Sonneneis und Mondflamme
von
Aurora
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Vorwort: Das alles ist nur Teil einer sehr viel längeren Geschichte, an der ich zurzeit schreibe. Auf Anfragen kommen natürlich Fortsetzungen; Kommentare und Verbesserungsvorschläge sind erwünscht.
Der Bezug vom Titel zu der Geschichte erfolgt übrigens erst später, wenn überhaupt... =)
Anmerkung: Die Story ähnelt vielleicht EIN BISSCHEN dem japanischen Manga Naruto von den Rängen und Missionen her, aber ich hab mich bemüht, die Parallelen so gering wie möglich zu gestalten. Hab auch andere Namen etc.
Übrigens gibt es bei mir eher selten Kapitel.
Trotzdem viel Spaß beim Lesen =)
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Es war eine ganz einfache Mission, während der er sie das erste mal traf, zumindest dachte er das am Anfang. Sie sollten eine Gruppe von Reisenden überwachen, die angeblich Informationen über die Mokenna an Sasonier weitergeben würden. Diese Pergamentrollen sollten ihre zukünftigen Besitzer nie erreichen, das waren die Anweisungen des Meisters. Keenan war mit Nela und Deren unterwegs, nicht unbedingt die besten Partner, überdreht wie Nela und verrückt wie Deren war, aber Keenan war zufrieden. Es gab schlimmeres.
Die Gruppe von Reisenden stellte sich als eine Gruppe von Reisenden aus der Mokenna heraus, obwohl drei der sieben Gestalten, zwei hochgewachsene Jungen und ein Mädchen, nicht wie typische Mokennen wirkten.
Dass die anderen in der Überzahl waren störte Keenan und seine Partner wenig bis gar nicht, vor allem Nela war sich ihrer sehr sicher. Auf einen Direkten Kampf waren sie aber trotzdem nicht scharf, vor allem nachdem sie den drei Nicht – Mokennen beim Training zugesehen hatten: sie waren sehr gut in Form.
Am dritten Tag der Mission erfuhr Keenan zum ersten Mal von der Möglichkeit, dass Nakan zu der Gruppe gehörte.
Es war schon dunkel, und er konnte nicht schlafen. Als er sich sicher war, dass Deren, der Wache halten sollte, ebenfalls wach war, erhob er sich leise von seinem Lager um einen Blick auf ihre Opfer zu werfen.
Ihr Wache saß am brennenden Feuer, neben ihm die Kleine (eigentlich hatte sie eine perfekte Durschnittsgröße von cirka 1, 65 Meter), die Deren mit ihrer Kampftechnik so beeindruckt hatte, einen von denen, die nicht aus Mokenna zu stammen schien. Genau wie der Wache selbst. Sie unterhielten sich leise, über den Geräuschen des verbrennenden Holzes kaum vernehmbar. Keenan schlich näher. Er wollte wissen, ob seine Theorie, dass sie aus Asuterra kommen könnten, richtig war.
“....seine Gefühle etwas beherrschen. Es ist einfach lächerlich.”
“Ich weiß.” Die Stimme des Mädchens kam ihm leicht bekannt vor, doch er konnte sie nicht zuordnen. Trotzdem war ihm das samtene Schnurren auf eine Weise vertraut.
“Warum sagst du’s ihm dann nicht mal?”
“Ich weiß auch nicht. Immerhin kann er ja nichts dafür, oder?”
“Rai. Er hat dir gesagt was er fühlt, du hast ihm gesagt, dass es für dich anders ist und du nichts von ihm willst, in dieser Hinsicht. Was ist daran so schwer zu akzeptieren?”
Sie seufzte verzweifelt, und riss einen Grashalm der Länge nach durch.
“Wenn Nakan so weitermacht, zerstört er den Erfolg der Mission. Er soll, nein er muss sich zusammenreißen. Und du musst ihm das sagen, denn außer auf dich hört er auf keinen.”
Keenan erstarrte. Nakan war hier? Sein Bruder? Nur wenige Meter entfernt, eine der Gestalten, die ihm dunklen Gras lagen und schliefen, war vielleicht er. Er hatte ihn schon so lange nicht mehr gesehen.
Denn Nakan gab ihm die Schuld an dem, was passiert war, unwissend wie er war; obwohl er natürlich, auf eine Art und Weise die Keenan nicht gefiel, Recht hatte. Ja, im Grunde war das, was passiert war, seine Schuld. Aber Nakan hatte sich nie die Mühe gemacht, zu versuchen ihn zu verstehen, seine Beweggründe nie hinterfragt, er war einfach nur schuldig...... Und jetzt hasste er ihn, mehr als alles andere, und sein Ziel war Keenan zu töten, als würde ihm das helfen, als würden sie dadurch zurückkommen....
Es tat Keenan weh, war das einzige, das ihn wirklich störte; denn er vermisste seinen Bruder. Doch er konnte nichts mehr rückgängig machen.
Neugierig geworden beugte er sich noch ein Stückchen weiter nach vorne, um auch wirklich jedes Wort zu verstehen. Die Schatten tanzten auf dem Gesicht der Kleinen, sie war hübsch, irgendwie, wenn auch eher Derens und Pains Typ. Für ihn war sie zu elfenhaft, zu zerbrechlich, die großen, ausdrucksstarken Augen, das schmale Kinn und die zierliche Figur unterstrichen diesen Eindruck noch. Trotzdem viel ihm die Ebenmäßigkeit ihrer blassen Haut auf, die Seidigkeit ihrer langen, jetzt in der Nacht, schwarzen Haare, die Eleganz in der Bewegung, als sie sich zurücklegte in das kühle, weiche Gras legte...
Ihr Gesicht war ihm jetzt gefährlich nahe. Keenan brauchte nur die Hand auszustrecken, dann könnte er ihre Wange berühren, ihre Stirn streicheln, spüren, wie sich ihre samtene, weiche kühle Haut unter seinen Fingern anfühlte....
Er wusste nicht, woher diese Gedanken gekommen waren, doch er schob sie so schnell wie möglich bei Seite. Er konzentrierte sich, denn ihm war wohl bewusst, dass er sich keine Bewegung, keinen Laut leisten könnte, bevor die Illusion zerriss und ihn für sie sichtbar machte. Einen Moment, einen Augenblick nur fragte er sich, wie sie wohl darauf reagieren würde....
Dann sammelte er sich wieder. Alles, was er tun konnte, war warten. Und Keenan wartete, die Augen unablässig auf das Mädchen vor ihm gerichtet.
“Ich kann das nicht. Außerdem glaube ich auch gar nicht, dass ich irgendetwas bei ihm erreichen würde. Ich hab bei ihm ausgespielt, denke ich.”
“Oh, ich bitte dich. Ganz sicher nicht. Es reicht schon, wie er dich immer ansieht-“
“Was stört dich immer daran, wie er mich ansieht, Torein? Das betrifft dich doch gar nicht, oder? Das einzige, dass dich auch nur im Geringsten was angeht, ist sein Einfluss auf unsere Mission.”
“Ich-“ Er brach ab. “Du verstehtst das nicht.”
“Ach nein”, sagte sie, und nicht ein Wort mehr.
Sie sprang auf, wies ihn mit einer Handbewegung an, sitzen zu bleiben, und umrundete mit schnellen Schritten das Feuer. Dann verschwand sie im Schatten dahinter, doch bald darauf konnte er das trampelnde Geräusch von Hufen hören, die in Richtung Wald davongaloppierten.
Der blonde, große Junge, Torein hatte sie ihn genannt, schloss die Augen und seufzte leise, enttäuscht. Er zog seine Knie an und starrte bewegungslos in die flackernden Flammen.
Keenan zog sich vorsichtig zurück. Es gab nichts mehr zu sehen.
Als er in das Lager zurückkam, erwartete Deren ihn schon ungedudig. Seine Schicht war zu Ende, und er wollte schnell schlafen gehen.
Keenan saß im Dunkeln, Derens Schnarchen das einzige, was er vernahm.
.. to be continued...
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