Tanze ich im Kreise
von
Anariel, die Nomadin
1
Tanze ich im Kreise
Oh Mondin, dunkle Göttin mein.
Oh Mondin, du auch ohne Schein.
Durch dich schweigen auch die Lieder
Vor dir verneigen sich die Schattenkrieger.
Tanze ich zum Imbolc Feuer,
Alles wächst, wird wieder, neuer.
Voller neuer Kraft und Leben.
Altes Rad, nehmen und geben.
Beginn der neuen Zeit
Lichte aus der Dunkelheit.
Sähen, in die Erd zu bringen
Und alte Lieder neu nun singen.
Oh Mondin, schöne Göttin mein.
Oh Mondin, im kühlem Schein.
Durch dich klingen mir die alten Lieder
Es verneigen sich vor dir die Sturmeskrieger.
Tanze zur Beltane Nacht,
Leidenschaft in mir erwacht.
Folge willig meines Körpers Zug
Und bin nur ich, ganz ohne Trug.
Gejagte Jägerin, schönes Weib
Entfach mir Feuer nun im Leib.
Gejagter Jäger, starker Mann,
Dem ich heut nicht widerstehen kann.
Oh Mondin, wilde Göttin mein.
Oh Mondin, im Vollmondschein.
Durch dich jubelt die Welt ihre Lieder
Vor dir verneigen sich die Feuerkrieger.
Tanz ich um das Sonnwendfeuer
Hexe, Waldfrau, Fee und Ungeheuer.
Feiere die Hochzeit im wildem Tanz
Und bin mit mir selbst eines und ganz.
Tanz ich durch die nächtlich Glut
Sprühe auch vor Zorn und Wut.
Lodert auch in mir heller Schein,
Will ich immer selbst ich sein.
Oh Mondin, helle Göttin mein.
Oh Mondin, du im silber Schein.
Durch dich klingen die alten Lieder.
Vor Dir verneigen sich die Erdenkrieger.
Tanze auch zum Feuer zu Samhain.
Dunkel werden diese Nächte sein.
Jetzt steht die Anderswelt weit offen.
Abschied heißt es und auch neues Hoffen.
Funken tanzen den Himmel entgegen,
Stieben davon, auf ihren eigenen Wegen.
Wünsche sind es, zu Dir getragen
Seelen, die den Heimweg wagen.
Oh Mondin, stille Göttin mein.
Oh Mondin, du im silber Schein.
Durch Dich klingen in mir alten Lieder.
Vor dir verneigen sich die Gezeitenkrieger.
So tanz ich in dem Jahreskreise,
Singe laut und auch mal leise.
So folg ich stille meinen Sinn.
Beenden heißt auch Neubeginn.
So trage ich stetig Feuer vor mir her.
Erde, Feuer, Luft und Meer.
Folg den Pfaden durch Licht und Dunkelheit.
Verwebe meine Kreise dann zur Ewigkeit.
Oh Mondin, dunkle Göttin mein.
Oh Mondin, du auch ohne Schein.
Durch dich schweigen auch die Lieder
Vor dir verneigen sich die Schattenkrieger.
Anariel 28.09.06
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Kommentare
RisingSun schrieb am 2006-10-02 15:26:07:
Wow, bin mal wieder schwer beeindruckt! Dieses Gedicht ist wirklich wunderschön. Besonders gefallen mir die Wiederholungen des Anrufs an die Mondgöttin und wie du immer wieder verschiedene Eigenschaften für sie gefunden und ihr verschiedene Krieger zugeordnet hast.
Seufz, wirklich ganz toll. Weiß nicht, was ich noch dazu sagen soll.
Anariel schrieb am 2006-10-01 19:41:55:
Hallo Basther,
Ja manche Gedanken sollen Gedanken bleiben.;)
Danke Dir.
Liebe Lexa,
auch Dir ein Danke.
Freut mich, das ich dich erneut mit meinen Worten berühren konnte.
Liebe Demeter,
Auch dir ein Danke.
Von Marion Zimmer Bradley hab ich vieles gelesen, allerdings nicht dieses Reihe, daran würde ich mich erinnern.
Meine Mutter aber hat es gelesen und war sehr begeister. Nun weiß ich, welche Bücher ich mir an langen Winterabenden zu Gemüte führen werde.
Dein geistiges Bild davon, trifft es recht gut.
Dieses Gedicht habe ich für unsere Samhainfeier geschrieben.
Mit liebem Gruße
Anariel
Lexa schrieb am 2006-10-01 01:08:39:
Ach, Anariel, *seufz*, so wunder-wunderschön, so hoffnungsbeladen und licht, so wirklich ,wahr und treu, einfach "nur" schön. LG Lexa
Demeter schrieb am 2006-09-30 22:29:26:
Hi Anariel,
ich hab grad meinen neuen Text reingestellt und dachte, ich schau mal bei dir vorbei*g*
Dein Gedicht ist ohne Frage schön. Ich habe mir unwillkürlich Frauen auf einem Berg bei Nacht vorgestellt.
Es hat mich ein bisschen an ein Buch erinnert, dass ich mal gelesen habe. Besser gesagt, an eine Buchreihe. Von Marion Zimmer Bradley. Hatte glaub ich vier Teile und es ging darum, dass Atlantis unterging und die Überlebenden an der Küste Groß Britanniens stranden. Da gründen sie zuerst Vernemeton, dass dann zerstört wurde, danach gings nach Avalon.
Dort werden dann Priester u.a. ausgebildet. Die Buchreihe schließt dann mit König Artus und seiner Schwester Morgain le fay ab, wenn ich mich richtig erinnere.
Dein Gedicht verbreitet so ein ähnliches Flair wie diese Buchreihe. Kennst du sie?
hdl, Demeter
Basther schrieb am 2006-09-30 20:53:10:
Bin sprachlos. Wirklich toll. Mehr will ich dazu mal nicht sagen. Manche Gedanken sollen auch Gedanken bleiben (aber positiv). Bin sehr beeindruckt von deinem Styl zu schreiben. Wirklich sehr gut.
Viele beste Grüße
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