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Kategorien > Krimi > Sherlock Holmes

Sherlock Holmes: Mord, Bibel und Rosenkranz

von Wildhias

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dass er jeden Moment mit einem Geständnis rechne.

Dieser mediengerechte Mordfall wird jene Stimmen stärken, die immer schon meinten, die Stadt oder der Staat müssen endlich etwas unternehmen gegen Elendsviertel wie in der Parkerstreet. Dass die vorherrschenden Zustände nicht zu dulden sind, dürfte mittlerweile Konsens sein. Wie man aber bei einer Änderung vorgehen soll darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Es haben sich bereits Stimmen aus allen Lagern zu diesem Vorfall und möglichen politischen Konsequenzen gemeldet.




„Hm Watson was halten Sie von dem Ganzen?“
fragte mich Holmes, als wir den Artikel fertig gelesen hatten.
„Es tut mir zwar sehr leid für die junge Dame. Aber es scheint mir wohl doch diesmal ziemlich eindeutig. Es ist nur zu verständlich, dass niemand seinen Vater einen Mord zutraut, aber die nüchternen Beweise sprechen doch eine ganz eindeutige Sprache“

antwortete ich mit gedämpfter Stimme, da ich unsere Klientin, die auf dem Kanapee, welches sich nur einige Schritte hinter uns an der Bürowand befindet, lag und sich erholte.
„Kommt Ihnen denn nicht eine Menge ziemlich komisch vor?“
„Ich wüsste nicht was, alles scheint eindeutig!“
„Tat tat Watson. Es wäre wohl ein unglaublich dummer Mord gewesen. Wieso hätte zB seine Waffe im eigenen Haus verstecken und dann erst wieder hinaus gehen sollen. Er hätte sie doch unterwegs verstauen können.“
„Nicht jeder kann so einen kühl berechnenden Verstand haben wie Sie. Vermutlich geschah es im Effekt und der Vater gerät in Panik und begeht viele Fehler, das ist doch eine sehr gute Möglichkeit“ ,
mein Partner setzte darauf ein nachdenkliches Gesicht auf
„Oder Holmes?“
fühlte ich mich genötigt nachzufragen, da ich spürte, dass er meinen Schlüssen zu Folgen durchaus nicht gewillt war.
„Sie haben recht, lassen wir das, wir brauchen erst mehr Fakten. Glauben Sie die junge Dame ist für ein Gespräch fit genug“.
„Ja mir geht’s schon wieder gut“,
kam es vom Sofa hinten. Bitte fragen Sie mich was Sie wissen wollen, mein Vater hat mich noch bevor er verhaftet wurde vollends eingeweiht“.
Sie wollte aufstehen aber Holmes deutete ihr liegen zu bleiben nahm sich einen Stuhl, stellte ihn ans Kopfende der Couch und sagte mit beruhigenden Ton in der Stimme:
„Erzählen Sie mir alles, das irgendwie wichtig sein könnte, vor allem über das Verhältnis zwischen Ihrem Bruder und Ihrem Vater.Es sind zumeist die kleinen Details, die mir bei meinen Fällen am meisten helfen. Fangen Sie aber ganz von vorn an und erzählen Sie von der Familie Kurfner“

„Wir sind eine Familie mit zwei Kindern und kommen aus der deutschen Stadt Essen. Vor 14 Jahren erlag meine liebe Mutter ihrem Krebsleiden. Für uns alle war das naturgemäß eine Katastrophe. Am schlimmsten war es für meinen Vater, jetzt war er Alleinerzieher und fühlte sich dieser Verantwortung kaum gewachsen. Er, der früher ein streng gläubiger Protestant war fiel von seinem Glauben ab und begann sein Wohl im Alkohol zu suchen. Obwohl mein Vater früher soviel Wert auf Reinlichkeit und Ordnung gelegt hatte, meine Mutter musste jeden Tag ein bis zweimal Staubwischen so rein wollte er es haben, ließ er jetzt zu, dass unser Haushalt allmählich verkam. Mein Bruder war erst fünf Jahre alt und ich auch noch zarte zehn. In seiner Depression war Vater aber leider kaum fähig sich um uns zu kümmern. Schlussendlich verlor er gar seine Arbeitsstelle wegen seines Alkoholkonsums.

Gott sei Dank griff unser Onkel Ludwig da ein. Er lebte schon seit langem in London, hatte als junger Mensch dort ein beträchtliches Vermögen an der Börse erspekuliert und besaß nun ein Hutgeschäft. Er ließ uns in seinem stattlichen Haus in Teddington wohnen, sorgte dafür, dass wir Englisch lernten und schickte uns Kinder zur Schule. Mit der Zeit fand mein Vater einen Ausweg aus der Krise und gewann seinen Glauben wieder. Er schwor dem Alkohol ab und zeigte auch wieder seine alte Abneigung gegen jede Art von Schmutz und Unordnung. Unser Onkel war so nett um uns die Mittel für eine neue Unterkunft vorzustrecken. Da mein Vater unbedingt darauf bestand, sämtliches Geld mit Zinsen zurückzuzahlen, musste es eine billige Wohnung sein und schließlich wurden wir in der Parkerstreet, einem berüchtigten Proletarier Viertel, weshalb auch die Miete erschwinglich war, fündig. Verglichen mit anderen Unterkünften in der Gegend, besaßen wir aber eine regelrechte Luxuswohnung: zwei Schlafzimmer für nur drei Leute.Auch organisierte er, dass mein Vater einen Posten in einer Tischlerei nahe der Wohnstätte bekam.

Wir sind alle unserem Onkel Ludwig sehr dankbar. Die nächsten Jahre ging es dann wieder aufwärts, Jakob blühte richtig auf in der großen Stadt, er war auch sehr gut in der Schule, Onkel Ludwig wollte ihm gar eine Privatschule zahlen, was mein Vater aber nicht zuließ. Er ging auch in die Bücherei und las viel, was mein Vater nie getan hatte. Zu Hause erzählte er immer von Goethe, Heine und Büchner oder von Engländern wie Lord Byron. Als er die Schule verließ begann er sich aber sehr zu verändern. Er fing an sich rumzutreiben, wollte nicht mehr mit uns in die Kirche gehen und brachte oft zwielichtige Gestalten heim. Das Ärgste aber war, dass er sich nicht wirklich bemühte einen festen Arbeitsplatz zu finden. Hatte er mal eine Stelle, so bemühte er sich nicht sie zu behalten. Durch seine Einstellung und mangelndes Engagement verlor er jeden Posten schnell. Er konnte sich nie gut unterordnen und hielt es nicht aus wenn ihn jemand herumkommandierte, so sehe ich das jedenfalls – und jetzt ist er tot – Oh mein Gott“

sie schluchzte, fuhr aber nach kurzer Pause fort:
„Das konnte meinen Vater zur Weißglut bringen. Sie müssen wissen Mr. Holmes aufgrund seiner religiösen Einstellung ist für ihn die sinnvolle Arbeit das wichtigste in einem guten Leben. Er hat uns als Kinder immer erzählt, dass nur die schwere Arbeit dem Leben Sinn zu geben im Stande wäre. Seit dem Tod von Mutter, also nachdem er seine Krise überwunden hatte wurde er noch radikaler in seinen Einstellungen. Er war immer streng zu uns Kinder gewesen. Dennoch war er ein sehr guter Vater. hinter seiner rauhen Schale wollte er nur das beste für uns Kinder. Um uns durchzubringen hatte mein Vater auch oft zu Hause Schreinerarbeiten nach Feierabend privat erledigt. Hatte er einmal nichts zu tun, so fand er irgend etwas. Jakob, hatte dann immer gespottet: deine Religion ist doch die Arbeit. Er wollte ein ganz anderes Leben führen, was Vater natürlich entsetzte. Vor zwei Jahren, war ich glücklich meinen braven Ehemann Steven Patrick zu finden, und dem angespannten Klima zu entfliehen.“

„Sie meinen Sie sind mit Steven Patrick Morrissey, der rechten Hand von Kanzler Lord Smith, verheiratet“, unterbrach ich die Vortragende erstaunt und bewundernd.“

„Ja wegen der expornierten Stellung meines Gattens ist es noch wichtiger, dass die Wahrheit schnell ans Licht kommt, es wäre entsetzlich, wenn er als Schwiegersohn eines Mörders betrachtet wird. Also

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