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Kategorien > Fantasy > Andere Dimensionen

Stolen

von Porter Gedankentrans

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Stolen
Er stand mitten in einer dunklen Höhle. Das dumpfe Licht, das matt aus der Öffnung vor ihm leuchtete, betonte noch die Unwirklichkeit seiner Situation. Es war kalt. Die Bewegungen seiner Hände schmerzten in den Gelenken. Er schaute sich nach einer Möglichkeit um, diese ungastliche Stätte zu verlassen. Was er da sah, ließ ihm einen kalten Schauer den Rücken hinunterlaufen. Das war keine Höhle, vor ihm ragte ein riesiges, jetzt in der Dunkelheit nur matt glänzendes Tor aus Metall in die Höhe, das am unteren Ende gut und gerne drei Meter breit war. Nach oben hin verjüngte es sich, um dann kurz vor dem Zusammentreffen der beiden Schenkel in ein kreisrundes Loch überzugehen, dessen Durchmesser genauso breit war wie die Basis des darunter liegenden Dreiecks.

Als sein Blick zum Boden zurückkehrte, meinte er, in seinem Rücken eine lebensbedrohliche Gefahr zu spüren. Die Haare an seinen Armen und auf seinem Buckel stellten sich auf. Geduckt wirbelte er herum, gefasst darauf, dass sich im nächsten Moment scharfe Klauen oder spitze Reißzähne in seinen Körper bohren würden. Doch nichts dergleichen geschah.

Vor Schreck und Kälte zitternd, erkannte er durch die weißgrauen Schleier, die sein keuchender Atem im Halbschatten bildete, dass auch auf dieser Seite ein fast vollständig gleich gestaltetes Tor vor ihm aufragte. Er rieb sich die Augen und überzeugte sich durch schnelle Blicke in alle Richtungen noch einmal davon, dass seine Sinne ihm keinen Streich spielten. Dabei erkannte er aufstöhnend, dass er auf einem kaum einen eineinhalb Meter breiten Steg stand, an dessen Seiten sich der Boden in eine scheinbar endlose Schwärze öffnete. Wie war er hierher gekommen? Das letzte, woran er sich erinnerte, war seine Heimkehr von einem feucht-fröhlichen Abend mit seinen Kumpels. Sie hatten Ihren letzten erfolgreichen "Bruch" gefeiert und sich den ganzen Abend gegenseitig mit der Schilderung ihrer "Heldentaten" überboten. Dazwischen waren jedes Mal ein Bier und ein Schnäpschen fällig gewesen. Ihr Erfolg beruhte zum größten Teil auf seinen Fähigkeiten, jedes Schloss aufbrechen zu können, sei es auch noch so kompliziert. Dabei war es ihnen stets egal gewesen, ob dabei ein Mensch zu Schaden kam. Wurden sie überrascht, beseitigten sie kurzerhand den unliebsamen Zeugen. 'Sie werden mich nie erwischen! Dazu bin ich zu schlau!'. Kurz lächelte er bei diesen Gedanken stolz in sich hinein, bevor er sich seiner äußerst heiklen Lage wieder bewusst wurde.

'Ein Traum!', schoss es ihm plötzlich wie eine Erlösung durch den Kopf, 'ja, es musste ein Traum sein.' Er zwickte sich gleich unterhalb der kurzen Ärmel seines T-Shirts kräftig in den Oberarm, wobei sich die leicht blaue von Gänsehaut überzogene Haut kurz weiß dann rot färbte. Bis auf denjähen Schmerz tat sich jedoch nichts, nicht das Geringste. "Das kann doch alles nicht wahr sein", entfuhr es ihm laut. Die Dunkelheit schluckte die Worte, als hätte er sie nie gesprochen. Trotzdem war er beim Klang seiner eigenen Stimme zusammengezuckt. Er hatte einen starken Hall oder wenigstens ein Echo erwartet, doch keines von beiden traf tatsächlich ein.

Noch einmal blickte er in alle Richtungen, doch ein Ausweg war nicht in Sicht. Mit dem Rücken an die schmale Metallwand hinter sich gedrückt, ließ er sich langsam in die Hocke sinken und hatte Mühe, die aufkommende Panik niederzukämpfen. Er versuchte, kühl zu überlegen, aber wohin er seine Gedanken auch schickte, sie kamen alle ohne Ergebnis zurück. Schließlich sank sein Kopf auf seine Brust und seine Beine rutschten nach vorne, bis sein Po den kalten Stahl erreicht hatte. Seinen Rücken gegen die stählerne Wand hinter sich gedrückt, schlang er erschöpft und gefangen in einer Hoffnungslosigkeit, die sich immer stärker in ihm breit machte, die Arme um seine angezogenen Beine und legte die linke Wange auf seine Knie. Barmherzige Müdigkeit umfing ihn und seine zitternden Augenlider schlossen sich. Er fiel in einen unruhigen wenig erquickenden Schlaf, gehetzt von inneren Teufeln und durchzogen von schrecklichen Albträumen. Mehrere Male wachte er schreiend auf, weil sein Körper zur Seite wegkippte und er oft gerade noch den drohenden Absturz vermeiden konnte.

Er schreckte hoch, als ein gewaltiges Donnern den ganzen Raum erbeben ließ. Jetzt ließ das Rütteln wieder nach doch schon im nächsten Moment wiederholte es sich. Nur mit Mühe konnte er das Gleichgewicht halten. Auf dem Bauch liegend klammerte er sich mit den Armen auf der einen und den Füßen auf der anderen Seite des Stegs fest, wobei sein Kopf und seine Schultern über den Rand in den schwarzen Abgrund ragten. Die angewinkelten Arme drückten seinen Körper nach vorne während die Füße auf der anderen Seite sich bemühten, diesen Druck auszugleichen. Inzwischen hellwach spürte er, dass seine Kräfte wohl bald erlahmen würden. Seine Hände fühlten sich an wie gefroren und das Zittern in seinen Gliedmaßen signalisierte ihm, dass seine Muskeln jetzt schon überfordert waren. In tiefster Verzweiflung entrang sich ein lang anhaltendes "Stop!" seinem Mund und schlagartig erstarb das Beben, das ihn fast sein Leben gekostet hatte.

Am ganzen Leib zitternd und bedeckt mit vielen kleinen Wunden konnte er es einfach nicht fassen, dass ihm das alles tatsächlich widerfuhr. "Nicht mit mir!", rief er krächzend und doch mit der tiefen Überzeugung, die nur mit dem Tod vor Augen möglich ist, "ich komm' hier raus! Da könnt ihr machen, was ihr wollt!". Hoch aufgerichtet stand er nun da, bereit zum Kampf mit einem Gegner, den er noch nicht mal sehen, geschweige denn erkennen konnte! Jenseits der Öffnung, durch die bisher nur mattes Licht gefallen war, blitzte es nun mehrmals hell auf, bevor die Helligkeit stabil blieb und den Raum um ihn herum erleuchtete. Nun konnte er erkennen, dass es zwischen den beiden Toren, die er bisher entdeckt hatte noch weitere metallene Schichten gab, schmaler und genau so hoch als die anderen jedoch unregelmäßig gezackt ohne jede Symmetrie. Das sah aus wie –der Gedanke, der jetzt in seinem Inneren Fuß fasste, ließ ihn erstarren- ja, es sah wirklich aus wie ein Schloss, ein Türschloss. 'Alte Bauart, nicht besonders modern, leicht zu knacken', zuckte ein irrationaler Gedanke in ihm hoch.

Als er jetzt ein extrem lautes helles Klingen hörte, das ihm die Ohren zu zerreißen drohte, wusste er schlagartig und ohne jeden Zweifel, was das zu bedeuten hatte. Wenn das tatsächlich ein Türschloss war, dann hatte jemand da draußen gerade den zugehörigen Schlüssel aus der Tasche gezogen und war im Begriff, ihn in das Schlüsselloch zu stecken. "Heilige Maria, Mutter Gottes", begann er ein Gebet, doch schon im nächsten Moment verdunkelte sich der Einlass. Deutlich konnte er für einen kurzen Augenblick den Träger und den Bart des Schlüssels unterscheiden. Dann waren nur noch die Konturen sichtbar.

Ohne lange zu überlegen entschied er sich dafür, auf den Bart zu springen, dessen unterer Teil wie eine Wanne geformt war. Er

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