So wie kein anderer-Kapitel 2
von
Natalie Wolff
1
Kapitel 2:
„Das hast du auch noch nicht gemacht! Ach Carina, das muss heute fertig werden!“
„Ja, ich weiß, ich beeile mich, okay?!“
„Ja, aber wirklich, ich kenn dich doch. Wetten du kriegst das eh nicht bis 17:00 Uhr hin?! Na ja, den Ärger bekommst du da.“
“Ich schaff das schon.“ , sagte ich schon etwas angekotzt. Wenn ich sage ich schaffe das schon und ich beeile mich, dann ist es auch so.
Ein Haufen voller Arbeit lag vor mir. Ich musste einen Kunden anrufen, mit dem ich alles besprechen musste, dann musste ich noch einen Stapel Papier kopieren und unterzeichen. Und das war aber noch nicht alles. Das schlimmste war, es war schon 15:30 Uhr und um 17:00 Uhr musste alles fertig sein. Aber ich war mir ganz sicher, dass ich das schaffen würde.
„Oh, bin ich jetzt erschöpft.“
„Ja, das war echt ein harter Tag.“, sagte meine Arbeitskollegin Andrea zu mir.
„Und was hast du jetzt noch vor?“, fragte sie mich. Als ob ich mir jetzt noch was, um 17.00 Uhr vornehme. Jeden Tag nach der Arbeit mach ich nichts mehr. Vielleicht kommt meine Schwester noch mal kurz zu Besuch, aber mehr auch nicht.
„Nichts, wahrscheinlich nehme ich mir ein Bad und entspanne dann vor dem Fernseher.“
„Ja, ich hab auch nichts mehr vor. Gut, dann gehe ich jetzt mal, bis Morgen Carina.“
„Okay, bis Morgen, Tschüss.“
Ich machte Kerzen und stille, ruhige Musik an und legte mich dann in die Badewanne. Das warme Wasser auf der Haut, fühlte sich an wie eine Befreiung, von dem stressigen Arbeitstag. Ich legte mich hin, spielte ein wenig mit dem Wasser und schloss die Augen. Ich dachte über ihn nach. Er war so schön. Seine Augen waren so wundervoll. Er war einfach so perfekt- perfekt vom Aussehen her und perfekt für mich. Ob der auch so nett ist, wie er aussieht? Zu der Zeit wusste ich es noch nicht. Ich dachte an sein wunderschönes Gesicht, das sich zu mir drehte und an seine Augen und sein Körper. Langsam, während ich an ihn dachte, fuhren meine Fingerspitzen meinem Körper entlang. Von meinem Gesicht hinunter zu meiner Brust. Es war schön, da ich ihn vor Augen hatte. Ich stellte mir vor, er würde das bei mir jetzt gerade machen. Dann ging es weiter. Von meiner Brust ging es runter zu meinen flachen Bauch, dann gingen meine Finger noch tiefer. Ich hatte ein ziemliches kribbeln im Bauch. Ich mochte das Gefühl, damit es nicht aufhörte machte ich weiter. Ich war ja auch schließlich alleine in meiner Wohnung. Ich spielte mit dem Wasser. Es war ein angenehmes Gefühl das Wasser auf mein Körper zu spüren. Meine Finger waren nun angekommen, sie waren an dem Punkt, wo das kribbeln jetzt noch schlimmer wird. Langsam spreizte ich die Beine und fing an zu stöhnen. Es war ein schönes Gefühl. Meine Finger führte ich langsam und zärtlich ein, während meine andere Hand meinen Körper streichelte.
„Ist er das?“, fragte meine Schwester Nora, als er am nächsten Morgen wieder in das Café´ kam.
„Ja. Das ist er. Aber guck ihn jetzt nicht so an.“ Er setze sich, wie letzten Morgen auch an den Tresen und bestellte sich einen Kaffee.
„Der sieht aber schnuckelig aus. Ist der noch solo?“, fragte sie neugierig.
„Keine Ahnung. Ich habe noch nie mit ihm geredet. Aber ich hoffe mal, dass das bald passieren wird...“, sagte ich mit aller Hoffnung.
„Ja, wenn nicht, dann krall ich mir den!“, sagte sie zu mir, während sie ihn beobachtete. Er saß, wie immer, mit dem Rücken zu uns. Auf einmal drehte er sich, wie letztes Mal auch um und schaute mich an. Ich erwiderte natürlich seinen Blick. Mein Herz fing wieder an verrückt zu spielen. Und wieder wurde alles still um uns. Ich konnte meinen Blick nicht von ihm wenden. Er schaute mich an, als ob er meine Gedanken lesen würde. Wobei das natürlich absurd war. Als ich mich von seinen Augen befreien konnte, betrachtete ich seinen Körper. Seine Klamotten waren nur schwarz und dieses Mal bemerkte ich auch, dass er einen 3-Tage-Bart trug. Meine Augen wanderten von seinen Augen hinunter zu seinen muskulösen Armen, dann wanderten sie zu seinem Bauch und die ganze Zeit, das sah ich im Augenwinkel, folgte er mir mit den Augen. Es sah so aus, als wüsste er nicht wo ich hinschaute. Dadurch fing ich an leicht zu grinsen.
„Was freust du dich denn so? Hat der mit dir geflirtet?“, fragte Nora ziemlich abwertend.
„Nein. Es war nur...“. Bevor ich zu Ende reden konnte stand er plötzlich auf, sein Blick war die ganze Zeit auf mich gerichtet, und ging. Wie konnte er denn jetzt einfach gehen? Wieso kommt der nicht auf die Idee mich mal zu einem Kaffee einzuladen? Der Typ von Mann war anders. Er war nicht der Aufreißer, nicht der gesprächigste aber auch nicht der langweiligste. Er war einfach einzigartig. Er war einfach so, wie kein anderer.
„Hm... schade er geht schon wieder. Ich hätte jetzt gedacht der käme zu dir und lädt dich ein, so wie der dich angeguckt, als ob ihr euch schon jahrelang kennt. So vertraut...“. Als sie das sagte, hatte sie ein lächeln auf den Lippen.
„Warum lachst du denn jetzt?“
„Na ja, ihr seid irgendwie so vertraut, er guckt dich an, als ob der dich jetzt gleich abknutschen will!”
War das echt so? Wir kannten uns doch gar nicht. Aber ich hatte genau das gleiche Gefühl als ich ihn das erste Mal sah. Warum ist das bei ihm jetzt auch so? Ich verstand es nicht.
„Ach Quatsch, da hast du bestimmt irgendetwas falsch verstanden. Woher sollen wir uns denn bitte kennen? Ich arbeite den ganzen Tag und ich gehe so gut wie nie aus.“
„Ja, aber ihr seht auch jeden Morgen hier im Café. Da läuft doch was, Schwesterherz.“ Nora zog die Augenbrauen hoch und war die ganze Zeit am grinsen. Als ob wirklich was wäre.
„Ach, du guckst zu viel Liebesschnulzen.“, antwortete ich ihr einfach.
„Ich muss jetzt zur Arbeit. Wir sehen uns später, okay?“, sagte ich zu ihr um das Thema endlich beiseite zuschieben.
„Okay, aber heute Abend erzählst du mir was da genau zwischen euch läuft, ja?“
„Ja, okay, mach ich. Bis dann.“
Wir umarmten uns und dann trennten sich unsere Wege. Meiner führte zu meiner Arbeit und ihrer zum Friseur.
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