Spirit
von
Alucard
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„Jedes Lebewesen hat eine Seele. Die personifizierte Seele eines Menschen hat meist die Gestalt eines Tieres. Die Seele kann es sich selbst aussuchen wie ihr Gemüt ist und so ihre Gestalt bestimmen…“ Auszug aus dem 3. Buch des Zyklus, merodeanische Ansichten über das Leben und Sterben. 4. Quartal im Jahre 5078
Leise säuselte der Wind. Er erzählte von Vergangenem, aber auch von Zukünftigen. Das saftig grüne Gras wippte sachte in seinem Takte und die Laubbäume raschelten verführerisch. Über allem erstreckte sich ein dunkler Nachthimmel, an dem nur die schmale Sichel des Mondes leuchtete, mit seinen vielen kleinen Helfern.
Keine einzige Wolke zog dort und auch kein Vogel rührte sich. Nicht einmal die schattenhafte Gestalt störte die Ruhe. Sie stand mucksmäuschenstill in dem kniehohen Gras. Und ließ den Wind sachte an sich zerren. Die Arme der Gestalt waren vom Körper gestreckt. Man könnte meinen, wie sie so da stand, dass sie ein lebloses Kreuz sei, das auf dieser Wiese aufgestellt worden war, um jemandem zu gedenken. Doch dem war nicht so. Noch lebte die Gestalt.
Die strahlend, blauen Augen wurden von den Lidern verdeckt.
Die Gestalt war ein älterer Mann, der in einem Zustand von völliger Konzentration verweilte. Doch nichts ließ dies erkennen, mit Ausnahme der Schweißperlen, die sich auf seiner krausen Stirn sammelten.
Kurz darauf wurde das laue Lüftchen zu einem tobenden Sturm. Doch der Mann schien davon nichts mitzubekommen. Er stand noch immer regungslos auf der Wiese, die nun um ihn herum durch den Sturm in Bewegung geraten war.
Dann auf einmal öffnete er seine himmelsblauen Augen. Doch nun schimmerten sie rotgolden, wie Kerzen in der Finsternis. Sein schulterlanges, schwarzes Haar bäumte sich im Winde auf.
Nun schien es, dass es in seinen Augen zu brodeln begann. Daraufhin begann sich das Glühen langsam aus seinen Augen zu schälen. Es personifizierte sich und nahm langsam aber sicher die gestalt eines Adlers an, der nun einige Meter über dem Mann verharrte. Er glühte in der gleichen Farbe, wie vorhin die Augen des Mannes, die nun wieder ihre himmelblaue Farbe angenommen hatten.
Der Adler begann mit den großen Flügeln zu schlagen und erhob sich langsam aber stetig über die Wiese. Der Mann jedoch sackte in sich zusammen und wurde ohnmächtig.
Der goldene Adler erhellte den dunklen Nachthimmel und flog erst über die Wiese, bis er ein kleines Wäldchen erreichte. Daraufhin stieg er mit der Hilfe der Winde und Luftströme viele Meter aufwärts. Dort gesellte er sich zu einer Schar von Enten, die zufällig vorüber flogen.
Genau wie der Adler schimmerten auch die Wasservögel rotgolden. Sie alle erhoben sich immer mehr in luftige Höhen, bis der Erdboden nicht mehr erkennbar war und sie frei und schwerelos über die Erde ziehen konnten.
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Kommentare
Alucard schrieb am 2006-10-22 14:35:44:
loool... des mit den Enten soll nur zeigen, dass nicht alles gleich ist.. also nicht jeder hat nen coolen Alder als Seele... und außerdem, Enten sind doch niedlich^^ Der Alfred Jodokus Quak hat doch voll die goldige Stimme und sieht voll sweet aus^^
Danke fürs Kommentar Gruß Raphael
Demeter schrieb am 2006-10-22 00:05:13:
Hi Alucard, mein kleiner Nosferatu!
Schön geschrieben, hast du da! Die Vorstellung von einem rotgoldenen Adler gefällt mir ja...Steinadler sind nämlich meine Lieblingstiere! Aber wessen Seele manifestiert sich in einer Ente? *g* Ich musste so an diese eine Zeichentrickserie denken, wo die Hauptperson eine Ente mit Namen Alfred Jodokus Quak ist...
Up to next,
Demeter
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