Straßenkinder in Deutschland
von
Eleóme
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In Deutschland leben Straßenkinder nicht in Pappkartons oder verlassenen Häusern. In Deutschland haben Straßenkinder manchmal recht schicke Klamotten an, sie besitzen Handys und Goldkettchen und vagabundieren tagsüber durch die Innenstädte.
Sie schlafen in Notunterkünften oder bei Freunden - bei ihren Eltern schlafen sie nicht. Uwe Britten vom Kinderhilfswerk Terre des Hommes schätzt, dass es 20.000 Straßenkinder in Deutschland gibt. Schwer zu sagen, ob ihre Zahl eher zu- oder eher abnimmt. Eindeutige Statistiken existieren nicht. Straßenkinder kommen und gehen.
Die meisten Städte mit mehr als hunderttausend Einwohnern haben eigene Einrichtungen, in denen Straßenkinder betreut werden. Das Sleep-In in Nürnberg ist so eine Einrichtung: Eine Art Jugendherberge für Kinder und Jugendliche, die - zumindest zeitweise - nicht wissen, wo sie schlafen sollen. Im Sleep-In gibt es genügend Matratzen, es gibt Küche, Toiletten und Duschen, ein Spielezimmer und einen Fernsehraum.
BEISPIEL: BRENDA
,,Ich war eineinhalb Jahre alt, völlig unterernährt, unterkühlt und hatte überall blaue Flecken‘‘, sagt sie. ,,Da hat mich das Jugendamt meinen Eltern weggenommen.‘‘ Brenda kam in eine Pflegefamilie. ,,Mein Zimmer war der Keller.‘‘ Sie hat ein verkürztes Bein und humpelt ein bisschen. ,,Die Kinder und Eltern meiner Pflegefamilie haben sich ständig über mich lustig gemacht.‘‘ Außerdem hat Brenda dunkle Haut. ,,Deshalb nannten sie mich Mohrenkopf. Einmal haben sie mich kopfüber in die Kloschüssel getaucht und gesagt: Putz die Scheiße, Negerchen.‘‘
Mit 15 riss Brenda aus. Zunächst wurde die Gegend rund um den Würzburger Hauptbahnhof ihr neues Zuhause. Ein kleiner Gangster sei sie gewesen, erzählt die heute 23-Jährige. Einer, der morgens klaute und abends kiffte. Acht Jahre lang habe sie auf der Straße gelebt und auf Parkbänken oder bei Freunden übernachtet. Dann besorgte sich Brenda die Adresse ihrer leiblichen Mutter und besuchte sie. Doch die beiden verstanden sich nicht.
Ihre Mutter sei drogenabhängig, sagt Brenda. Durch eine Indiskretion eines Jugendamtmitarbeiters erfuhr Brenda kurz darauf auch die Adresse ihres Vaters, einem ehemals in Franken stationierten US-Soldaten. Er wohnte nun in New Orleans. ,,Ich habe Geld gespart und mir ein Flugticket in die USA gekauft.‘‘ Brenda hoffte, ihr Vater werde sie bei sich aufnehmen. Sie freute sich auf einen Neubeginn in den Staaten. Doch nach nur zwei Wochen zog sie wieder bei ihm aus.
,,Er kiffte und war launisch, es funktionierte einfach nicht.‘‘ Sie bat die deutsche Botschaft um finanzielle Hilfe. Für ein Rückflugticket nämlich hatte sie kein Geld. Zurück in Deutschland wohnte sie erst in einem Obdachlosenheim in Würzburg, dann in Nürnberg auf der Straße. Und immer wieder schlief sie im Sleep-In.
Das Sleep-In ist nur eines von vielen Hilfsangeboten für Jugendliche in Nürnberg. Der Verein Schlupfwinkel, der es zusammen mit dem Jugendamt betreibt, beschäftigt 43 hauptamtliche Mitarbeiter, die sich um Kinder und Jugendliche in problematischen Verhältnissen kümmern.
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Kommentare
Eleóme schrieb am 2007-11-27 17:47:50:
Meinst du, dass da ein Textstück fehlt?
Black Rose schrieb am 2007-11-25 16:08:44:
Hiho, nicht schlecht , aber es fehlt was.
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