Sternenwölfin Part 1- IVTeil
von
Anariel, die Nomadin
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Vier Stunden später lag Rauhwen bequem hoch oben auf einem der schwarzen Berge und blickte sinnierend auf den tief unter ihr fließenden Styraks. Der Totenfluß schlängelte sich durch die ganzen höllischen Reiche und war beinnahe von jedem der Berge aus zu sehen. Irgendwie sahen seine Ufer immer gleich aus, rauchverhangen und von skeletartigen Bäumen gesäumt, die ihre verdorrten Äste anklagend in den niemalsblauen Himmel streckten. Ihr Blick wanderte weiter und blieb schließlich an dem Schloss hängen. Ihre Augen verengten sich verärgert. Ihr Ausflug hierher hatte nicht die erhoffte Wirkung gehabt, denn anstatt ihr Klärung zu bringen, stand sie jetzt vor neuen Fragen.
Von hier aus hatte man einen schönen Überblick über das Gemäuer. Es war groß, um genau zu sein war es gigantisch. Doch so riesig es auch war, es war nicht groß genug, um all die langen Gänge, durch die sie heute Vormittag geirrt war, zu beherbergen. Was sie von hier aus sehen konnte, das kannte sie bereits alles und die wenigen Teile, die sie noch nicht erforscht hatte erschienen bei weitem nicht groß genug. Aber sie war in diesen Gängen gewesen, wo also verbargen sie sich nun? War das eine weitere Illusion? Doch sie konnte nichts dergleichen entdecken. Oder befand sich dieses geheimnisvolle Labyrinth womöglich unter der Erde? Das konnte eine Erklärung sein!
Aufgeregt sprang die Wölfin auf die Beine. Sie hatte sich im Erdgeschoss befunden, als sie in die Gänge geriet. Ihr fiel ein, dass es ihr vorgekommen war, als ob einige der Gänge abfielen oder ansteigen würden. Natürlich! Wenn nur ein kleiner Teil der Gänge oberirdisch war, dann würde man das von Außen kaum erkennen können. Die Wölfin setzte sich abrupt nieder. Das half ihr nicht wirklich. Sie wusste immer noch nicht, was sie von diesem Labyrinth halten sollte. Ihr Blick schweifte wieder über das Gemäuer, dann verengten sich ihre Augen wachsam. Ein dunkler Schatten hatte sich von einem der Türme erhoben und schraubte sich nun auf schwarzen Schwingen in die Höhe. Schließlich hielt das Wesen auf Rauhwen zu. Als es näher kam erkannte die Höllenwölfin dass es sich um einen Rohunga handelte. Neugierig geworden erhob sie sich wieder und legte den Kopf schräg. Ab und zu sah man diese Vogeldämonen am Himmel kreisen, doch wirklich nahe gekommen war sie noch keinem dieser Wesen. Einige Augenblicke später landete der Vogel vor ihr. “Seid mir gegrüßt, Lady Rauhwen.“ Rauhwen starrte den Rohunga verblüfft an. “Woher kennst du meinen Namen?“ Die Wölfin klang irritiert und vergaß in ihrer Verblüffung höflich zu sein. Der Dämon gab ein krächzendes Lachen von sich. “Ich lebe auf dem Schloss von Lord Arakas. Ein jeder dort kennt mittlerweile euren Namen, Lady. Mein Name ist Firrjel.“ Er hielt kurz inne und als er weiter sprach, war seine Stimme ernst geworden. “Wir müssen reden. Ihr habt heute eine nicht ungefährliche Entdeckung gemacht, Rauhwen.“ Die Augen der Wölfin verengten sich wachsam , während sie sich erregt erhob. “Du meinst diese versteckten Gänge?“ Der große, rabenähnliche Vogel nickte. Rauhwen machte ihrer Rasse alle Ehre, als sie plötzlich mit erschreckender Geschwindigkeit vor sprang und den Rohunga mit ihren Vorderpfoten auf den Fels drückte. “Woher weißt du das,“ knurrte sie, “und was weißt du über diese verflixten Gänge.“ Firrjel wand sich krächzend, doch die Wölfin setzt ihr Gewicht so effektiv ein, so das sie ihn zwar nicht erdrückte, er jedoch wie festgenagelt unter ihren Pfoten festsaß. Bis jetzt hatte die junge Höllenwölfin für ihn recht freundlich ausgesehen. Das tat sie jetzt definitiv nicht mehr! Ihr Augen waren zu gefährlichen Schlitzen verengt und funkelten bösartig. Das Nackenfell hatte sie gesträubt und ihre zurückgezogenen Lefzen gaben den Blick auf wirklich sehr beeindruckende Zähne frei. Sie sah im Moment alles andere als freundlich aus und Firrjel fragte sich unwillkürlich, ob er lebend oder gar mit heiler Haut davonkommen würde. Wie war er nur dazu gekommen eine Höllenwölfin zu unterschätzen?
“Bitte, ich bitte euch Lady,“ jammerte er, wobei der Vogeldämon versuchte bemitleidenswert zu klingen, “ich habe gesehen wie ihr die Gänge verlassen habt. Was genau dort vor sich geht oder warum sie überhaupt da sind, das weiß auch ich nicht. Aber bisher ist jeder, der sich zu sehr dafür interessierte auf rätselhafte Weise umgekommen oder spurlos verschwunden. Bitte lasst mich los.“ Die Höllenwölfin knurrte noch lauter und kam mit ihrer Schnauze seinem Gesicht unangenehm nahe. Dann ganz unvermittelt schien sie sich zu entspannen und sprang zurück. Firrjel, der nun wieder frei war plagte sich schnell auf die Beine und hüpfte anschließen sogleich auf einen nahe gelegenen Felsbrocken. Wirklich sicher war er dort nicht, das war ihm klar. Jedoch würde die Wölfin nun mindestens zwei Sprünge brauchen um ihn zu erreichen. Irritiert schüttelte er den Staub aus seinen Federn und ordnete sie nervös. Er fragte sich, was gerade geschehen war. Im einen Augenblick sah Rauhwen aus, als wolle sie ihn auf der Stelle fressen und im nächsten lies sie ihn einfach wieder los? Er blickte zu der Wölfin hinunter und stellte fest, das sie wieder entspann saß und ihn aufmerksam musterte. Jetzt sah sie wieder freundlich aus!
Plötzlich wusste Firrjel nicht mehr was er von diesem erstaunlichem Geschöpf halten sollte. Völlig verwirrt begann der Vogeldämon mit einer typischen Ersatzhandlung und putze sich das Gefieder. So erkaufte er sich etwas Zeit um sich wieder zu sammeln. Rauhwen sah ihm dabei völlig gelassen zu. Während also Firrjel seine Federn bearbeitete schwirrten ihm verschiedenste Gedanken durch den Kopf. Was, bei der Dunkelheit war eben geschehen? Erst wirkte die Höllenwölfin eher verblüfft, dann sprang sie ihn an und sah aus, als würde sie ihn sofort auffressen, nur um ihn dann ebenso plötzlich wieder freizugeben. Irgendetwas war geschehen, während sie ihn auf dem Boden festhielt. Aber was?
Der Gedanke, der sich daraufhin in seinem Gehirn manifestierte ließ den Vogel erschrocken von seinen Federn ablassen und die Wölfin lange anstarren. Ohne es zu merken stand ihm der Schnabel etwas offen. Ein Umstand, der Rauhwen beinnahe zum lachen brachte. „Du hast meine Glaubwürdigkeit geprüft! Aber dafür müsstest du ja eine Schattentänzerin höheren Grades sein?“ Jetzt vergas Firrjel in seiner Verblüffung höflich zu sein.
Rauhwen schenkte ihm ein wölfisches Grinsen. „Genau. Ich bin eine Schattentänzerin des siebten Grades und zudem eine Schwerttänzerin des achten. Also hüte dich mich anlügen zu wollen, Firrjel.“ Der Dämon starrte sie immer noch irritiert an. Und Firrjel war tatsächlich verblüfft. Rauhwen war zu jung um schon so einen hohen Grad oder auch Rang zu besitzen. Normalerweise wurde man mit einem relativ niedrigem Rang und nur einer Kaste geboren. Die Anlagen zu den verschiedenen Kasten, denen man nach der Reife angehören würde, waren aber schon vorhanden. Als Dämon erlebte man insgesamt fünf Wandlungen, in deren Verlauf man zu seiner ganzen magischen
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Kommentare
Anariel schrieb am 2008-01-02 21:56:26:
Hallo Jeiy,
freut mich das dir die Geschichte noch immer gefällt.
Hmm...diese Ränge bzw. Grade und Kasten sind eigentlich eine uralte Idee von mir, die schon eine halbe Ewigkeit in meinem Ideenfundus lag bis das sie jetzt endlich die Geschichte gefunden hat, in die diese Idee reinpasst.
Danke dir für den Kommi.
Mit liebem Gruße
Anariel
Jeiy schrieb am 2007-12-31 15:08:19:
Hi Anariel!
Wieder einmal ein tolles Kapitel deiner Wolfsgeschichte! Deine Charaktere und Ideen mag ich wirklich sehr - vor Allem diese ganzen Ränge bzw. Grade! - und auch das (unterirdische) Labyrinth wird immer interessanter! Fehler gibt es - wenn überhaupt - nur sehr, sehr wenige, wie immer ^^
Mach weiter so, ich freu mich schon auf die Fortsetzung!
Mfg
Jeiy
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