Sternenmärchen
von
LaLuna
1
Der Mond schien am Nachthimmel in seiner ganzen Pracht. Voll, rund und schön sandte er seine Strahlen auf die Erde nieder. Es war eine dieser lauen Sommernächte. Eine dieser Nächte die uns zum Träumen verführen. Die kleine Hexe verließ ihr Haus und schaute zum Himmel empor. Diese Nacht war einfach zu schön um sie schlafend im Bett zu verbringen. Tausende kleine Sterne funkelten und die Welt sah verzaubert aus im Mondenschein. Die kleine Hexe stieg auf ihren Besen und wollte diese Nacht erkunden. Sie sauste los und ein Freudenschrei entsprang ihrer Kehle. Oh, wie war das schön so dahin zu gleiten. Die laue Luft umspielte ihren Körper und ihr langes, rotes Haar wehte im Wind. Die kleine Hexe verlor sich in Gedanken und genoss die Freiheit.
Als sie wieder aus ihren Gedanken zurückkehrte merkte die kleine Hexe das sie vom Weg abgekommen war und sich verirrt hatte. Wo bin ich hier? Dachte sie sich und schaute sich um. Um sie herum war es Stockdunkel und tausende Sterne funkelten. Sie war mitten im Sternenhimmel gelandet. Die schwarze dunkle Macht dieses Reiches umfasste die kleine Hexe. Die Unendlichkeit des Universums stürzte auf sie ein und schien sie zu verschlucken. Sie fühlte sich unendlich klein. Wie komme ich den jetzt wieder nach Hause? Wo ist hier der Ausgang? Wo der richtige Weg? Es gab keinen Weg. Nur diese Dunkelheit und dazwischen funkelde Sterne. Und so irrte die kleine Hexe einwenig weiter durch den Sternenhimmel auf der Suche nach dem Nachhauseweg. Die kleine Hexe fühlte sich einsam und sehr, sehr klein. Plötzlich sah sie in der ferne ein kleines Männlein. Hoffnung keimte in ihr auf. Sie flog zu dem Männlein hin. Doch als sie bei ihm angekommen war, ließ es die kleine Hexe nicht einmal den Mund aufmachen.
"Hallo, du musst ein Engel sein!" das Männlein sprach mit einer seltsam klingelnden Piepsstimme. "Denn wer hier oben herumfliegt kann nur ein Engel sein." Es hüpft um die kleine Hexe herum und ruderte mit seinen viel zu kurz anmutenden Armen. Das sah so lustig aus, das die kleine Hexe lachen musste. "Lach nicht!" piepste das Männlein und hüpfte immer weiter. "Hier gibt es nichts zu lachen! Ich bin der "Mann der vom Mond gefallen ist"." Jetzt hüpfte das Männlein nicht mehr um die kleine Hexe herum, sondern nur noch auf der Stelle. Es zupfte sich dabei immer den weißen, langen Bart und sein Gesicht hatte einen sehr unfreundlichen Ausdruck. "Ich habe eine Handvoll Mondstaub dabei und bin auf der Suche nach meinem Engel, mit dem ich zusammen zum Mond zurückkehren kann." Der kleinen Hexe wurde es unheimlich und trotz der lauen Nacht fing sie an zu frösteln. "Oh nein, ich bin kein Engel, du irrst dich. Ich bin die kleine Hexe." Sie versuchte Kraft in ihre Stimme zu legen. " Ich habe mich hier oben verirrt und ich will nicht auf den Mond, sondern zurück auf die Erde zu den Menschen." Das kleine Männlein hörte auf zu hüpfen und sah die kleine Hexe verwundert an. "Zu den Menschen willst du? Macht nichts, aus dir mache ich schon noch einen Engel. Ich werde dich durch den Sternenhimmel führen und dir den Zauber der Nacht zeigen, den du bist meine Auserwählte." Der kleine Hexe stockte der Atem. "Nein, nein ich will zurück zur Sonne, du musst dir einen anderen Engel suchen." Die kleine Hexe war schon ganz verzweifelt. Doch es war zu spät. Der "Mann der vom Mond gefallen ist" hatte bereits ausgeholt und sie mit silbrig glänzendem Mondstaub bestreut. Von diesem Augenblick an war die kleine Hexe verzaubert und verlor ihre magischen Kräfte. Das kleine Männchen hüpfte nun wieder auf der Stelle, doch in seinem Gesicht zeigte sich nun ein lächeln. Je länger er sie durch sein Reich führen würde, umso weniger würde sie noch wissen. Die Erinnerung an ihre Welt würde von Minute zu Minute verblasen. Bis nichts mehr übrig war von ihrer Welt. Er würde sie besitzen und dieser Gedanke fing an ihm zu gefallen. Denn eines Tages würde er mit ihr auf den Mond zurückkehren. Da war er sich ganz sicher. Mit seinem Engel. Aber zu diesem Zeitpunkt würde die kleine Hexe die Erde und die Menschen schon lange vergessen haben.
Der "Mann der vom Mond gefallen ist" nahm die verzauberte kleine Hexe an der Hand und begann sie durch seine Welt zu führen. Ein strahlen umgab die kleine Hexe. Ein Strahlen von unglaublicher Schönheit und ihr begannen Flügel zu wachsen. Die kleine Hexe wurde zu einem Engel. Sie lauschte seinen Erzählungen und war berauscht vom Glitzern und Funkeln der Sterne. Das Universum fing an sich zu drehen und verlor die beängstigende Weite. Die Dunkelheit erstrahlte in einer anderen Pracht. Die kleine Hexe, die nun zum Engel wurde, fühlte sich nicht mehr klein. Vielmehr schien es als ob die Unendlichkeit in sie eingedrungen war und sie selbst zu einer ungeahnten Größe heranwuchs. Es war alles wie ein Traum. Wie eine Reise in pantastische Welten. So nach und nach vergaß sie die Erde, die Sonne und die Menschen. Sie begann sich im Zauber der Nacht, im Sternenhimmel, wohl zu fühlen und ließ sich fallen.
Fortsetzung folgt!
1
Kommentare
Keine Kommentare vorhanden.
Kommentar hinzufügen