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Kategorien > Fantasy > Magie und Helden

Talisman Teil 1 - Blut

von Phantas

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Blut, die Essenz des Lebens, der Extrakt dem alles sein zu Grunde liegt. So wenig beachtet und doch so idealisiert, wichtig und als Identifizierung unserer Selbst unabkömmlich. Wir teilen unser Blut mit den die uns am nächsten stehen, mit unseren Eltern und Geschwistern, mit unseren Kindern und Enkel. Und doch ist das Blut wie ein Fingerabdruck einmalig es macht uns identifizierbar für Menschen die wissen wie. Es fließt durch unsere Adern und pulsiert in uns, ein Strom, ein kleiner Teil der Ewigkeit.
Doch was ist, wenn das Blut selbst zum Größten aller Feinde und zum Segen über Leben und Tot werden kann? Manchmal ist das Blut mehr als nur das was wir in ihm sehen, manchmal ist es der Grundstein für große Dinge, den es stammt von denen die vielleicht schon großes getan haben, von den Eltern.

Der schnitt begann sofort zu Bluten, es war eine natürliche körperliche Reaktion und Tail wünschte sich zum Hunderstenmal das es nicht so wäre. Das Blut lief an seiner Schulter lang und verfing sich in den Fasern seines Hemdes; aus dem er es nicht mehr herausbekommen würde. Das fand er zwar nicht schlimm, aber sein Onkel würde es wieder aufregen. Er empfand Tails Unbekümmerte Art als einen Fluch und versuchte Tail dazu zu bringen weniger so zu sein wie er war. Doch Tail wollte hinaus in die Welt all die Dinge sehen und kennen lernen von den die Menschen berichteten, wenn sie durch das Dorf reisten und ihre Waren anpriesen. Er wollte mehr sehen als nur dieses Dorf und die Bäume die er kannte, wollte mehr erleben als Ernten, Aufgaben und Unwetter. Er wollte mehr sein als irgendjemand am Straßenrand. Und was er gar nicht wollte war das Erbe was sein Onkel ihm prophezeite. In die Fußstapfen seines Vaters zu treten, diesem abstrakten Mann den er nicht kannte und von dem er nichts wusste. Sein Onkel sagte oft zu ihm, dass er eines Tages wie sein Vater sein würde und das selbe Talent wie er besäße, aber bis dahin sollte er das tun was er ihm sagte. Hufeisen schmieden, sie austragen, sie anbringen, ein Hufschmied sein. Na ja, wenigstens hatte sein Onkel ihm nur Hausarrest gegeben, als sich Tail von seinem Ersparten Geld ein Schwert gekauft hatte. Er hatte es mehr oder weniger Brav abgesessen und war nur zweimal ausgebüchst um etwas anderes zu tun. Aber der Onkel hatte ihm das Schwert gelassen, was jetzt wahrscheinlich noch einmal von ihm überdacht wurde. Natürlich war es dumm gewesen sich mit Noskar anzulegen, er war der beste Schwertkämpfer im Dorf, von seinem Vater dem Sheriff ausgebildet und seit seiner Kindheit im Umgang mit dieser tödlichen Waffe geschult. Vielleicht half es, wenn Tail bei seinem Onkel vorbrachte das es nur eine Fleischwunde war und das er sich als Mann verteidigen musste, wenn Noskar ihn beleidigte. Nein, Tail stand auf verlorenem Posten, Noskar hatte ihn vor allen gedemütigt und Beleidigt, sein Onkel würde ausrasten und wenn er ihm nur das Schwert weg nahm war das schon das geringste Problem was auf Tail zukäme.
„Ich sagte bereits ein Hufschmied-Lehrling, der nichts anderes kann, und schon gar nicht in der Lage ist ein Schwert zu schmieden, sollte auch keines tragen und schon gar nicht Versuchen es zu führen! So eine edle Waffe gehört nicht in die Hände eines Straßenkindes, welches seine Eltern nicht kennt und nur dank der Barmherzigkeit eines Sentimentalen Mannes noch lebt!“
„Nimm das sofort zurück, ich bin kein Straßenkind!“
„Tail jeder im Dorf weiß das deine Eltern dich nicht wollten, jeder weiß das Wonrum keine Geschwister hat. Doch keiner spricht es aus, jeder akzeptiert das er nach dem Krieg mit dir hier hin zurückkehrte. Oder vielleicht hast du ja doch Eltern, vielleicht bis du ja Wonrums eigener Sohn, aber er schämt sich so sehr für dich das er es nicht eingestehen will!“
„Lieber seine Eltern nicht kennen, als solche Eltern zu haben wie du sie hast!“, fauchte Tail zurück.
„Ich bin jemand und du bist gar nichts!“
„Dafür habe ich mein leben noch vor mir, dein Weg ist bestimmt.“
„Ha, und was sollte mich daran stören? Ich werde ein Mann von Ansehen, der Sheriff. Irgendwann wird mich jeder achten und dann wirst du immer noch ein nichts sein!“
Tail stand da, er spürte die Blicke der anderen Jugendlichen die Noskar immer und überall hin folgten. Er wusste das er ziemlich allein da stand. Auch Simina würde ihn den Rest der Woche meiden, weil er so töricht gewesen war sich auf diesen Kampf einzulassen. Sie wollte sich nicht einmischen. Sie mochte Tail und seine Art zwar, aber sie wusste wer sie war und das sie sich, wenn sie etwas unternahm, in die Schusslinie wagte und das ihr Vater dies nicht gern sehen würde. Was immer Tail auch tun würde, er musste es jetzt tun, die anderen dachten er wäre besiegt, hätte aufgegeben und würde gedemütigt davon laufen. Nie wieder! Tail hob erneut zum Schlag an und griff den überraschten Noskar erneut an, seine verwundete Schulter fühlte sich an, als ob sie ihm einer Abreißen würde, vielleicht war die Verletzung doch schlimmer als gedacht.
„Haltet inne, ihr törichten Kinder!“, die Stimme hallte laut über sie hin weg.
Tail konnte sich nicht mehr bewegen und auch Noskar hatte in der Bewegung inne gehalten. Langsam trat ein Mann in sein Blickfeld. Ein älterer Mann in ein graues Gewand gekleidet, auf seinen Schultern trug er einen Sack, in seinem Gesicht lag ein Ausdruck der Langeweile.
„In eurem Alter, sollte man nicht mehr töricht genug sein ein Schwert zu führen. Ihr solltet längst die Macht des Wortes erlernt haben! Senkt nun die Waffen!“, der Mann legte seine Hände an die Schwerter der Kontrahenten und drückte sie langsam nach unten, egal wie sehr Tail sich wehrte, seine Arme senkten das Schwert.
„Nun gut, mir ist nicht bekannt weswegen ihr beiden diesen Disput auf diese weise löst, aber eines sage ich euch. Dies ist nicht der richtige weg. Jetzt geht nach Hause und legt die Waffen in die Ecken in die sie gehören!“
Der Mann drehte sich um und verließ die Gruppe. Noskar sah ihm nach, dann spuckte er dem Mann hinterher und sagte: „Ein Magier, was für eine Schande!“
Der Magier drehte sich noch einmal um und sah Noskar mit einem lächeln an: „Angst und Misstrauen sind keine guten Ratgeber um einen Kampf zu führen. Ich rate euch ungestümer Jüngling legt euch nie mit jemandem an dessen Macht euch weit überlegen ist, es könnte euer Ende sein!“

Tail schob das in leinen gehüllte Schwert wieder unter sein Bett. Dann zog er sich ein frisches Hemd an. Er atmete tief ein, bevor er sein Zimmer verließ und hinunter stieg zu Wonrum in die Schmiede. Er kletterte die Leiter vom Dachboden hinunter und rannte durch Küche und Wohnraum die Treppe in die Werkstatt herunter. Wonrum stand an der Esche und schmiedete ein Hufeisen. Tail sah ihm kurz zu, dann ergriff er den Beutel in dem die kleineren Gegenstände lagen die Wonrum anfertigte und die Tail an die Kunden ausliefern sollte, doch der Beutel war leer: „Es tut mir leid das ich zu spät bin, hast du die Dinge schon selbst ausgeliefert?“
Wonrum lies das Hufeisen zurück in die Esche

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