Spiegel unserer Gesellschaft
von
Leviathan
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Eine Reihe von Häusern, schön anzusehen mit ihren glänzenden Fassaden.
Eine Reihe von Häusern, schön anzusehen mit ihren blumigen Gärten.
Eine Reihe von Häusern, schon anzusehen mit ihren bunt lackierten Türen.
Es steht dort, am Rande der schönen Siedlung. Ganz alleine, ganz klein.
Die Fassade ist bröcklig, der Garten verwildert und der Lack an der Türe ist abgeplatzt.
Jedes Zimmer in diesem Haus ist anders gestrichen. Die Farbpalette reicht von quietsch Pink bis Nachtschwarz. Die anderen Häuser wundern sich über dieses kleine graue Haus. Ja, sie verachten es gar. Doch wie sieht es in ihnen aus? In diesen großen wundervollen Häusern. Der Putz bröckelt von den Wänden, Fetzen von vergilbten Tapeten hängen hinunter. Die alten Kupferrohre sind zum Teil geplatzt, Schimmel macht sich breit. Wände und Decken haben Risse, der Boden vom vielen Wasser auf gequollen, die Fließen zersprungen. Doch das ist egal, denn sie passen in das Bild der Gesellschaft. So ist es gut, so soll es sein. Wen schert schon das Innere? Hauptsache die Fassade stimmt.
Jedoch genau jenes kleine Haus, welches so gänzlich aus der Norm fällt ist glücklich. Es lebt. Dort fühlen sich viele Lebewesen wohl. Streunende Katzen jagen die flinken grauen Mäuse. Käfer und andere Insekten haben die abbröckelnde Fassade für sich entdeckt und Vögel nisten in der Dachrinne. Wilde Blumen überranken den Weg zur Türe. Es herrscht ein vollkommenes Gleichgewicht.
Eine trostlose Stille umhüllt die anderen prunkvollen Häuser. Nichts regt sich in ihnen, nichts lebt. Die giftigen Farben und Lacke haben all das Leben zum Erlöschen gebracht.
Eine Reihe von Häusern, so wie wir sie wollen.
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Kommentare
ansiadevivir@web.de schrieb am 2008-07-05 13:50:36:
Wow, eine echt schöne und süße Parabel. Du hast alles sehr bildlich beschrieben, sodass die Vorstellungskraft des Lesers angeregt wird. Die Aussage der Geschichte ist natürlich auch eindeutig und - leider - wahr.
Ich find deinen Text toll. Du solltest sie bloß nochmal auf Rechtschreibfehler untersuchen, aber der Stil ist schön.
Liebe Grüße.
Gimliy schrieb am 2008-07-04 22:14:02:
Hallo. Ich hab zwar schon mal hierzu einen Kommentar verfasst, doch er kam wohl nicht an. Nun, was ich sagen wollte ist, dass deine Geschichte richtig super gelungen ist. Diese Vergleiche sind einfach nur spitze und durch diese Beschreibungen versteht man sofort was du meinst. Ich bin ganz deiner Meinung. Es ist furchtbar, dass man sich immer anpassen muss, egal ob es einen glücklich oder verzweifelt macht. Immer das tun, was andere tun, das schön finden, was andere schön finden, einfach immer nach den anderen gehen. Diese Gesellschaft ist langweilig, denn sie erzieht uns praktisch dazu, langweilig zu sein.
Lass dich nicht von deinem Weg abbringen und bleib so.
Liebe Grüße: Gimliy
Ps: Wenn der alte Kommentar noch kommen sollte und dieser hier auch, dann kriegst du eben ein doppeltes Lob^^
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