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Kategorien > Fantasie > Absurditäten

Tagesplan des Todes

von nachteule_w

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Der schwarze Palast lag einsam. Still und trostlos eingebettet im Land der 1000 Seelen. Es war ein ruhiger Tag, nur hin und wieder hörte man das Wehklagen eines verirrten Geistes, der einfach nicht den Eingang zu den Ewigen Jagdgründen finden konnte, und sich lautstark darüber äußern musste, dass man ihm scheinbar die falsche Karte gegeben hatte, als er ins Jenseits kam.
Diese Rufe hörte der Tod nicht sonderlich gern, denn sie hielten ihm von seinen dringend benötigten Schönheitsschlaf ab. So dachte er.
So erwachte er an diesem Tag wieder in seinem bequemen schwarzen Bett, welches ihm die Eyrinien aus Lebensflächen gewoben und ihm zu seinem Geburtstag geschenkt hatten.
Nun, der wievielte es wohl gewesen sein mochte? Das bleibt mein Geheimnis, denn wenn ich es nun Verraten würde, wäre ich schneller in den Fängen des Todes, als das man „Todestag“ schreiben könnte, denn Tod mag es ganz und gar nicht an sein Alter erinnert zu werden, oder gar schlimmer noch, dass es bekannt wurde. Also schweige ich darüber.
Nun, wo war ich stehen geblieben? Ach, ja.
Wie immer erwachte Tod in seinem Bett, streckte sich ausgiebig und stand dann auf. Er läutete einer der kleinen Kristallglocken woraufhin ein Dienstmädchen erschien und ihm sein Frühstück, bestehend aus Nektar und Ambrosia servierte. Nachdem er sich diese Köstlichkeiten zu Gemüte geführt hatte warf er einen Blick auf seinen Tagesplan und stöhnte auf. Wieder einmal war er voll gestopft bis zum geht nicht mehr:

8:15- 10:30: Konferenz mit den sieben Plagen (die konnten ja so arrogant
sein.)
10:45-11:00: Abholung von Seelen, die bei einem Schiffsunglück ums Leben
kamen. (Hier musste er sich wohl des Geisterschiffes bedienen.
Eine Schifffahrt die ist lustig...)
11:05-11:25: Sarasanda bei der Schlacht von Kyorko besuchen und nebenbei
ihre Feinde abholen, die von der Herrin der Magie getötet
wurden. (Ihm taten die Feinde der Urgöttin ja beinahe leid ...
Aber Hey, er tat nur seinen Job.)
11:25-11:27: Kurzes Mittagessen (Hier hoffte er, dass es mal etwas anderes
als Nektar und Ambrosia geben würde. Zu gerne würde er einmal
dieses neumodische Zeug namens Sushi probierenden.)
11:30-12:00: Kinderseelen von der Feuersbrunst abholen, die ein Dämon
verursacht wurde.
12:03: Denselbigen Dämon abholen, der von Sarasanda vernichtet wurde.
(Darauf freute er sich besonders, da er sie wieder sehen
würde. Nun der Dämon würde zwar Probleme machen, also
beschloss er sich zwei Todesengel zum Treffpunkt mitzunehmen.)
12:05: Baden! (Dieses Privileg hielt er sich nach Feuerdämonen immer
offen. Er hasste den Gestank nach verbrannter Haut und
Schwefel konnte er einfach nicht ertragen.)
13:45-16:00: Baden (Das braucht nun mal seine Zeit).
16:05: Angriffsopfer einer Orggruppe einsammeln, dem Rassen zuordnen
und in die jeweiligen Abschnitte der Ewigkeit befördern, und
bei denen die an die Wiedergeburt glauben, dafür sorgen, dass
sie wieder zurück auf die Welt kommen können, um dort als
Geister oder gar wirkliche Lebewesen wieder neue Energie zu
erhalten.
16:30-18:25: Seelenhockey am Feld des Ewigen Leidens spielen und mit seinen
Freunden Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, die er schon
eine Zeit lang nicht gesehen hatte etwas Spaß haben.
18:30: Musste er leider schon wieder abbrechen, da er sich mit einem
alten Mann verabredet hatte, um ihn ins Jenseits zu befördern.
(Hier dachte er jedoch konnte es nicht schaden, wenn er etwas
später kam. Was machen schon 1 oder 2 Minuten länger leben?
(Wie konnte er jedoch ahnen, dass er den alten Mann ganz
vergessen würde, und erst beim 20 jährigen Jahresüberblick auf
seinen Fehler aufmerksam werden würde. Als er aber auf seinen
Fehler aufmerksam wurde, flog er förmlich zu den inzwischen
119 Jährigen, entschuldigte sich für sein zu spät kommen und
brachte den Alten ins Paradies.)
19:40: Abendessen mit Seelenruhe und Harmonie (Zwei sehr hübsche Wesen wie
er fand.)
21:10: Spielen mit Zerberus seinem süßen 3köpfigen Höllenhund, dem er den
ganzen Tag vernachlässigen musste.
23:00: Todmüde ins Bett ( Wenn es denn keine unerwarteten Nachrichten gab.
Was er nicht hoffte, denn er brauchte nun wirklich seinen
Schönheitsschlaf. Deswegen mochte er auch keine Attentäter, denn
diese hatten die äußerst lästige Angewohnheit immer des Nächtens zu
Handeln. Und die Nacht war nun mal seinen Schlaf vorbehalten und so
ärgerte es ihm maßlos wenn man ihn deswegen weckte.)

Ja, es würde ein anstrengender Tag werden, und so begann er am besten gleich damit, denn sonst würde er nicht fertig werden.

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