vaters stand, im Haus versteckt gefunden worden ist, scheint es aus dem Netz an Beweisen, die der eloquente Detective gesammelt hat, kein Entrinnen für den Hauptverdächtigen zu geben. So wurde Holger K. auch bereits gestern Abend festgenommen, Detective Gregson ließ verlautbaren,

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.