Sizinguldu Teil III
von
blacknight99
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Sizinguldu III
Die dunkelste aller Nächte
Aus dem Schatten bist du gekommen...
In den Schatten bist du gegangen...
Bruder Sonne wurde vom Horizont genommen...
Bruder Mond erhellt das Antliz der Erde...
Es ist Zeit zu trauern...
Es ist Zeit zu vergessen...
Während Arun das alte Indianergedicht gesprochen hatte,waren Tränen seine Wangen hinabgeronnen.
Er kniete vor einem kleinen Erdhaufen,unter dem sich der Leib seines treuen Gefährten Raikon befand.In seinem Stamm wurden die Toten nur in der Nacht,der Zeit des Todes,begraben.
Arun blickte hinauf zu Bruder Mond,der die Nacht spärlich erhellte.
Sein einziger Freund war gestorben.Nun war er ganz allein in der Finsternis der Nacht.
Der junge Indianer hätte nie gedacht das er mal so über einen Hund,ein Tier weinen würde.
Als Arun den Stamm verlassen hatte,war Raikon einfach irgendwann hinter einer Düne aufgetaucht.Woher der Hund gekommen war wusste er nicht.
Arun betrachtete noch lange und eindringlich den Erdhügel und wandte sich dann ab.
Was war das für ein Vieh gewesen,dass seinen Hund getötet hatte ?
Gab es noch mehr davon ?
Mit einem eisigen Schauer auf dem Rücken blickte er sich um.
Doch es umgab ihn nur die Dunkelheit der Nacht.
Arun wagte es nämlich nicht ein Feuer zu entfachen.
Es gab zu viele Sandwürmer,Räuber und andere schreckliche Wesen,die nur in der Nacht unterwegs waren und nur auf ein Feuer warteten.
Doch diese erdrückende Dunkelheit und Einsamkeit schien ihn förmlich zusammenzupressen.
Arun hasste die Dunkelheit seit seiner Kindheit.
Denn damals war er als Junge in eine Höhle gefallen und wartete in ihr zwei Tage lang auf Rettung.In der Höhle wurde er von einem merkwürdigen Skorpion in die Hand gebissen.
Das Mal trug er noch heute auf der Hand.
Nachdenklich betrachtete er seinen Handrücken.Und erstarrte.
Das MAl leuchtete plötzlich hell wie ein Stern.
,,Was ist das?"fragte Arun aufgeregt.
Um eine Antwort blieb er verlegen.
Auf einmal schlängelte sich eine strahlende,goldene Linie vom Mal aus seinen Arm hinauf.
Wie eine Schlange bewegte sich die Linie auf seinen Kopf zu.
,,Nein!Was?"schrie Arun.
Dann überkam ihn etwas Blitzartiges und er fiel wie ein gefällter Baum zu Boden.
Dunkelheit,Schatten und Düsternis breiteten sich in seinem Kopf aus.
Schatten...dunkler als alle Nächte
Bosheit...gemeiner als jeder Mensch
Zorn...mächtiger als alle Kaiser
Wut...zerstörerischer als jede Waffe
Sizinguldu...unvorstellbarer als alle Wunder und Schrecken
Arun schlug langsam seine verklebten Augen auf.
Um ihn herum waren Stimmen und das Schnauben von Jeari-Kamelen.
Er versuchte sich zu bewegen.Doch er merkte das seine Hände auf den Rücken gefesselt waren.
Arun sah sich um.
Er befand sich in einem kleinen Holzkäfig,der von einem Jeari getragen wurde.
Das Tier gehörte zu einer langen Karawane.
Dann hörte er wie ein fetter Mann vor ihm zu einem Anderen sagte:
,,Der Indianer wird einen guten Preis auf dem Sklavenmarkt bringen."
Fortsetzung folgt...
Orêyi Caldur
Gicht umspülte den Bug des Schiffes.
Mieno schützte seine Augen mit einer Hand vor der prallen Sonne und blickte in die Ferne.
Dort zeichnete sich in einer Bucht eine große Stadt ab, die fast das ganze Ufer ausmachte.
Riesige Handels- und Kriegsschiffe lagen dort vor Anker.
Der riesige Turm der Kathedrale der Hammeriten überragte alles, was Mieno je erblickt hatte.
Plötzlich vernahm Mieno Unruhen hinter sich. Langsam drehte er sich um.
Einige Matrosen betrachteten ebenfalls die Szene, die sich an der Treppe zum Unterdeck abspielte.
Paunu und der Trommler trugen einen toten Rudersklaven hinauf.
Mieno lief raschen Schrittes auf Paunu zu.
"Wahrscheinlich überanstrengt!"diagnostizierte Paunu.
Zusammen mit dem Trommler warf er die Leiche über Bord.
"Wir haben Land in Sicht!"sagte Mieno.
"Ah,gut! Dann werden wir mit der Abendsonne in Orêyi Caldur einlaufen!"Paunu blickte träumerisch in die Ferne.
"Wieso guckst du so träumerisch?"fragte Mieno.
"Der alte Paunu will nur mal wieder die dralle Evellan in der "Roten Laterne" besuchen."
mischte sich Arax,der zweite Maat,lachend ein.
"Halt die Klappe!"rief Paunu und schleuderte einen Haken nach Arax.
Mieno schmunzelte vergnügt.
"Und du wirst mir noch heute Abend einen neuen Rudersklaven auf dem MArkt besorgen!"befahl Paunu Mieno.
Dann verschwand er wütend unter Deck.
Mieno gab einigen Matrosen Befehle und lehnte sich dann an die Reling.
Sein Blcik schweifte über die Sonne, die sich im Wasser spiegelte, die Möwen am Himmel und die ferne Stadt.
Freudig dachte Mieno, was das Leben doch für ein Paradies war.
Verlorene Freiheit
"Auch wenn die letzte Hoffnung verloren ist
Auch wenn Schatten und Dunkelheit walten
Auch wenn Dämmerung über der Welt steht
Auch wenn der Mut wie Sande zerfließt
So hast du doch deine Freiheit..."
"Hey, Indianer!"fuhr der Karawanenführer Arun an,"Halt die Schnauze!"
Arun lächelte trübe über seine eigenen Worte.Er hatte nicht nur Mut und Hoffnung verloren, sondern auch das höchste aller Güter: Die Freiheit.
Nun war er ein Sklave. Er war nicht mehr Herr über seiner Selbst.
Was war aus ihm, einem stolzen Gâle-Indianer, geworden?
Ein kleines,gefesseltes Häufchen Elend, gesperrt in einen Käfig wie wildes Getier.
Raikon war tot, er wusste nicht mehr was mit seinem eigenen Körper passierte, er hatte Alles verloren.Alles.
Arun konnte sich nicht länger zusammenreißen. Tränen kullerten aus seinen Augen und zerflossen auf seinen Wangen.
Schluchzend wie ein kleines Kind heulte er los und er schämte sich dafür.
Er wollte sich die Tränen aus dem Gesicht wischen, doch seine Hände waren verbunden.
Verdammt, er wollte seine Hände bewegen. Es waren doch seine Hände!
Mit den Füßen trat er gegen die Käfigstäbe.
Der fette Karawanenführer drehte sich abfällig zu ihm um.
Er ließ eine Peitsche auf Aruns nackten Füße knallen und nun zierten blutige Striemen siene Fußsohlen.
Als die Sonne ihren Zenit erreicht hatte, gelangten sie zu einer großen Stadt.
Vor den Toren wurde Arun aus dem Käfig gezerrt.
Er wurde mit mehreren anderen Sklaven und Sklavinnen an den Füßen zusammengekettet.
Die Sklavinnen waren in einem noch schlimmeren Zustand als er.
Ihre Körper waren zerschunden und vergewaltigt. Die Kleidung hing ihnen nur ncoh in Fetzen hinab.
"Vorwärts!"rief der Karawanenführer und trieb sie mit der Peitsche in die Stadt.
Wolkenturm
Vilvanius Magnus Vectrus, Oberhaupt der Neun Weisen, Bezwinger der acht Drachen, Herrscher über Feuer,Wasser, Erde und Luft, saß in seinem Laboratorium im obersten Stockwerk der Kathedrale von Orêyi Caldur.
Tiefe Sorgenfalten durchzogen sein Gesicht, alle Muskeln waren angespannt und in seinem Gesicht war ein Ausdruck aus wachsender Panik.
Seit drei Wochen schon spürte er die
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Kommentare
RisingSun schrieb am 2006-09-30 15:04:51:
Ah, jetzt wird es wirklich spannend.... Ich bin schon sehr gespannt auf den vierten Teil.
Nach wie vor gefallen mir deine lyrischen Zwischensequenzen beinahe am besten, allerdings erscheint mir auch die Handlung gut durchdacht.
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