Sommerregen
von
Kalliope
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(Versucht nicht, dass zu verstehen, sondern euch hineinzuversetzen, denn das hier könnte jeder von euch sein.)
Barfuß saß ich mit angezogenen Knien auf dem Fensterbrett und sah hinaus in das Gewitter. Der
Himmel war grau, die eben erst aufgezogenen Nebelschwaden, die in den Baumspitzen der
Bergwälder hingen, und die ich so liebte, waren kaum noch erkennbar, so tobte der Sturm. Die
heftigen Windböen brachten mein Windspiel vor dem angekippten Fenster zum Klingen.
Blitze durchzuckten das Wolkengrau, während der Regen weiter, Tropfen für Tropfen an der
Fensterscheibe abperlte und auf die überschwemmte Straße klatschte. Ein Auto zischte in
Sekundenschnelle durch das Nass. Wozu meine Mum gerade den Garten gegossen hatte, dass wußte
Gott allein.
Ich sah dem munteren Spiel des Wassers auf dem Erdboden zu. Wenn ich doch meine
schmerzenden Füße in den Regen halten könnte, nur die Füße...
Schon sah ich vor meinem geistigen Auge, wie die ersten Tropfen meine Zehen trafen, sie
umspülten und zu einem kleinen Fluss wurden. Ich fühlte das kühle Wasser auf meiner Haut,
welches sie umhüllte und betäubte...
Und mit dem Regen wurde auch die Last der Erinnerungen und der Mühsal weggewaschen, als
wären sie federleicht...
Und sie fielen und schwammen mit dem Regen, der fort floss, fort aus meinem Leben...
Und das Wasser riss den Sturm mit sich, die Wolken, das Gewitter...
Bis schließlich die Sonne wieder am strahlend blauen Himmel erschien, und mein Herz erleuchten
ließ, als wären die Schmerzen nichts als Einbildung gewesen.
Und auf einmal spürte ich den Regen wirklich, wie er mir aus den Augen lief, die Wangen herab
und sich mit dem Regen draußen vermischte, bis ich nicht mehr unterscheiden konnte zwischen
diesem und jenem Regen.
Und in Wirklichkeit regnete es auf ewig, und niemals, niemals würde eine Sonne wieder mein
Leben erhellen.
Ich schloß das Fenster und wandte mich ab. Doch immer noch hörte ich das Rauschen des Regens.
Er war in meinem Herzen.
By Kalliope 06 2006
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Kommentare
Kalliope schrieb am 2008-01-06 01:48:23:
Na ich xD
Ab und zu hab auch ich mal geniale Einfälle.
Weshalb ich auch nie aufhören werde, hoff ich.
ZeVe schrieb am 2007-03-10 14:16:52:
echt eine schöne geschichten!! wer sie auch geschrieben hat kann ich nur sagen: respekt!
Heather schrieb am 2006-07-08 19:28:47:
Wow...... Du schreibst echt Klasse ... einfach supergut und dagegen kann man echt nichts sagen.
alex schrieb am 2006-07-06 02:41:05:
Wow, auch die Geschichte gefällt mir. Sehr schöne Steigerung zum Ende hin, Klasse Schlusssatz. Die Metapher funktioniert komplett. Sehr effektvoll!
sternenkind schrieb am 2006-07-03 08:40:55:
Sehr, sehr schön! Eine richtige Reise, die man da kurzzeitig begeht!
Ich schloß das Fenster und wandte mich ab. Doch immer noch hörte ich das Rauschen des Regens.
Er war in meinem Herzen.
--- wunderschön!
dickes Kompliment! :)
lg sternenkind
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