Tänzer
von
Jitori
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PROLOG
"Das konnte doch alles nicht wahr sein !" Schrie Gabriel in Gedanken und fragte sich wieso ihm das alle antaten und er nun alleine da stand. Aber das alles musste ein Ende haben, dachte er entschlossen und schmiss die letzten Sachen in den Karton um endlich ein für alle Mal von hier zu verschwinden und alles zurück zu lassen. Es ging nicht mehr, er musste fort, auch wenn er alles schrecklich vermissen würde, er war hier falsch, er hatte nun seine Ausbildung schon lange beendet, sein großes Talent hatte ihn viele Türen geöffnet, aber nun war es an der Zeit sich zu verwirklichen. Letztendlich boten ihm einer der besagten Türen eine große Chance...
Nun war die Zeit gekommen eine eigene Karriere starten, diese große Herausforderung hatte er sich auferlegt, aber er wollte es mehr als alles andere, der Tanz war sein Leben und er fand das man das nicht verstehen konnte, vorausgesetzt man war selbst ein leidenschaftlicher Tänzer. Und doch enttäuschte es ihn bis ins Mark, das ihn keiner unterstützte und ihm nur Vorwürfe gemacht wurde... Er packte den Karton an sich und ließ abrupt fallen, als er seinen besten Kumpel an der Türschwelle stehen sah. Er unterdrückte den Schmerzensschrei die ihm gern über die Lippen gekommen wäre, als der schwere Karton auf seinem rechten Fuß fiel. Mit verärgerter Miene ging Alexej auf ihn zu und packte ihm am Kragen: "Du willst das also wirklich durchziehen?!" "Wie kannst du so selbstsüchtig sein?!" Gabriel machte große Augen und konnte kaum seinen Ohren trauen: "Selbstsüchtig?" Mit einem klatschenden Geräusch, schlug er die Hand von seinem Kumpel fort und starrte ihn voller Wut an: "Ich will mich verwirklichen!" "Wieso willst du..." Er konnte nicht weiter sprechen, er war völlig außer sich, es tat ihm schrecklich weh, das sein Kumpel, den er seit seiner Grundschule kannte, nicht mal Verständnis für ihn übrig hatte oder es zumindest versuchte. Aber er wollte es nicht zeigen, er wollte nicht das er sah, wie sehr ihm seine Vorwürfe trafen, nein, das wollte er sich nun wirklich nicht geben! Er packte ein weiteres Mal den Karton und verließ die Wohnung ohne seinen Freund auch nur einmal anzuschauen oder ein Wort an ihn zu richten. Er nickte den Umzugsleuten zu den er sich zu Hilfe geholt hatte und schmiss den Karton in den Lastwagen. Er hatte ja so die Schnauze voll. Er musste sich wirklich zusammenreißen um nicht laut aufzuschreien.
Als er bemerkte das sein alter Freund neben ihm stand und was sagen wollte, ging er auf ihn zu und schob ihn zur Seite, ging mit schnellen Schritten an die Beifahrertür, öffnete sie, nahm Platz und schlug sie fester als gewohnt zu. Sein Freund wollte die Tür aufreißen um ihn aufzuhalten, aber bevor Alexej jedoch dazu kam, hatte Gabriel schon an der Tür das kleine Stäbchen runter gedrückt was die Türe fest verschloss. Der Lastwagenfahrer stieg ein und wurde von Alexej behindert die Türe zu
schließen: "Gabriel bitte, so lass doch mit dir reden! Steig aus, das hab ich nicht verdient das du mich einfach so stehen lässt! Hör mir wenigstens noch einmal zu und überleg´es dir, du kannst doch nich einfa-..." Gabriel ließ ihn nicht ausreden und schaute ihn voller Wut an: "Schluss damit ! Ihr hättet mich unterstützen können, aber keiner von euch half mir oder versuchte zumindest mich zu verstehen!" Gabriel merkte an Alexej´s Miene wie sehr ihn das traf, er bekam ein schlechtes Gewissen, aber nun hatte er es ausgesprochen, obwohl er sich nicht mal die Blöße geben wollte. Aber nun waren sie raus und er konnte sie nicht mehr zurück nehmen, sie hatten ihm weh getan und ihn im Stich gelassen.Von einigen hatte er das von Anfang an erwartet, aber nicht von ihm, nicht von Alexej!
Alexej suchte nach Worten, senkte dann aber den Blick auf den Boden und der Fahrer schloss die Tür. Er begriff das er ihn nicht aufhalten konnte. So oft hatte er es nun versucht, aber er kannte Gabriels Sturkopf, zwar konnte er ihn hin und wieder brechen, was er in den letzten Tagen so sehr hoffte, aber heute war das wohl nicht der Fall, er konnte seinen besten Kumpel nicht aufhalten. Er konnte nur zuschauen...
Gabriel schaute aus dem Fenster, denn er wusste, wenn er Alexej beobachten würde, würde er doch noch weich werden, aber er musste es tun! Es war zu spät! Und selbst wenn er jetzt ausgestiegen wäre, würde er sich nach einer kurzen Zeit mehr und mehr Vorwürfe machen, wie schon vor seiner Entscheidung, die er nicht treffen wollte um die Menschen die er mochte nicht zu verletzen. Und doch saß er jetzt hier, in dem Auto, das ihn fort schaffen würde.
Er wusste, wie er es drehen und wenden würde, wie lange er auch noch seinen Traum unterdrückte, um sie nicht zu verletzen, was er so hasste, es würde dennoch nur dazu führen das er früher oder später doch gehen würde. In Gedanken versunken und aus dem Fenster starrend, bemerkte Gabriel nicht die Blicke des Fahrers. Er schaute ein letztes Mal auf seine Wohnung, auf seine Heimat, in der er viele Jahre glücklich lebte, aber die letzten Monate kamen Gabriel vor wie ein Jahrzehnt, eben weil er nur noch die Zukunft als Tänzer vor seinen Augen hatte, er konnte an nichts mehr anderes denken und hier konnte er seinen Traum nicht erfüllen. So sehr es auch schmerzte. Er musste fort, vielleicht nicht für immer, aber dennoch für eine lange Zeit, aber das linderte den Schmerz nicht, Gabriel unterdrückte den Drang sich gegen die Scheibe zu drücken, als spürte der Fahrer das genau jetzt die Zeit war loszufahren, drehte er den Schlüssel und fuhr den Wagen aus der Einfahrt. Nun war es amtlich, er schloss die Augen und verabschiedete sich schweren Herzens...
Sie schloss alles in ihrem Haus mit zur kompletten Dunkelheit und machte dann da und dort eine Kerze an und schaltete die Standlampe an, stellte sie herunter, sodass sie kaum Licht abstrahlte, ihr Studio, das sie hatte einrichten lassen, bekam ein durch das gedämpfte Licht und die Schattenspiele der Kerzen ein mystisches und romantisches Feeling, das sie so sehr liebte. Sie schaute es sich einige Zeit an, obwohl sie es inn- und auswendig kannte, konnte sie sich nicht satt sehen. Sie tat das nicht nur weil sie eine romantische Ader hatte, sondern weil es ihr immer vorkam, so besser tanzen zu können. Sie hoffte diesmal nicht wieder von ihrem Nachbarn gestört zu werden, den sie ganz gut leiden konnte, aber sein ständiger Besuch ging ihr allmählich wirklich auf die Nerven. Aber sie hatte einfach nicht den Mut ihn fortzuschicken. Selbst dann nicht, wenn sie gerade Probte und das konnte sie bis auf´s Blut reizen, es gab nichts was sie mehr reizte als in ihrer Welt gestört zu werden. "Ja in meiner Welt" dachte sich Ellen still bei sich. Sie war nie in der Realität wenn sie einen gymnastischen Tanz übte und für sich ausführte. Es war für sie als würde sie eine eigene Welt erschaffen, die nur sie sah und spürte. Es war immer wieder gewaltig Zauberhaft. Sie war eine gute Tänzerin, das wusste sie, aber manchmal war sie so sehr in den Tanz versunken, das
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