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Kategorien > Mysterie > Liebe

Sommerabend

von Träumerin

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Sommerabend

Sie öffnete ihre Augen und sah nichts als leere Schwärze.
Sie spürte, dass sie auf etwas angenehmen lag, das sich wie Samt anfühlte.
Sie wusste nicht wo sie war, oder wie sie hierher gekommen war.
Sie setze sich auf und fühlte sich ziemlich benommen und schwach.
Nach und nach kehrten ihre Erinnerungen wieder zurück, doch noch immer waren es nur Bruchstücke.

Sie erinnerte sich, dass sie ihrem Chef die Akten auf den Tisch gelegt hatte und dann das Büro verlassen hatte, um nach hause zu gehen.
Sie wusste noch, dass es ein angenehm warmer Spätsommerabend gewesen war und sie den langen Weg nach hause gewählt hatte, um dieses Wetter zu genießen.
Plötzlich unterbrach eine andere, weiter zurückliegende Erinnerung diese.
Es waren ein Mann und sie selbst, wie sie in einer Wohnung standen.
Sie sah sehr traurig aus, doch der Mann würdigte sie keines Blickes, sondern sammelte nur einige Sachen aus dem Zimmer in einer großen Tasche ein. Irgendwann machte er den Reisverschluss dieser zu und sah dann die Frau an.
„Leb wohl.“, waren seine einzigen Worte, bevor er die Wohnung verließ und die Tür hinter ihm ins Schloss fiel. Zurück blieb nur die Frau, welche sich verstört blickend in einen Sessel fallen ließ.
Nun entsann sie sich wieder. Er hatte sie verlassen.
Als sie sich dessen wieder bewusst wurde, setze sich die unterbrochene Handlung fort.
Sie war durch die Straßen geschlendert und hatte verträumt in die Luft geblickt. Jeder Mensch, der sie so gesehen hatte, hatte sich wohl gedacht, dass sie irgendeinem angenehmen Tagtraum hinterher hing, doch dem war nicht so. In Wirklichkeit war sie mit Trauer, Bitterkeit und Enttäuschung erfüllt gewesen.
Sie war so sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen, dass sie vergessen hatte auf ihre Umwelt zu achten und versehentlich in jemanden hineingelaufen war. Sie war aus ihren Gedanken geholt worden, um festzustellen, dass sie einen großen, sehr gutaussehenden und vollkommen schwarz gekleideten angerempelt hatte, welcher sie daraufhin von oben bis unten gemustert hatte.
„Oh, tut mir wirklich sehr Leid…“, hatte sie gemurmelt und in seine dunklen Augengesehen, die stark aus dem blassen Gesicht hervorstachen.
Der Mann hatte nichts erwidert, sondern sie nur weiterhin gebannt angesehen, und auch sie hatte ihren Blick nicht von ihm wenden können. Sie hatte sich nicht erklären können, was es war, doch dieser Fremde hatte eine unheimliche Anziehungskraft auf sie ausgewirkt, sodass sie ihre Probleme für einen kurzen Moment vergessen hatte. Ein merkwürdiges Gefühl hatte sich langsam in ihr ausgebreitet, welches sie sich nicht erklären konnte.
Schließlich hatte er kurz geblinzelt und war dann, ohne ein Wort zu verlieren, weiter geschritten. Sie hatte noch zweimal einen Blick über ihre Schulter geworfen, um ihm nachzusehen, doch dann war auch sie weiter ihres Weges gegangen.
Da es mittlerweile bereits dunkel gewesen war, hatte sie ihre Schritte beschleunigt, da es ihr doch ein wenig unbehaglich gewesen war, einen nicht allzu menschenbesuchten Weg neben diesen dunklen Nebengassen zu gehen.
Als sie gewusst hatte, dass sie nicht mehr weit von ihrer Wohnung entfernt war, hatte sie jedoch ein merkwürdiges Schluchzen aus einer dieser Seitengassen vernommen. Sie war stehen geblieben und hatte in die enge Gasse hineingespäht, doch außer der Dunkelheit hatte sie nichts erkennen können. Schon hatte sie weitergehen wollen und das Geräusch einfach vergessen wollen, da hatte sie es wieder gehört, doch diesmal lauter und deutlicher. Es hatte tatsächlich geklungen, als würde jemand weinen. Ein kleines Kind.
Sie hatte sich ein Herz gefasst und die Gasse betreten. Vorsichtig war sie sie entlanggegangen, während die klagenden Geräusche lauter geworden waren. Schließlich war sie zu einem kleinen, schmutzigen und menschenleeren Hinterhof gekommen. Das Schluchzen war urplötzlich verstummt und von einem Kind war keine Spur zu sehen gewesen.
Obwohl es immer noch ziemlich warm gewesen war, hatte auf einmal eine beißende Kälte ihr Inneres durchfahren und Gänsehaut hatte sich auf ihrem Körperausgebreitet.
Sie hatte sich blitzartig umgedreht und war erschrocken, denn vor ihr hatte der schwarzgekleidete Mann mit dem fesselnden Blick gestanden.
Der Schrecken und die hinzugekommene Angst hatten sie erstarren lassen, und als der Mann einen Schritt auf sie zugemacht hatte, war sie ebenfalls einen zurückgewichen. Er hatte noch einen und noch einen gemacht und jedes Mal war sie einen weiteren zurückgewichen, bis sie schließlich mit dem Rücken eine Wand berührt hatte.
Sie hatte ihm, der nun ganz nah vor ihr gestanden hatte, in die Augen gesehen und bemerkt, wie dort etwas aufgeleuchtet hatte.
Das Nächste, was geschehen war, war, dass er sich zu ihr hinuntergebeugt hatte und sie seine Zähne hatte aufblitzen sehen, welche sich einen Moment später in ihren Hals gegraben hatten.
Zusammen mit ihrem Blut hatte er auch die letzte Wärme aus ihrem Körper gesogen, doch sie hatte dies als nichts Negatives empfunden. Im Gegenteil, sie hatte sich befreit und glücklich gefühlt.
Im darauf folgenden Augenblick, kurz bevor sie den Moment des völligen Glücks erlebt hätte, hatte er sich selbst in den Arm gebissen und die Stelle, welche sofort zu bluten begonnen hatte, an den Mund der Frau gepresst, damit sie davon trank. Während sie dies getan hatte, hatte sie bemerkt, wie ihr Leib sich mit jedem Schluck mehr und mehr mit einem bittersüßen Schmerz gefüllt hatte. Nicht mit demselben, den sie bereits zuvor empfunden hatte, und von welchen sie gehofft hatte, ihn nun los zu sein, sondern eher mit einer Art Bedauern.
Der Mann hatte seinen Arm wieder von ihrem Mund genommen, und außer dem, das sie danach fast bewusstlos in seinen Armen lag, wusste sie nichts mehr.

Sie saß auf dem Sofa und dachte darüber nach. Was hatte dies zu bedeuten?

Urplötzlich, als hätte er ihre Gedanken gehört, rührte sich aus der Dunkelheit hinter ihr ein Schatten, und als sie sich umdrehte bemerkte sie den Mann, welcher sie zu Seinergleichen gemacht hatte.
„Was hast du mit mir getan?“ flüsterte sie mit schwacher Stimme, obwohl sie die Antwort bereits kannte.
„Glaubst du an Liebe auf den ersten Blick, Mercedes?“
Es war das erste Mal, dass sie ihn sprechen hörte. Er hatte eine angenehme, tiefe Stimme, welche gut zu ihm passte.
Sie sah ihn erstaunt an.
„Du kennst meinen Namen?“
„Ich kenne ihn.“
„Aber… Woher?“
„Das spielt keine Rolle, außerdem hast du meine Frage nicht beantwortet.“
Sie sah ihn an und stellte erneut fest, dass er ein Mann war, so schön wie ein gefallener Engel, und wieder blieb sie an seinen Augen, in denen etwas Schmerzhaftes und zugleich Zuckersüßes lag, hängen. Der Vampir hatte eine unglaublich bannende Wirkung auf sie. War es das was er meinte?
„Ja.“, antwortete eher ihre Seele, als sie selbst.
Und wieder sah sie in seinen Augen etwas aufblitzen.
„Wer bist du?“
„Ich bin Vieles… Für die einen bin ich ein bereits längst gestorbener Mann, für die anderen bin ich ein

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Kommentare

Yve schrieb am 2007-08-23 20:55:56:
Ich finde deine Geschichte toll, irgendwie romantisch ^^
Heaven schrieb am 2007-02-12 16:34:06:
Schöne Geschichte mit einer interessanten Idee, gefällt mir!! =)

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