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Kategorien > Drama > Liebe

Stolz und Gefühle

von Heather

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,,Pfui", schrie Carly völlig aufgebracht und verzog das Gesicht zu einer Grimasse. ,,Du bist wirklich total widerlich, Billy!" Der Junge, der ihr in der Mensa gegenüber saß begann zu lachen und schluckte dann die Spaghetti herunter, die er sich eben noch durch die Nase gezogen hatte. ,,Wirklich total widerlich", dachte Carly. ,, Doch auf irgendeine Art auch total süß...." Diesen letzten Gedanken warf sie aber gleich wieder fort, als sie sah, dass Billy nun damit beschäftigt war sich die Spaghetti in die Ohren zu stecken und sich dabei ziemlich einsaute. ,,Du bist doch krank!", rief sie gerade mal so laut, dass es nur Billy hören konnte. Vielleicht aus dem Grund, weil sie es eher nur halbernst gemeint hatte und schließlich wußte jeder in der Schule , dass die beiden unzertrennlich waren. Dann stand sie auf und verließ den großen Saal. Sie hörte nur noch wie Billy zu irgend jemanden sagte: ,, Im Grunde mag sie mich" Carly fragte sich, ob diese Worte wirklich auf sie bezogen waren oder ob er schon in ein anderes Gesprächsthema vertieft war. ,,Billy und ich ein Paar?" Sie musste grinsen. Ein völlig absurder, aber zugleich wohliger Gedanke.

Am Nachmittag kam Billy um sich bei Carly zu entschuldigen. Doch eigentlich war das nur ein Vorwand , damit er sich nicht zu sich nach Hause musste. Abgesehen von sämtlichen Eheproblemen bestand der Alltag seiner Eltern nur noch aus Streitereien, die sie auch nicht vor ihrem einzigen Kind verbargen. Billy hatte sich immer geschworen, dass er nie so werden wollte wie seine Eltern. Wenn er jemand lieben würde, dann richtig. Einmal hatte er Carly auch gesagt, dass sie die einzige Frau in seinem leben war und dass er ihr sein Leben anvertrauen würde. Carly hatte damals nur gelacht, denn sie wußte, dass dies nicht ernst gemeint war. Tief in ihr hoffte sie jedoch immer wieder, dass er vielleicht nur ein wenig mehr als Freundschaft für sie empfand.
,,Sag mal", begann Billy das Gespräch an diesem Tag. ,, Könntest du dir vorstellen mich zu heiraten?" Carly schaute ihn entsetzt, aber irgendwie auch verlegen, an. ,,Ich glaube nicht..." war ihre Antwort. Im Grunde konnte sie es sich nicht nur vorstellen. Nein, es war schon seit Jahren ein Traum von ihr gewesen. Warum nur konnte sie ihrem besten Freund nur nicht die Wahrheit sagen?
Billy, der anscheinend mit dieser Antwort gerechnet hatte, flüsterte nur: ,,Ich auch nicht..." Diese Worte gaben Carly einen Stich ins Herz. Noch nie hatte sie ein derart starkes Gefühl von Enttäuschung und Trauer gespürt. Doch irgendwas in Billy's Stimme verriet ihr, dass er es einfach nicht ehrlich meinen konnte.
Keiner der Beiden wußte eine Erwiderung auf diese Worte und so starten sie sich einfach nur eine Zeit lang an, bis Billy nach endlos langen Minuten endlich wieder etwas sagte. ,,Sag mal", begann er wieder und Carly's Herz begann zu rasen. Nicht noch einmal würde sie sich hinter einer lüge verstecken. Gefühle kann man nicht verleugnen.
Billy verschränkte die Arme vor der Brust und sah sie mit seinen dunkelblauen Augen eindringlich an. ,,Könntest du mich jemals mehr als einen Freund lieben?" Carly stand auf und ohne Nachzudenken sagte sie ,,Nein....". Noch bevor sie weiterreden konnte stand Billy auf. Carly sah, dass er Tränen in den Augen hatte und während er nach draußen lief konnte sie sein Schluchzen hören. ,, ich auch nicht!", schrie Billy, als er schon draußen war. Carly hätte so gerne gesagt, dass er ihr schon seit Jahren viel mehr bedeutete als er wußte. ,, Ich liebe dich doch jetzt schon mehr als einen Freund!", rief sie ihm hinterher, aber er konnte sie schon nicht mehr hören. Warum verstand er es nur nicht?

Am nächsten Tag wollte Carly vor dem Unterricht noch einmal mit ihm reden. Die ganze Nacht hatte sie damit verbracht sich die richtigen Worte einfallen zu lassen, doch als sie in der Schule ankam musste sie feststehen, dass alles vergebens war. Billy war endgültig gegangen. Ihr bester Freund hatte ihr nicht gesagt, dass er auf einer Uni im Ausland aufgenommen wurde. Seine Eltern und die Schule wußten dies schon seit Monaten, doch Billy hatte erst am gestrigen Tag endgültig zugesagt. Carly war enttäuscht, dass ihr Freund anscheinend so wenig Vertrauen zu ihr hatte. Warum hatte er ihr nur nichts gesagt? Oder vielleicht hatte er versucht es ihr zu sagen? Vielleicht wollte er auch, dass sie ihn zurück hielt? Doch sie hatte ihn einfach gehen gelassen.......

Carly schrieb noch am gleichen Tag einen Brief an die Universität. In ihm gestand sie Billy ihre Liebe und Vorallem, was sie an dem Tag wirklich sagen wollte. Doch zurück kam nur eine Postkarte auf der nur 2 Worte standen: ZU SPÄT.

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Kommentare

Kamill schrieb am 2006-06-27 14:23:09:
Das Ende ist ein bisschen traurig aber dadurch wird die geschichte nicht zu kitschig.....mir gefällt sie =)
Heather schrieb am 2006-06-25 15:08:03:
Freut mich das euch die geschichte gefallen hat..... Danke
Leanyka schrieb am 2006-06-23 17:23:25:
Hi,
eine recht schöne, kleine Geschichte und irgendwie mal was anderes.
lg Leanyka
Mariella schrieb am 2006-06-22 19:52:37:
Niedliche Geschichte, sowas Aehnliches hab ich auch angefangen zu schreiben. Nur zieht sich meine Geschichte
endlos in die Länge. Gut und süss geschrieben!

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