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Kategorien > Alltag > Ironie

Sieben Euro

von Jürgen Haidvogl

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Wenn man den Drucker braucht, dann funktioniert er nicht. Entweder ist das Gerät zur Gänze hinüber und man kann sich nach einem neuen Drucker umschauen. Dazu noch die neue Software am Computer installieren. Das dann echt blöd.
Aber wenn man Glück hat, dann hat der Drucker nur eine Fehlfunktion oder die Tintenpatrone ist leer. Beides ist schnell wieder behoben. Eine leere Patrone nicht allzu schnell, denn man muss deswegen in ein Geschäft fahren und diese besorgen.
Wie jedes Mal, wenn ich eine Druckerpatrone brauchte, fuhr ich zur Mariahilferstraße. Es war Sommer und scheiß Heiß. Und wie immer waren die Öffentlichenverkehrsmittel in Wien schlecht klimatisiert. Ich schwitzte und hatte das Gefühl jeden Augenblick einen Kreislaufkollaps bekommen zu können.
Da war es nicht verwunderlich, dass ich mich freute, als die Straßenbahn beim Westbahnhof hielt und ich endlich aussteigen konnte. Am liebsten hätte ich einen Freudentanz aufgeführt. Doch dafür war es mir zu Heiß. Und ich war ganz schwarz gekleidet. Abgesehen, dass ich eh schon nass geschwitzt war.
Ohne zu warten setzte ich meinen Weg weiter fort. Ich schritt zur Ampel, wartete dort ein paar Minuten, bis die Ampel grün wurde und ich die Straße überquerte. Drüben ging ich weiter nach links entlang, vorbei an den Taxiständen des Bahnhofs, bis zur Mariahilferstraße und dann nach rechts. Schon war ich beim Niedermeyer.
Ich eilte hinein zum Verkäufer und sagte: „Ich brauche eine schwarze Patrone für einen HP 2355.“
Er drehte sich zum Regal für die Druckerpatronen um, schaute sich kurz um und nahm eine Packung. Diese hielt er an den Scanner der Kassa, legte es auf den Tressen und teilte mir den Preis mit: „22,99€.“
Ich legte ihm das Geld hin, nahm die Patrone sowie die dazugehörende Rechnung und verschwand aus dem Geschäft hinaus auf die Straße, wo es scheiß Heiß war.
Mir rann der Schweiß aus den Poren und über die Haut. Und ich war froh den Einkauf hinter mich gebracht zu haben. Nun wollte ich mich nur mehr entspannen und entschied mich dafür beim Generalicenter einen Kaffee zu trinken.
Ich eilte die Mariahilferstraße Stadteinwerts entlang. Überquerte eine Straße nach der anderen. Jede Ampel war grün. Und so ging es sehr schnell voran. Allerdings nur, bis ich zu einer roten Ampel kam.
Ich schiss drauf und überquerte die Straße dennoch. Und das war Falsch von mir. Denn auf der anderen Straßenseite warteten zwei Polizisten auf mich. Ein Proletenmann und eine Blondine, die recht passabel aussah. Aber die hässliche Polizeiuniform machte sie so scheiß widerlich.
„Bleiben Sie Mal stehen“, sagte der Polizist.
Ich tat dies und fragte: „Was ist los?“
„Sie haben gerade eine rote Ampel missachtet. Wissen Sie das?“
„Ja“, erwiderte ich gelangweilt.
„Können Sie sich ausweisen?“, fragte der Polizist.
Ich nickte und holte meinen Ausweis aus der Tasche. Diesen gab ich ihm und er fuhr fort: „So Herr Haidvogl, Sie haben nun die Wahl zwischen jetzt Sofort sieben Euro Strafe zu zahlen oder eine Anzeige bekommen.“
„Ich nehme die Strafe.“
„Dann bekomme ich sieben Euro von Ihnen.“
„Kann ich schnell Geld abheben gehen.“
„Natürlich, aber Sie müssen mir die sieben Euro genau geben. Ich kann nicht Wechseln“, teilte er mir mit, „aber Sie können gerne in ein Geschäft gehen und sich das Geld wechseln lassen.“
„Ok“, sagte ich und ging in die Bank, die gleich am Eck war. Drinnen eilte ich zum Bankomaten und hob mir zwei Zehner ab. Mit diesen eilte ich die Mariahilferstraße entlang und fragte in jedem Geschäft, ob man mir einen Zehner Wechseln könnte.
Jedes Mal gab es ein Nein. Nur in einem kleinen Bekleidungsgeschäft war der Verkäufer so Freundlich und gab mir für einen Zehner vier Zwei Euro Münzen und zwei Mal einen Einser. Ich bedankte mich und eilte zu den Bullen zurück.
„Haben Sie jetzt die sieben Euro?“
„Ja“, antwortete ich und gab ihm das Geld. Er steckte es ein und füllte mir den Strafzettel für mein Vergehen aus. Mein Tatbestand: Missachten Rotlicht.
Ich nahm den Strafzettel und meinen Ausweis und der Polizist wünschte mir noch einen schönen Tag. Denn hatte ich nicht mehr und erwiderte ihm: „Denn haben Sie mir versaut.“
„Da sind Sie selber Schuld!“
„Nein“, sagte ich und schüttelte den Kopf, „da ist ein mieser Prolet dran Schuld!“

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Kommentare

Mari schrieb am 2010-08-28 13:24:54:
pff... wo soll ich da anfangen? Du willst doch ein Kommentar oder? Ich machs Kurz:: Gefällt mir nicht.
Veronica Wallner schrieb am 2010-08-28 01:16:53:
oder einfach der Drucker war Schuld :-)
das Problem mit dem Drucker kenn ich nur zu gut, man muss ne Hausaufgabe ausdrucken, hat sie grad noch so gegen Mitternacht fertig und wer spinnt wieder?
muss ein doofer Tag gewesen sein, aber irgendwie hat mich die Geschichte grad aufgeheitert
glg
Veronica

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