Soraya, die Elfe 2
von
Soraya
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„Schafft ihr das nur zu fünft?“ „Sicher, ist ja auch noch ein Mädchen, dass wir fangen sollen.“ ‚Wenn’s Soraya wäre hätten wir kein so leichtes Spiel, aber sie ist es ja nicht.’ dachte Larin. „Gut, dann geht los.“ Minutenlang standen die Fünf nur mit geschlossenen Augen da, bis sie plötzlich verschwanden.
„Und, brauchen sie noch etwas?“ Missa schüttelte den Kopf. „Dann ist ja gut, denn der Herr sagt, dass sie sehr wichtig wären. Und jetzt helf Irma weiter, sonst bist du nur im Weg.“ Missa hörte ihre letzten Worte kaum noch. ‚Wichtig, wichtig’ dachte sie und zwirbelte dabei wie immer, wenn sie stark nachdachte oder nervös war an einer ihrer beiden Haarsträhnen, die sie absichtlich nie mit den restlichen Haaren hochband. ‚Warum sind sie ihm wichtig? Weil sie gute Handelsmänner sind? Nein, sie sind nicht lange genug hier um Reichtum anzuhäufen. Die einzige Lösung wäre, dass er sie entweder auf mich angesetzt hat oder dass er dazu gehört. Beides wäre gefährlich, was hieße, dass ich bald verschwinden sollte.’ „Und, Soraya? Erfolgreich gewesen?“ „Na- Verflucht! Woher weißt du meinen Namen?“ „Dein Schauspiel war einzigartig, hättest du nicht diese Augen gehabt, hätte ich dich nicht erkannt.“ „Wer bist du? Freund, Feind?“ „Nenn mich eine Aufseherin.“ „Sie haben mir also jemanden auf den Hals gejagt, der mich beschützen soll? Bin ich ein kleines Kind?“ schrie sie. Plötzlich wurde ihr bewusst, dass die Augen aller Leute auf ihr lagen. Gemurmel stieg auf. „Der Rat denkt das schon, ja.“ „Der Rat kann mir gestohlen bleiben! Ich bin kein Kind mehr, ich brauch niemanden, der mich beschützt!“ „Mäßige dich, kleine Dame.“ „Du auch?“ „Du musst verstehen, sie können dich doch nicht einfach gehen lassen, du siehst, dass sich die Nachricht rumspricht, dass du verschwunden bist. Die Anthros heute waren nur der Anfang, bald wirst du keine ruhige Minute mehr haben. Was wirst du tun?“ „Gehen, was sonst?“ „Und wenn sie dich finden?“ „Es gibt mehr als nur zwei Welten.“ „Wann?“ „Noch heute.“ „Gut, geh. Ich wünsche dir alles Glück der Welt, du wirst es brauchen. Dein Weg wird schwierig sein, es wird Leute geben, die deine Hilfe benötigen, wenn du selbst in Not bist, es wird Zeiten geben, in denen du Leiden musst, aber bitte, bitte erinnere dich dann an meine Worte und halte durch, bleib du selbst, kämpfe jeden Tag um deine Freiheit und die deines Volkes.“ „Keine missbilligenden Worte mehr?“ „Nein, du bist dazu geboren zu siegen, ich weiß es, aber ich wünschte es wäre anders. Du bist noch ein Kind, keine Kämpferin. Ich würde mir ein anderes Schicksal für dich wünschen, aber es ist und bleibt so.“ „Ich bin eine Kämpferin, kein Kind, wann seht ihr das endlich ein?!“ Ohne ein weiteres Wort drehte sie sich um und stolzierte aus der Küche. Ihre Füße trugen sie über den Hof, sie selbst sah nicht, wohin sie lief, denn ein Tränenschleier lag auf ihren Lidern. Wo sie gelandet war, wurde ihr selbst erst bewusst, als sie das beruhigende Schnauben von Pferden hörte. Shivan sah sie aus treuen Augen an. Schluchzend warf sie sich um seinen Hals. Lange stand sie so da, das Gesicht in der silbernen Mähne des Hengstes vergraben. „Ich bin groß! Sollen sie sagen, was sie wollen, ich bin die Elfenkaiserin und eine Kämpferin! Ich bin kein kleines Kind mehr, dass von einer heilen Welt träumt!“
Die Männer sahen sich um. „Eigentlich ist es wie bei uns, grüne, blühende Büsche und Bäume, zwitschernde Vögel und andere Tiere.“ „Seht ihr die Burg dort? Da muss sie sein.“ „Aber sollten wir nicht noch warten, bis die Dämmerung beginnt?“ „Hm... Ja, ich denke, dass das die bessere Entscheidung wäre. Wer noch?“ Die anderen drei hoben die Hand. „Gut, dann ist das entschieden.“
Mit wachsender Ungeduld starrte sie in den Himmel. Wenn die Dämmerung einsetzt, wird sie gehen. Wie sehr sich wünschte wieder nach Ililäsara zu können. Dort würde sie nicht mehr allein sein, da hätte sie ihren Palast und ihren vielen schönen Kleider wieder. Langsam ging die Sonne unter und sie begann Shivan zu satteln. Sie war zwar eine perfekte Reiterin, aber für lange Ritte bevorzugte sie einen Sattel. Als die Sonne hinter den grünen Hügeln verschwand holte sie den Hengst aus dem Stall und stieg auf, das neue Kleid störte sie ein wenig dabei. Plötzlich erfüllte eine Welle der Sehnsucht sie. Obwohl sie hier nie richtig glücklich gewesen war, war es doch acht Jahre lang ihre Heimat gewesen. Hier wurde sie aufgenommen, als der Rat sie auf die Erde geschickt hat. Und all das nur, weil sie dachten, dass sie noch ein Kind ist und auf Ililäsara in Gefahr wäre. ‚Aber ich bin kein Kind mehr!’ dachte sie. ‚Und außerdem wird es hier auch gefährlich. Sollte sie... ? Nein, sie wird die restlichen acht Jahre auch noch aushalten!’ Sanft drückte sie die Waden in Shivans Seite und galoppierte an. Eine Welle des Entzückens erfüllte sie, wie sehr sie das Reiten in den acht Jahren vermisst hat! Obwohl das Ballkleid sie störte, genoss sie den schnellen Ritt in vollen Zügen.
In weiter Ferne konnten sie einen Reiter ausmachen. Mit rasender Geschwindigkeit kam die Gestalt auf sie zu. Mit der Zeit konnte man ein Kleid und lange Haare ausmachen, dann einzelne Farben wie das Gelb des Kleides, dem Silbergrau des Pferdes und dem grün ihrer Haare. „Das ist sie.“ flüsterte einer der Männer. „Warum ist sie nicht auf der Burg?“ „Kann uns doch egal sein.“ „Gut, stellt euch an den Wegesrand. Wenn sie näher kommt, versperren wir ihr den Weg. Einer muss das Pferd am Zügel nehmen! Larin?“ „Hm... Gut.“ Die Reiterin kam immer näher. „Jetzt!“ Schnell sprangen sie vor ihr auf den Weg. Larin griff nach den Zügeln. Als er sie hatte, sah er sich das Mädchen genauer an. Plötzlich erkannte er, wer es war. „Soraya?“ „Was soll das, Larin? Erklärs mir!“ „Aber... aber du bist doch noch in Ililäsara!“ „Seit acht Jahren nicht mehr, falls du es auch mal mitbekommen hast!“ „Ich dachte mir nichts dabei.“ „Sehe ich! Lässt du mich jetzt los, ich muss weiter!“ „Es... es tut mir leid, ich kann nicht, ich habe eine Mission zu erfüllen.“ Die Gedanken rasten in ihrem Kopf. „Du... du bist ein Widerständler?“ „Genau.“ „Aber... du warst selbst auf dem Weg, Kaiser zu werden- auch wenn ich besser war.“ fügte sie spöttisch hinzu. „Ich bin auch nicht gegen den Kaiser oder die Kaiserin, sondern eine unbarmherzige Regierung, die sich vom Geld des Volkes ernährt und teure Bälle gibt, während die Bevölkerung hungert.“ „Das ist mir egal, niemand fängt mich wie ein Tier und schon gar nicht werde ich mich ergeben!“ Sie zog ihr Schwert aus einer Falte ihres Kleides. Es war durchsichtig mit einem hellblauen Schimmer und einem hellgrünen Stein im Schaft, der zu ihren Haaren passte. Sie liebte es, zu sehen wie die Sonne sich darin brach und ihm einen gefährlichen Glanz gab. So unscheinbar es auch aussah, so scharf war es. Auf ein Handzeichen zogen die anderen vier Männer auch ihr Schwert, nur Larin nicht. „Bitte Sora! Ich will dich doch gar nicht fangen, ich will nur erreichen, dass du mitkommst. Nach Ililäsara.“ „Sora? Ich
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Kommentare
Soraya schrieb am 2008-07-02 12:01:55:
Du findest sie gelungen? *staun*
Ich reg mich immer noch darüber auf, dass ich meine kleine Elfe plötzlich so verändert habe...
Aber danke!
Liebe Grüße, Soraya
Gimliy schrieb am 2008-07-01 12:53:03:
Sehr schön. Ich habe mich über die gelungene Fortsetzung gefreut und warte schon gespannt auf den nächsten Teil!
Gruß: Gimliy
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