Sturz im Mondlicht
von
Zathia
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"Schläfst du schon?“, fragte sie leicht zur Seite gewendet, da sie auf dem Rücken lag.
Etwas rührt sich sanft neben ihr, kaum spürbar. Dann ruckt die Decke ein Stück in seine Richtung.
„Nein, ich habe mit einigen mich plagenden Gedankengängen noch nicht abgeschlossen.“
„Ist das der einzige Grund, der dir den Schlaf raubt?“
„Nicht ganz.“, entgegnet ihr Gegenüber vorsichtig.
Sie schob die Decke ein Stück weit von sich. Dabei bemerkte sie, wie er kurz zuckte.
Als sie sich aufsetzte konnte sie sehen, dass er auf der Seite lag, mit dem Gesicht in ihre Richtung.
Durch das Fenster links von ihr wurde das gesamte Zimmer durch den Vollmond erhellt.
Vielleicht war ja der Vollmond sein zweiter Schlafräuber…
Nein.
Sie lächelte schmal.
Es war ein leichtes für ihn sich umzudrehen, dann würde das Mondlicht auch schon nicht mehr auf seinem Gesicht liegen.
Doch der Vollmond hatte ihn auch noch nie davon abgehalten, wie ein Stein zu schlafen.
Sie hatte bis eben noch geglaubt ihn zu kennen. Jetzt jedoch, wo das Mondlicht sein Gesicht erhellte und sie sah wie er sie aus ausdruckslosen Augen heraus ansah, sah sie etwas Befremdetes in ihm.
Vertraute er ihr wirklich so wenig, dass er neben ihr nicht mehr einschlafen konnte, ihr selbst im wachen Zustand nicht mehr den Rücken zukehren wollte.
Es erfüllte sie mir Traurigkeit ihn so zu sehen.
Wieso haben sie es nur zugelassen, dass es so weit kommen konnte. Wie konnte aus einer solch unerschütterlichen Liebe, die sie einst zueinander hegten, solch ein Hass entstehen?
Das Mondlicht spiegelte sich kalt in seinen Augen.
Sie bekam Gänsehaut.
Er hatte sich seit sie sich aufgesetzt hatte nicht mehr gerührt.
Sie ertrug es nicht länger so stillschweigend angestarrt zu werden, also schob sie die Decke vollends von sich und stand auf.
Sie ging hinüber zum Fenster, schob den dünnen Vorhang beiseite und öffnete es.
Dabei spürte sie, wie sein Blick ihr folgte.
Der Wind brachte den Vorhang zum tanzen. Ihr Haar wehte taktvoll.
Sie lehnte sich weit über die Fensterbank vor.
Die helle, runde Scheibe am Himmel zog ihren Blick in seinen Bann.
Immer weiter lehnte sie sich vor.
Es war als würde der Blick den sie immernoch auf ihrem Rücken verweilen spürte, zu einem Druck werden.
Er wurde stechend und etwas bohrte sich eiskalt in ihren Rücken.
Vermochte ein Blick zu töten?
Ihr wurde kalt und Ihre Hände langsam schweißig.
Sie verlor den Halt auf der Fensterbank und rutschte nach vorne.
Tränen füllten ihre Augen, als sie sie schloss und im nächsten Moment fühlte sie, wie sie in die Tiefe stürzte…
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