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Kategorien > Vampire > Humor

Tagebuch einer Vampirin

von Kronenberg

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Tagebuch einer Vampirin
Prolog
Also, ich bin Rachel. Na ja, eigentlich heiße ich Martina Kronberg, aber Rachel hat mir schon immer gut gefallen und seit dem kleinen Zwischenfall, wie ich ihn gerne nenne, hab ich meinen Namen geändert. Was für ein Zwischenfall? Hm, wie könnte ich das erklären? Da muss ich etwas zurückgehen, ein paar Jährchen würde ich sagen, wer will es schon so genau wissen? Ich bin nicht alt, auf jeden Fall sehe ich keinen Tag älter aus als zwanzig. Sehr schlank, wenn man nicht so genau kuckt. Ich habe himmelblaue Augen, könnte auch ein bisschen grau drin sein, ich bin bildhübsch, sagte meine Mama auf jeden Fall immer, mit langen blonden Haaren. Ich würde sie nicht als strähnig bezeichnen, ehr gerade, fein. Ist ja auch egal, zurück zu dem kleinen Zwischenfall.

Zurück ins Jahr 1777
Es begann alles damit, dass ich von einem, nennen wir ihn mal vorsichtig, Kunden nach Hause ging. Es war bereits nach Mitternacht, aber das konnte ich mir damals nicht aussuchen. Die Gassen von Aichach waren eng und dunkel. Außer Meinesgleichen und jene, die Meinesgleichen suchten waren kaum Menschen unterwegs. Ich bin nicht stolz auf meine Vergangenheit, aber ich was soll ich sagen? Ich brauchte dringend Geld, war total abgebrannt. Das Kopfsteinpflaster hallte unter den Absätzen meiner abgetragenen Schuhe, ich fröstelte unter dem dünnen Leinenkleid und zog meinen Umhang enger um meine nackten Schultern. In der Ferne mauzte eine hungrige Katze, Stimmengewirr aus den Seitenstraßen dran leise an meine Ohren. Der faulige Geruch von Abfall und Kot füllte die kühle Nachtluft, juckte in meiner Nase. Es roch noch Krankheit und Tod. Kalter Atem sammelte ich in kleinen Wölkchen vor meinem Mund.
Blicke bohrten sich in meinen Rücken, ich drehte mich ängstlich um, doch die Straße war wie leergefegt. Eine nicht greifbare Angst legte sich in meinen Magen, trieb meine müden Schritte voran. Ich dachte an Bettina, meine Mitbewohnerin. Hoffte, sie erwartete mich schon zu Hause, ich wollte nicht alleine sein. Sehnte mich nach angenehmer Gesellschaft.
Da tauchte er wie aus dem Nichts plötzlich vor mir auf. Groß, schwarz gekleidet, sein Gesicht unter der Kapuze seines Umhangs verborgen. Die Temperatur um mich herum sank in sekundenschnelle. Er legte die wenigen Schritte, die uns voneinander trennten ohne jedes Geräusch zurück.
„So spät noch unterwegs?“, meine Angst verstärkte sich, während seine warme Stimme mir einen angenehmen Schauer über den Rücken jagte. Ich wollte weg, nur weg. Machte unsichere Schritte rückwärts, ohne ihn aus den Augen zu lassen. Einen Wimpernschlag später schnitt er mir den Weg ab, ich prallte gegen seine stahlharte Brust.
Ein stummer Schrei lag mir auf den Lippen, drängte nach draußen. Meine Kehle war wie zugeschnürt. Ich schrie nicht. Ich weiß nicht, ob es mir etwas genutzt hätte, oder warum ich es nicht tat. Ich schrie einfach nicht. Aus den Fenstern über ums drang dämmriges Licht auf den Asphalt, traf seine dunkle Gestalt, sie mich an die raue Wand drängte. Bleiche Finger griffen an den Rand der Kapuze, während ich starr vor Schreck, gebannt auf das unheimliche Loch starrte, in dem ich sein Gesicht kaum erahnen konnte. Tiefe eingefallene Augen, stachen dunklen in dem blassen Gesicht hervor, das von pechschwarzen Haaren umrahmt war. Mein Herz fing an zu flattern, setzte einen schrecklich langen Moment aus, nur um dann wie wild im meiner Brust zu hämmern. Ich wusste, ich stand dem Tod gegenüber, blickte ihm geradewegs in die rabenschwarzen Augen. Ein anzüglicher Zug lang um seine schmalen Lippen. Er ist der Teufel selbst, schoss es mir durch den Kopf.
„Du weißt wer ich bin?“, schlussfolgerte er aus dem entsetzten Ausdruck auf meinem immer blasser werdenden Gesicht. Ich konnte nicht sprechen, ein dicker Klos lähmte meine Zunge, doch ich nickte, ohne die Augen von ihm zu nehmen. Sollte ich für meine Sünden bestraft werden? War ich ein so schlechter Mensch, dass der Tod selbst sich zu mir bemühte? Ich war kein Lamm, weiß Gott nicht. Hin und wieder konnte es schon mal sein, dass sich die Geldbörse von jemand anderem in meine Tasche verirrte. Mit der Wahrheit nahm ich es oft auch nicht so genau. Aber war das in einer Zeit der Not so verwerflich? Gab es da nicht schlimmere Gestalten?
„Ich bin kein schlechter Mensch. Bitte, so lasst mich doch gehen“, fand ich endlich meine Stimme wieder. Brüchig und mit Angst erfüllt. „Ich werde mich ändern, wenn ich nur die Chance erhalte“, flehte ich um mein bisschen Leben. Traurig, armselig, doch alles was mir noch blieb.
„Du denkst ich will dir dein Leben nehmen?“, er sah sie lange an. In seinem Gesicht zuckte nicht ein einziger Muskel. „Und was, wenn ich dir ein Neues geben möchte? Ein Schöneres, ein Besseres. Mit Macht und Reichtum angehäuft? Als Gegenleistung bietest du mir deine Gesellschaft.“ Seine angenehme Stimme konnte mich nicht über die Gefahr hinwegtäuschen, die sogar aus seiner Kleidung strömte. Er war der Tod, der Teufel selbst. Warum sollte er die Wahrheit sprechen?
„Ist das nicht ein fairer Handel?“ hauchte er verschlagen.
„Warum solltest du handeln wollen? Liegt es nicht in deiner Natur dir zu nehmen was dir gefällt?“ Ich wunderte mich, über meine Unverfrorenheit im die Stirn zu bieten. Meinen wachen Scharfsinn. Er konnte mich nicht täuschen, ich war clever. So dachte ich zumindest.
„Ich könnte dich töten, einfach so“, er schnippte mit dem Finger, sein Gesicht, kam meinem viel zu nahe. Ich roch seinen fauligen Atem, Zeuge seines Verfalls, der nie eintraf. Ich wusste, wie Verwesung roch, hier in den Straßen, lag der Geruch des Todes nur all zu oft in der Luft. Die Pest hatte ihn mitgebracht und weigerte sich ihn wegzuschicken. Ich schluckte, sammelte die letzten erbärmlichen Reste meines Mutes zusammen.
„Du willst mich töten? Nur zu, ich fürchte den Tod nicht. Besser Tod, als Untod.“ Ich wusste, was mit Hexen geschah, sie wurden gejagt, gefoltert, verbrannt, ertränkt und noch vieles mehr.
„Du bist sehr mutig kleine Nutte. Sehr mutig. Als dann, so soll es sein.“ Ein Lächeln zuckte um seine Lippen, die er langsam öffnete, seine spitzen Zähne entblößte. Panik raste durch meine Adern, wie kaltes Eis. Meine Zähne fingen an zu klappern, meine Hände schwitzen, während mein Körper vor zitternd erbebte. Ich sah versteinert zu, wie seine langen Finger sich meinem Gesicht nährten, versank in der Dunkelheit seiner seelenlosen Augen. Sah in die Tiefen Abgründe der Hölle. Sein Mund nährte, die scharfen Zähne kamen unaufhaltsam auf mich zu. Sollte das mein unsägliches Ende sein? Hier und jetzt? Angst machte meine Knie weich, die unter mir nachgaben. Ich war ihm hilflos aufgeliefert, unfähig zu rennen, mich zu bewegen. Ein Panikerfüllter Schrei steckte mir in der Lunge, drohte sie zu sprengen. Ich bekam keine Luft.
„Hast du es dir anders überlegt? Willst du mein

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Kommentare

Zarinaa111@aol.com schrieb am 2009-10-02 20:10:08:
Hallo
wuste schon immer du hast das Zeug ,so etwas zu schreiben......Dein Hang zum Unheimlichen, zum gruseln, daß hatten wir beide gern.........Lass es dir gut gehen!!!! In der Hoffnung das es Dir gut geht.... Liebe Grüsse Manuela
Claudia@Wiedholz.de schrieb am 2009-01-03 20:02:18:
Vielen lieben Dank Nacht und Gimliy
freut mich, dass es Euch gefallen hat. Der letzte Satz bezieht sich auf die weitere Handlung. Rachel erkennt, dass sie jetzt ein Leben führen muss, dass sie nicht will. Er hat sie zu etwas gemacht, dass sie nicht sein will und nimmt es ihm übel.
Mit freundlichen Grüßen
Kronenberg :)
Kronenberg schrieb am 2009-01-01 23:08:52:
Hallo Nacht und Gimliy,
ich freue mich, dass Euch der Prolog zu meinem Tagebuch gefallen hat. Es geht natürlich weiter und der letzte Satz ist der Auftackt zu einem gespannten Verhältnis zwischen Rachel und dem Vampir, der sie gebissen hat. Sie erkennt, dass er sie zu dem gemacht hat, was sie eigentlich nicht seinen möchte und nimmt ihm das übel. Und natürlich mag sie ihn dann irgendwann doch. :)
Nacht schrieb am 2008-12-29 16:50:18:
Hallo
Gute Geschichte, aber den Schluß verstehe ich nicht ganz. Den letzten Satz. Aber sonst spannend geschrieben.

LG Nacht
Gimliy schrieb am 2008-12-28 16:20:23:
Hi. Spannend bis zum Ende, obwohl das Ende hier ja nur ein Anfang ist. Schreib weiter so, lg: Gimliy

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