Strand der Versöhnung
von
BSK
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Strand der Versöhnung
Martin spürte den weichen, feinen Sand unter seinen nackten Füßen und ging langsam, mit gesenktem Kopf, dem Meer entgegen. Der Himmel hatte sich blutrot gefärbt und war von einigen orangen und hellblauen Schleierwolken durchzogen. Die Wellen brachen sich in dem gleichen und beruhigenden Rhythmus an den Felsen, die bis weit hinaus ins Wasser ragten. Schwimmen war hier verboten, weil es, aufgrund der spitzen Steinblöcke unter dem Wasser zu gefährlich war. Martin erreichte das Meer und spürte den immer feuchter werdenden Sand bis das salzige Wasser seine Knöchel umspülte.
Der leichte kühle Seewind blies ihm ins Gesicht und er nahm den Salzgeschmack auf seinen Lippen wahr. In der Luft glitten die Möwen wie sanfte Blätter im Wind umher und stürzten sich ab und zu in die Wellen um einen Fisch zu ergattern.
An diesem Tag war die See ruhig und friedlich, man konnte sich gar nicht vorstellen, dass hier manchmal bei Sturm die Wellen haushoch waren und wie eine Hand nach den Palmen griffen, um sie mit sich in den Abgrund zu reißen. Man konnte sich nicht vorstellen, dass an diesem Strand schon Menschen bei Gewitter und Sturm ihr Leben am Strand gelassen hatten, ebenso wenig wie, dass dies alles einmal zerstört gewesen war.
Doch an diesem Tag war es wie in einem Bilderbuch, doch Martin konnte es nicht wirklich wahr nehmen. In sich gesunken stand er einfach nur da; bewegte sich nicht. Er wirkte wie starr, doch in seinen Augen spiegelte sich Traurigkeit und Verzweiflung.
In ihm war alles wie am Strand, dem verwüstetem Strand. „Jungen dürfen nicht weinen!“ versuchte er sich mühevoll zur Besinnung zu rufen, doch dann fiel er auf die Knie und stützte sich auf seine Hände, während das warme Wasser, von dem nicht zu denken war dass es auch mörderisch sein konnte, um seine Handgelenke und Beine lief, wie wenn es ihn beruhigen wollte.
Wie Regen tropften seine Tränen ins Wasser und lösten Kreise aus, die größer und größer jedoch von der nächsten Welle überspült wurden.
So kniete er dort, wie lange wusste er nicht, er hatte alles Zeitgefühl verloren, als er leise Tapser auf dem Sand hörte, die immer näher kamen. Plötzlich berührten ihn die zarten Hände eines Mädchens an den Schultern und zogen ihn zurück auf den trockenen Sand. Es kniete vor ihm nieder, nahm seine starken Hände und weinte. „Verzeih mir!“ Dies waren die einzigen Worte und schließlich umarmten sie sich.
Arm in Arm saßen sie da und beobachteten den Sonnenuntergang, ohne ein Wort zu sagen. Doch jeder spürte die Nähe des anderen, eine Nähe, die sich so viele Menschen wünschen, aber nicht erleben dürfen. Bald war der Himmel schwarz geworden und nur die Sterne beleuchteten die sanften Wellen und Felsen, sowie auch den endlos langen Strand. Man hörte nichts, nur das monotone Plätschern und ab und zu einen sanften Windstoß. Nach und nach wurde es kühler und erst dann konnten sich die beiden von der Herrlichkeit der Natur lösen... um zurück in den Alltag zu gehen.
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Kommentare
Silberhorn schrieb am 2007-04-10 12:01:48:
Du hast deine Geschichte bei den Kleinigkeiten sehr gut geschildert. Allein der Satz, dass die Wellen wei eine Hand nach dir greifen würden (weiß nicht mehr so genau) hat mir sehr gut in der Schilderung gefallen. Schreibe weiterin so tolle Geschichten, ich würde mich freuen sie zu lesen.
Grüße Silberhorn!
(bin selbst Geschichtenschreiberin im Net)
Puma schrieb am 2007-03-12 16:08:13:
War echt cool,hatte nen´ Kloß im Hals. Mach weiter so!!! =)
Johannes Beck schrieb am 2007-02-24 13:39:23:
Echt Wahsinn. Sehr gut, wie du Stimmung und Emotion rüberbringst.
Lucie Li schrieb am 2007-02-20 08:05:44:
Sehr schön, hat mich auch fast zu Tränen gerührt.
Lg Lucie
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