Shooter
von
Shagohood
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(***inspiriert durch den Film : "Das Geheime Fenster"***)
Shooter wirkte immer sehr abwesend. Man sah ihm die Verzweiflung an, wie sie ihn zerfraß.
Seit er sie gesehen hatte, konnte er das Bild nicht aus seinen Gedanken reißen. Er kam zu sich und nahm einen Schluck Scotch. Er schüttete den Inhalt seines Glases hinunter und stöhnte erleichtert. Anscheinend gibt es doch Dinge, die es vermögen den Schmerz zu verschleiern. Und doch war er immer noch da. Obwohl der Scotch es schaffte, nach dem siebten oder achten Glas, Linderung zu leisten, konnte er den Schmerz immer noch spüren.
Shooter zwang sich wieder an die Arbeit zu gehen. Er musste seinen Bericht in drei Stunden fertig haben, sonst würde er noch seinen Job verlieren. Obwohl er es versuchte konnte, er einfach keinen klaren Gedanken fassen. Er schloss die Augen. Das Bild war wieder in seinem Kopf. Wie sie da lag. Regungslos. Ruhig.
Arbeit. Er musste arbeiten. Shooter riss die Augen auf und sah seinen Laptop vor sich stehen. Eine Datei war geöffnet. Eine leere Seite füllte den Bildschirm. Shooter war immer jemand gewesen, der es schaffte im Berufsleben Erfolg zu erlangen. Er war immer engagiert und ehrgeizig gewesen. Einen Bericht zu schreiben war immer das leichteste an seinem Beruf gewesen. Anrufe entgegennehmen und Schadensuntersuchungen waren ihm zwar nicht lästig, aber durchaus anspruchsvoller als ein banaler Bericht. Und trotzdem schaffte er es nicht. Er sagte sich immer wieder, dass er sich anstrengen solle. Immerhin stand seine Karriere auf dem Spiel. Mit diesem Job finanzierte er immerhin sein Haus und seinen Lebensstil, den er und seine Frau immer genossen hatten. Seine Frau. Wieder tauchte das eine verfluchte Bild auf. Es pochte in seinem Schädel. Wie in einem herzschlagartigen Intervall tauchte es auf und verblasste wieder.
Er hätte nie gedacht, dass das Privatleben einen solchen Einfluss auf seinen Beruf nehmen könnte. Bisher gab es ja nichts was hätte Einfluss nehmen können, aber dann war es geschehen. Das Bild war wieder in seinen Kopf.
Er griff zur Scotchflasche, welche nur noch ein Viertel der anfänglichen Menge enthielt. Wieder glitt das Getränk seine Kehle hinunter und schien wieder ein wenig Befreiung zu liefern. Shooter merkte, dass es bereits zu viel getrunken hatte. Ihm wurde ein wenig schlecht, da er seit Tagen nichts gegessen hatte. Seit fünf, um genau zu sein. Seit es passiert war. Wieder tauchte das Bild auf. Sie lag so friedlich da. Shooter analysierte das Bild in seinem Schädel. Er war es. Shooters Blick verfinsterte sich, als er diese Gedanken fasste. Er hat alles kaputt gemacht. Wie er neben ihr lag. Doch sie war auch schuldig. Es war ihre Entscheidung. Aus dem Schmerz war Hass geworden.
Zigaretten. Er brauchte sie. Immer noch prägte der zornige Blick Shooters Gesicht. Seine Lesebrille verstärkte diesen Anschein nur. Er strich sich durch sein Haar und suchte mit der anderen Hand in seiner Schreibtischschublade nach seiner Zigarettenschachtel.
In der Schublade strichen ihm Kanten und Spitzen etlicher Zettel und Papiere über die Finger. Shooter war kein Freund von Ordnung. Er hatte seine eigene Auslegung von Ordnung. Seine Frau hat immer versucht ihm Ordnung beizubringen.
Endlich glitten seine Finger über die Ecken der Schachtel, zogen sie aus der Schublade und legten sie auf den Tisch. Wieder wandelten seine Finger in die Schublade um das Feuerzeug zu suchen. Nach kurzem Suchen glitten Shooters Finger über kaltes Metall. Was war das?
Er wendete sich der Schublade zu und sah unter den Papieren den Lauf einer ES Five-Seven. Einer Handfeuerwaffe. Shooter hatte sich einmal in einem Berufstief befunden. Aus reiner Langeweile machte er den Waffenschein. Für ihn war es Aufregung, für seine Frau nicht. Ihr gefiel der Gedanke, eine Schusswaffe im Haus zu haben, nie. Oft bat sie ihn, diese abzuschaffen.
Er hörte nie. Shooter blickte überrascht. Es war schon wohl länger her. Er schloss die Schublade wieder und nahm die Zigarettenschachtel in die Hand. Er schmunzelte, als er den Warnhinweis las. Heißer Rauch füllte seine Atemwege.
Shooter spürte wie ein wenig Ruhe seinen Körper ergriff. Er rauchte erst seit wenigen Tagen.
Wieso hat sie das gemacht? Sie hat alles zerstört. War sie nicht glücklich? Hatte er Fehler gemacht? Er war doch ein guter Ehemann gewesen. Nein! Sie war es!
Sie hat ihn angelogen. Sie hat ihn verletzt. Zorn erwachte. Weg war der Schmerz.
Shooter schlug mit seinen Fäusten auf den Tisch. Erst einmal. Dann noch einmal. Wütend sprang er auf, schlug den Stuhl um und den Laptop sowie den Scotch vom Tisch. Er musste es beenden. Dann würde sein Zorn verfliegen. Dann wäre es gerächt. Shooter riss die Schublade auf und ergriff die Pistole. Er verließ das Haus, stieg in sein Auto und fuhr davon.
Man nennt ihn nicht umsonst Shooter.
Sein Laptop lag auf dem Boden und war erloschen. Ein Riss hatte sich seinen Weg über das Display gebahnt. Die Scherben der Scotchflasche lagen auf dem Teppich und umrandeten die alkoholische Pfütze. Das Feuerzeug war unter dem Regal gelandet. Auf dem Tisch lag nur noch die Zigarettenschachtel. Der Warnhinweis war deutlich zu sehen.
„Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu“.
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Kommentare
Juls v. Schuelervz. schrieb am 2007-11-06 19:32:18:
Ich kenne den Film zum Beispiel nicht, hab ihn jedenfalls noch nie gesehen.
Andererseits war das gerade spannend für mich. Mir gefällt es sehr, wie du gefühlvoll einzelne Details einbringst. So haben deine Kurzgeschichten immer diesen roten Faden und man wird dazu verleitet darüber nachzudenken, was man liest. Gleichzeitig ist der Lesefluss schnell und nicht unterbrochen.
Gefällt.
Borsti schrieb am 2007-06-21 22:01:39:
Ja ist dir mal wieder sehr jut gelungen mach weiter so^^
Da muss ich mir ja bald mal das Geheime Fenster angucken...
Steph schrieb am 2007-06-19 23:03:39:
"Sehr schön gemacht", sagte "JAMIE" und nahm sich einen weiteren Maiskolben aus der dampfenden Schüssel. "Mach weiter so und wir werden sehen wie die Geschichte endet die nie vergessen werden kann..."
Bahamanana schrieb am 2007-06-19 17:35:42:
gute story .... aber mach doch mal ein happy end was lustiges " shooter beschloss noch einmal mit seiner freu darüber zu redên " oder so ^^ aber ansonsten wir immer gut das regt zum nachdenken an : )
Ceo schrieb am 2007-06-19 16:32:38:
die story ist in sich sehr gut aber es bleibt, find ich, sehr viel offen. ne fortsetzung oder soas wär nich schlecht^^
aber ansonsten sehr gut!!! Respekt.
mfg ceo
"Lisachen" schrieb am 2007-06-19 16:28:40:
Gefällt mir^^
Ich finde, das du das echt spannend geschrieben hast...toll
aber ich hab ja glaub ich eh nie was von dir kritisiert^^
GLG
"Lisachen"
mr maaxiiii schrieb am 2007-06-19 13:42:47:
Film is sehr sehr geil Johnny depp is einer der besten
und Marten auch 10 von 10 Punkten mein dicker :)
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